Der Mythos der islamo-türko-arabischen Toleranz

Enthauptung auf Anordnung von Tazi Mohammad (Der Kerl ohne Visage)

Töten ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist. Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisset es nicht. Der Quran [Sure 2:216]

Von Ardašir Pârse aka. Amirkabir Egon Flaig

Seine Vergangenheit nicht zu kennen bedeutet sie wiederholen zu müssen. Wer weiterhin das Märchen von der islamisch-türkisch-arabischen Toleranz verbreitet, beraubt Muslime der Chance, eine Religion und ihre Vergangenheit zu überwinden, die zur abscheulichen Gegenwart zu werden droht. Hegel nannte den Islam die „Religion der Erhabenheit“. Er hatte sich wohl nie mit islamischer Geschichte und Religion auseinandergesetzt.

Zur Geschichte der Toleranz des ISLAM

„Dann wollen wir, dass die Fahne des Islam wieder über diesen Landschaften weht, die das Glück hatten, eine Zeitlang unter der Herrschaft des Islam zu sein und den Ruf des Muezzins Gott preisen zu hören. Dann starb das Licht des Islam aus und sie kehrten zum Unglauben zurück. Andalusien, Sizilien, der Balkan, Süditalien und die griechischen Inseln sind alle islamische Kolonien, die in den Schoss des Islam zurückkehren müssen. Das Mittelmeer und das Rote Meer müssen wieder islamische Binnenmeere wie früher werden.“

Diese Sätze stammen nicht etwa von Al Qaida; sondern sie finden sich im Programm, das der Gründer der Muslim-Bruderschaft Hassan Al Banna, wie er es in einer Rede formulierte. Die Bruderschaft zählt heute Millionen und hat sich weit über Ägypten hinaus verbreitet. Ihre Intellektuellen agieren in Europa und in den Vereinigten Staaten; sie gelten als „moderat“ und werden von den Medien entsprechend bedient. Planmäßige Rückgewinnung „verlorener“ Gebiete gehört in die Programme von Staaten, welche um territoriale Machtausübung kämpfen, also von politischen Gemeinschaften. Wie kann sie ins Programm einer Religion gehören?

Dār as-Salām und Dār al-Harb

Seit Beginn der klassischen Zeit zwischen dem neunten und dem elften Jahrhundert teilen islamische Juristen die Welt in zwei Teile, nämlich in das „Haus des Islam“ und das „Haus des Krieges“. Diese Zweiteilung hängt nicht davon ab, wo Muslime in großer Anzahl leben oder gar die Mehrheit darstellen, sondern davon, wo der Islam herrscht – in Gestalt der Sharia – oder wo er nicht herrscht. Diese Dichotomie ist also keine religiöse, sondern eine politische. Zwischen diesen beiden Teilen der Welt herrscht naturgemäß so lange Krieg, bis das Haus des Krieges vernichtet und der Islam über die Welt herrscht (Sure 8, 39 und 9, 41). Daher besteht nach klassischer Lehre für die muslimische Weltgemeinschaft die Pflicht, gegen die Ungläubigen Krieg zu führen, bis diese sich bekehren oder sich unterwerfen.

Dschihad

Dieser Krieg heißt Dschihad. Lautete der Missionsauftrag Jesu, alle Völker mit seiner Lehre zu bekehren, ihnen aber ihre politische Ordnung zu lassen, so besteht das Ziel des Islam darin, alle Nichtmuslime politisch zu unterwerfen, ihnen aber ihre Religion zu lassen, falls es Buchreligionen sind. Der allgemeine Befehl Gottes zum Dschihad wird entnommen aus Sure 9, 29. Gewiss, winzige pazifistische Strömungen im Islam haben diese Interpretation nicht akzeptiert. Die Schiiten akzeptieren sie zwar, verlangen aber, dass ein echter Imam die muslimische Gemeinschaft anführt und auf einen solchen warten sie schon mehr als dreizehn Jahrhunderte, daher gilt für sie vorläufig nur der defensive Dschihad, also falls die muslimische Gemeinschaft angegriffen wird. Dagegen haben die anderen Strömungen, etwa die sogenannten charidschitischen, die Aussage von Sure 9, 29 radikalisiert: Sie sehen im Dschihad eine individuelle Pflicht jedes tauglichen Muslim, welche als sechste Säule neben den anderen fünf kardinalen Pflichten steht. Konsequenz dieser Lehre:  Wenn  jeder entweder an der kollektiven Kriegführung gegen die Ungläubigen teilnehmen muss oder – falls die muslimische Gemeinschaft dafür momentan zu schwach ist – allein, gruppenweise auf eigene Faust kriegerisch agieren muss, dann sind Attentate und Terroranschläge, also asymmetrische Kriegsführung das Richtige. Was die Charidschiten für den offensiven Dschihad verlangen, gilt bei den meisten Vertretern der orthodoxen Lehre der Sunna für den defensiven: Wird der Islam angegriffen oder islamisches Territorium von Ungläubigen besetzt, dann wird der Dschihad zur individuellen Pflicht; eine Fatwa des Großmuftis der wohl bedeutendsten Lehrstätte des Islam, der Al-Azhar-Universität in Kairo von 1948 – gerichtet gegen Israel – lässt daran keinen Zweifel. Jedwede feindliche Macht, welche sich an die Haager Landkriegsordnung hält und streng unterscheidet zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten, gerät hierbei in größte Schwierigkeiten.

Permanenter Kriegszustand

Der Kriegszustand dauert so lange an, bis das Haus des Krieges vernichtet und die Welt erobert ist. Darum nennt Majid Khadduri den Islam eine „göttliche Monokratie auf imperialistischer Basis“. Friedensverträge, welche islamische Herrscher mit nicht islamischen abschlossen, galten nur als Waffenstillstände; deshalb wurden sie in der Regel für höchstens zehn Jahre abgeschlossen; zwei Rechtsschulen erlaubten nur drei bis vier Jahre Frieden. Die kurzen Fristen ermöglichten es den militärisch überlegenen Muslimen, die Gegenseite unentwegt zu erpressen; auf diese Weise sind im Laufe der Jahrhunderte riesige Mengen an Geldern und Menschen an die muslimische Seite geflossen. Als sich die Kräfteverhältnisse verschoben, mussten muslimische Herrscher die Praxis ändern. So schloss 1535 Suleiman „der Prächtige“ mit dem französischen König einen Frieden, der so lange gelten sollte, wie der Sultan lebte – ein Bruch mit der Tradition. Christliche Theologen versuchten – angesichts einer Pluralität von Staaten – zu definieren, was ein „gerechter“ Krieg war und was nicht; Kriege einzig um des Glaubens willen galten überwiegend nicht als gerecht. Für muslimische Gelehrte ist hingegen das „Haus des Islam“ eine politische Einheit, welche keinen inneren Krieg duldet; darum ist allein der Krieg zur Unterwerfung der Ungläubigen legitim und obendrein Pflicht, wie der berühmte Gelehrte Ibn Khaldun im vierzehnten Jahrhundert kategorisch sagte:“Im Islam ist der Dschihad gesetzlich vorgeschrieben, weil er einen universalen Auftrag hat und gehalten ist, die gesamte Menschheit freiwillig oder unfreiwillig zur Religion des Islam zu bekehren.“ Die Kriegsregeln des Dschihad sind flexibel. Von der Schonung über Massenversklavung bis zur massenhaften Tötung ist nach Chaudhuri alles möglich, genau wie bei Griechen und Römern. Das unterscheidet die heiligen Kriege des Islam fundamental von denjenigen des alttestamentarischen Israel, welche vorsahen, dass außerhalb Israels alles Männliche zu töten, auf israelischem Boden hingegen alles Lebendige zu vernichten war (Deuteronomium. 20, 10-20). Wir pflegen uns darüber zu empören, was die Kreuzfahrer 1099 in Jerusalem anrichteten. Indes, die Kreuzfahrer handelten nach gängigem Kriegsrecht; muslimische Eroberer taten derlei unentwegt und überall: 651 traf es den Iran – Alleine bei der Eroberung von Istakhr wurden mehr als 40.000 iranische Zivilisten getötet und hunderttausende in die Sklaverei verkauft, 698 traf es Karthago, 838 Syrakus; der berühmt berüchtigte Wesir des Kalifats von Córdoba, Al Mansur, führte in nur siebenundzwanzig Jahren fünfundzwanzig Feldzüge gegen die christlichen Reiche Nordspaniens, – versklavend, verwüstend, vernichtend,; es traf Zamora (981), Coimbra (987), León, zweimal Barcelona (985 und 1008), dann Santiago de Compostela (997). Am furchtbarsten verwüsteten die Dschihads

das damals noch so städtereiche byzantinische Anatolien; das Massaker von Amrum (838) ist lange ein Fanal geblieben; die städtische Kultur Anatoliens hat sich davon nie wieder erholt. Der türkische Seldschuke Alp Arslan ließ ganze armenische Städte massakrieren, am furchtbarsten 1064 die Hauptstadt Ani. Mehr als berechtigt darum das Urteil der Islamkritikerin Bat Ye’or: „Die Maßlosigkeit, die Regelmäßigkeit und der systematische Charakter der von islamischen Theologen zur Norm erhobenen Verwüstungen unterscheiden den Dschihad von anderen Eroberungskriegen.“ Gewiss, die Massenversklavung blieb das beliebteste Kriegsziel. So entstand schon im achten Jahrhundert die größte Sklavenhaltergesellschaft der Weltgeschichte; sie benötigte eine ständige Zufuhr immer neuer Sklaven; sie transformierte den afrikanischen Kontinent zum größten Sklavenlieferanten, ein Schicksal, welches Europa nur knapp entkam. Die Sklavenhaltung legitimiert sich aus der islamischen Lehre und entspricht damit islamischem Rechtsverständnis. Singulär ist die enorme Geschwindigkeit mit der binnen neunzig Jahren ein arabisches Großreich zwischen Südfrankreich und Indien entstand, ohne dass ein einzelner Eroberer die Expansion gelenkt hätte. Der erfolgreichste Imperialismus der Weltgeschichte erregte nicht zuletzt die Bewunderung Hegels: „Niemals zuvor hat die Begeisterung als solche größere Taten vollbracht.“


Märtyrertum

Wenn „Begeisterung“ solches vermochte, worauf beruhte sie? Die Antwort ist einfach: auf dem Märtyrertum. Ein Ereignis des Jahres 963 in Konstantinopel illustriert das: Kaiser Nikephoros Phokas hatte soeben die arabischen Besatzer aus Kreta vertrieben; nun plante er einen großen Krieg, um Ostanatolien und Nordsyrien von der muslimischen Herrschaft zu befreien. Ein Konzil sollte ihm helfen; eindringlich bat er die versammelten Bischöfe, sie sollten Soldaten, die im bevorstehenden Kampf fielen, zu Märtyrern erheben. Diesen Soldaten wäre also das Paradies sicher gewesen. Doch der Patriarch stellte sich gegen den Kaiser: „Kein kirchliches Konzil sei imstande, Gottes Ratschluss zu antizipieren; allein Gott entscheide über das Heil.“ Eine welthistorische Schlüsselszene. Der Kaiser wusste damals was auf dem Spiel stand. Immer wieder hatten die Byzantiner erleben müssen wie die muslimischen Truppen mit einer Tapferkeit kämpften, zu der die Christen nicht imstande waren. Gefallene Muslime gelten als Märtyrer für den Glauben und marschieren als Gefallene geradewegs ins Paradies. In den beiden Religionen unterscheidet sich der Begriff des Märtyrers fundamental. Christliche Märtyrer imitieren das Leiden Jesu, erleiden passiv Folter und Tod; muslimische Märtyrer sind aktive Kämpfer, nach dem Vorbild des Propheten, unerschrocken, dem Tode begegnend. Wie Hassan Nasrallah, der Generalsekretär der Hisbollah im Libanon in einer Rede sagte: „Ihr liebt das Leben, aber wir lieben den Tod“ Maßgeblich für die Todesbereitschaft der Krieger ist das unverbrüchliche Versprechen, dass, wer für seinen Glauben stirbt, das ewige Heil erhalte (Sure 4, 74-76). Muslime sollten einer zehnfachen Übermacht standhalten (Sure 8, 66-67); spätere Rechtsgelehrte erlaubten, wie Chaudhuri schreibt, den Rückzug, falls man einer mindestens doppelten Übermacht des Feindes gegenüberstand. Da die entscheidende Ressource eines  jeden Krieges der kämpfende Mensch und seine Opferbereitschaft ist, half es den Byzantinern nichts, technisch den Arabern und türkischen Seldschuken gleichwertig zu sein; langfristig mussten sie unterliegen, falls ihre Kampfmoral nicht dieselbe Höhe erreichte. Höhere Todesbereitschaft bringt enorme Vorteile in der Gefechtssituation: so lassen sich waghalsige Operationen angehen und kühne Manöver starten, die den Feind überraschen und verwirren; so lassen sich Siege erzwingen, die technisch und materiell fast nicht möglich erscheinen, und Schlachten gewinnen, die unter üblichen Bedingungen verloren sind. Nikephoros wusste um die militärischen Konsequenzen von Sure 4, 74-76; er war der erste, der die prinzipielle kriegerische Unterlegenheit der christlichen Religion zu korrigieren suchte. Doch die Bischöfe der Ostkirche sahen sich ausserstande ihre Theologie so zu manipulieren, dass ein kriegerisches Märtyrertum hätte entstehen können. Dabei blieb es. Die byzantinischen Kaiser mussten ihre schweren Abwehrkriege gegen die ständigen sarazenischen und seldschukischen Aggressionen führen, ohne dass ihnen die Religion dort half, wo Hilfe am nötigsten war.

Der Kreuzzug

Gustave dore - crusades dandolo preaching the crusade

Erst die Westkirche veränderte die theologisch-politische Situation: als Papst Urban II 1095 zum ersten Kreuzzug aufrief, versprach er den christlichen Kriegern den Erlass der Sünden. Gefallene Kreuzeskrieger umgingen demnach das göttliche Gericht; sie wurden insofern den Märtyrern gleichgestellt, obschon ihnen dieser Name verwehrt blieb. Der Papst als Oberhaupt einer monarchisch organisierten Kirche tat genau das, was ein Konzil östlicher Bischöfe nicht vermochte: Er verfügte über das Heil. Die Papstkirche konnte nun ebensolche „Heiligen Kriege“ führen, wie der Islam es seit Jahrhunderten zu tun pflegte. Worin unterscheiden sich dann Kreuzzüge und der Dschihad? Kreuzzüge konnte allein der Papst ausrufen; daher blieben sie sehr selten – verglichen mit den unzähligen, unaufhörlichen und ubiquitären Dschihads der islamischen Welt. Und die Ziele von Kreuzzügen blieben genau begrenzt; im November 1095 nannte Papst Urban II in Clermont Grund und Ziel des Kreuzzuges:

„Es ist unabweislich, unseren Brüdern im Orient eiligst Hilfe zu bringen. Die Türken und die Araber haben sie angegriffen und sind in das Gebiet von Romanien (Konstantinopel) vorgestoßen; und indem sie immer tiefer eindrangen in das Land dieser Christen, haben sie diese siebenmal in der Schlacht besiegt, haben eine große Anzahl von ihnen getötet und gefangen genommen. Wenn ihr ihnen jetzt keinen Widerstand entgegensetzt, so werden die treuen Diener Gottes im Orient ihrem Ansturm nicht länger gewachsen sein.“

Die ersten Kreuzzüge bezweckten, entweder bedrängten Christen zu Hilfe zu kommen oder die Heiligen Stätten in Palästina oder von den Muslimen unterworfene Christen zu befreien. Dagegen hielten die muslimischen Rechtsgelehrten immer am Endziel fest, das „Haus des Krieges“ zu erobern und alle Ungläubigen zu unterwerfen. Papst Urban II sah richtig. Wäre Konstantinopel schon 1100 gefallen, dann hätte die enorme militärische Kraft der türkischen Heere Mitteleuropa vierhundert Jahre früher heimgesucht. Dann wäre die vielfältige europäische Kultur wahrscheinlich nicht entstanden: keine freien städtischen Verfassungen, keine Verfassungsdebatten, keine Kathedralen, keine Renaissance, keine Demokratie, kein Aufschwung der Wissenschaften; denn im islamischen Raum entschwand das freie – griechische und das tolerante – persische – Denken eben in jenen Epochen. Jacob Burckhardts Urteil – „Ein Glück, dass Europa sich im ganzen des Islams erwehrte“ – heißt eben auch, dass wir den Kreuzzügen heute in Europa viel verdanken. Indes, wurden Kreuzzüge nicht häufig missbraucht? Gewiss. Kreuzzüge „entgleisten“ und wurden „zweckentfremdet“, wie etwa jener, der 1204 zur Eroberung des christlichen Konstantinopel führte.

Kreuzzug

Die Sklavenhaltergesellschaft

Wenn die Sklaven in der islamischen Welt knapp wurden, führten Emire nicht nur Dschihads gegen nichtmuslimische Völker, welche zu versklaven geboten war, sondern immer häufiger auch gegen islamisierte Völker, unter dem Vorwand, es seien keine wahren Muslime. Das geschah vorwiegend in Afrika und gegen Schwarzafrikaner, so, als zuerst Songhay 1468, dann die Marokkaner 1552 Mali überfielen, so auch, als seit dem achtzehnten Jahrhundert religiöse Reformer im Sahel ihre Dschihads gegen die islamisierten Haussa-Städte führten, woraus das Kalifat Sokoto entstand – mit der drittgrößten Sklavenmenge nach Brasilien und den amerikanischen Südstaaten. An den Folgen dieser immer weiter gehenden Dschihads mit ihren Genoziden und Massenversklavungen leidet Afrika bis heute. Indes, für welche politische Ordnung führten die Muslime ihre Heiligen Kriege mit dieser Vehemenz und diesem Erfolg? Für die Sharia. Eine politische Ordnung, die erstens Herren und Unterworfene streng absondert, zweitens die politische und soziale Ordnung der menschlichen Verfügung weitgehend entzieht. Bleiben wir beim ersten Aspekt: In der Sharia sind die Muslime die Herren, die Anhänger anderer Buchreligionen – Christen, Juden, Parsen, Buddhisten – Unterworfene, „Dhimmi“; dabei handelte es sich nicht um religiöse Minderheiten, sondern um gewaltige Mehrheiten, vor allem in Syrien, in Anatolien, oder um die Christen Nordafrikas und einst die Zoroastrier im Iran. Die Unterworfenen durften keine Waffen tragen, sie waren wehrunfähig, somit keine vollwertigen Männer. Christen und Juden mussten besondere Farben oder Kleidungsstücke tragen (diese Diskriminierung führte zum Judenstern), um als „Dhimmi“ kenntlich zu sein; sie durften nicht auf Pferde reiten, sondern nur auf Eseln, damit sie ständig an ihre Erniedrigung erinnert wurden; sie zahlten einen Tribut (Jizya), den sie persönlich entrichteten, wobei sie einen Schlag an den Kopf erhielten. Sie mussten sich von Muslimen schlagen lassen, ohne sich wehren zu dürfen; schlug ein „Dhimmi“ zurück, dann wurde ihm die Hand abgehackt, oder er wurde hingerichtet. Die Zeugenaussage eines „Dhimmi“ galt nicht gegen Muslime; diese brauchten für Vergehen an einem „Dhimmi“ nur halbe Strafe zu tragen; und wegen eines solchen Unterworfenen konnten sie nie hingerichtet werden.

Umgekehrt waren grausamste Hinrichtungsarten überwiegend den „Dhimmi“ vorbehalten. Sogar jene Diskriminierung der Juden, zu der sechshundert Jahre nach dem Islam die Westkirche auf dem IV. Laterankonzil von 1215 schritt und die uns so barbarisch anmutet, bezweckte und erreichte keine Erniedrigung dieses Ausmaßes. Eine besondere Drangsalierung brachte die türkische Herrschaft: seit 1360 wurde in unregelmäßigen Abständen bis zu einem Fünftel aller christlichen Kinder in die Sklaverei abgeführt. Sie wurden zwangsbekehrt. Diese Sklavenmenge dürfte im Laufe von sechs Jahrhunderten in die Millionen gegangen sein; davon wurden Hunderttausende ausgewählter Knaben zu fanatischen Muslimen und zu Elitekämpfern erzogen, zu den berüchtigten Janitscharen: eine Politik zur systematischen Vermehrung der muslimischen Bevölkerung und zur allmählichen Auslöschung der Christen. Sie hatte Erfolg. Die „Dhimmitude“ versetzte die Nichtmuslime in eine radikale Andersheit: Die Menschen in diesem Zustand nur als „Bürger zweiter Klasse“ zu bezeichnen, wie es manche Islamwissenschaftler tun, ist Schönrednerei. Wie der Nationalsozialismus die Menschen in Herren- und Untermenschen auf rassischer Basis spaltete, so hat es die Sharia auf religiöser Basis getan.  Als erste Weltreligion schuf der Islam eine Apartheid, bei der die Gebiete der mit christlichen oder auch parsisch-zoroastrischen Bevölkerungsehrheiten kolonisiert und allmählich zwangsislamisiert wurden. Islamische Toleranz hieß lediglich: Duldung der Unterworfenen als Gedemütigte und Erniedrigte.

Dhimmitude

All das ist durch Studien zur „Dhimmitude“ bekannt. Aber wer will von den millionenfachen Opfern hören? Der Islam hat riesige Territorien religiös „gesäubert“: der zweite Kalif machte den Hidjaz, also Arabien außer dem Jemen, „christen-“ und „judenrein“; die Alternative hieß Konversion oder Vertreibung. Hunderttausende von Zoroastriern flohen aus dem Iran nach Indien, dort wo ihre Nachkommen auch heute noch unter dem Namen Parsen leben. Das hat – von alttestamentarischen Fällen abgesehen – niemals zuvor eine Religion getan. Ebenso „reinigten“ die Almohaden und Almoraviden ihr Spanien nach dem Zusammenbruch des Kalifats 1031: Zehntausende Juden wie Christen mussten entweder konvertieren oder ins christliche Nordspanien oder in die Levante fliehen. Gewiss, englische und französische Könige und dann die Könige Spaniens selbst taten später das gleiche; sie wandten dabei aber ein altes bekanntes muslimisches Rezept an. Und die Pogrome? Seit dem Kalifen Al-Mutawakkil schwappten immer wieder Verfolgungen über den Orient und Nordafrika, wobei Juden und Christen zwangsbekehrt, vertrieben oder massakriert wurden. Die ständige Zerstörung von Kirchen ging bis ins vorletzte Jahrhundert weiter (In der Türkei werden noch heute Kirchen angezündet und zerstört). Allmählich zerlaufen auf dem verklärten Bild des muslimischen Spanien, welches der europäische Antiimperialismus im neunzehnten Jahrhundert geschaffen hat, die blumigen Farben. Sorgfältige Aufarbeitung der Dokumente bringen darunter ein anderes Bild zum Vorschein. Dort kam es 889 in Elvira und 891 in Sevilla zu umfassenden Pogromen gegen Christen. Im marokkanischen Fez wurden 1033 über 6000 Juden massakriert. 1058 wurde das christliche Antiochia unter Folter und Todesdrohungen muslimisch gemacht.

Das erste große Pogrom gegen Juden auf europäischem Boden fand 1066 im muslimischen Granada statt; dabei kamen 1500 jüdische Familien um. 1135 wurde das Judenviertel Córdobas niedergebrannt, die Zahl der Massakrierten nicht zu wissen, mag heilsam sein. 1159 standen sämtliche Christen von Tunis vor der Wahl, zu konvertieren oder zu sterben. Um diese Zeit wurde das ehemals so vitale Christentum Nordafrikas vollends vernichtet. Die Pogrome im christlichen Herrschaftsgebiet sind sicher kein Ruhmesblatt der europäischen Kultur; aber ihre Ausmaße bleiben zweifelsohne weit zurück hinter jenen der islamischen Welt. Wir brauchen dringend eine vergleichende Geschichte religiöser Unterjochung, deren sich die Historiker vehement verwehren. Reden wir doch von Integration der Juden? Nirgendwo unter der Herrschaft des Islam, und auch nicht im spanischen Kalifat, waren Juden Bürger ihrer Stadt; sie blieben stets Unterworfene. In vielen deutschen Städten, wie Worms, Augsburg und andere Städte des Hochmittelalters, waren Juden Stadtbürger besonderen Rechtes, sie hatten das Recht, Waffen zu tragen, und waren besser gestellt als viele ärmere christliche Einwohner. Sie waren bis ins vierzehnte Jahrhundert, als sich ihre Situation verschlechterte, weit besser integriert, als die Juden im muslimischen Spanien es jemals sein konnten. Wer die politische Integration für das wichtigste hält, kann nicht umhin, Augsburg über Córdoba zu stellen. All das ist seit über fünfzehn Jahren wissenschaftlich bekannt. Aber wer will es hören? Jedes Jahrhundert der islamischen Geschichte, hat seine eigene Fülle von Horrorgeschichten. Kommen wir an dieser Stelle noch zum ersten großen Holocaust in der Weltgeschichte, der fand im Iran statt: Seit dem 10 Jhd. begannen Türken und Mongolen Iran zu invadieren. Bis zum 15. Jhd. hatten sie schätzungsweise 10 Mio. Iraner ermordet, mehr als 50 % der damaligen Bevölkerung.

Ganz Ostiran, d.h. Grosskhorasan liquidiert, Neyshapour einfach weggefegt, Hamadan, Rey und Ardabil sind lange ein Fanal geblieben. Kein Jahrhundert verging, von den Ufern Al Maqrebs über Cordoba bis Indien, wo nicht Juden, Christen, Zoroastrier, Hindus, Buddhisten und Heiden Verfolgung und Unterdrückung ausgesetzt waren oder zur Konversion gezwungen wurden. Erdrückende Steuerlasten, Ungleichheit vor dem Gesetz und Willkür verschiedener türkischer, arabischer und mongolischer Herrscher im gesamten islamischen Machtbereich, sorgten über die Jahrhunderte hinweg dafür, dass alle nicht-islamischen Religionen dort weitgehend ausgerottet wurden.

Seine Vergangenheit nicht zu kennen bedeutet sie wiederholen zu müssen. Wer weiterhin das Märchen von der islamischen Toleranz verbreitet, beraubt die Muslime der Chance, eine Religion und ihre Vergangenheit zu überwinden, die zur abscheulichen Gegenwart zu werden droht.

Nachtrag 24.08.2010 (2569):

Dieser Artikel wurde nun auch auf niederländisch übersetzt.

Nachtrag 25.10.2010:

Der Text basiert in großen Teilen auf ein Essay des Greifswalder Althistorikers Egon Flaig, erschienen in der FAZ.

Nachtrag 22.02.2013 [2571]:

Der komplette Text bis auf dem letzten Absatz sind von Egon Flaig und sind fälschlicherweise als eigenes Werk von Ardeshir Pârse aka. Amirkabir ausgegeben worden.

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47 Antworten zu Der Mythos der islamo-türko-arabischen Toleranz

  1. baetzi schreibt:

    Ein weiterer Punkt wäre die Eroberung weiter Teile Indiens durch muslimische Eroberer; durch diese Invasionen starb der Buddhismus in seiner Heimat aus. Erst in der Neuzeit kam er wieder zurück. Als europäische Forscher nach der Geburtsstätte des buddhistischen Religionsbegründers Siddharta Gauthama suchten, konnte ihnen niemand dabei helfen, da die Inder den Buddhismus schon lange vergessen hatten.

    • Tangsir schreibt:

      Über den von den Türken an Inder begangenen Holocaust wird hier demnächst auch ein Artikel erscheinen. Danke für deinen wertvollen Posting.

  2. Calvin schreibt:

    Hallo Tangsir,

    habe mir erlaubt obigen Text auf meiner FB-Pinnwand zu veröffentlichen.
    Des weiteren würde ich mich freuen, dich unter FB adden zu dürfen.
    Für den Fall, dass du nicht dagegen hast, findest du mich unter „Calvin Germany“

    Grüße,
    Calvin

    • Tangsir schreibt:

      Doroud Calvin,

      Ich finde es toll dass du dort den Text veröffentlicht hast. Das sollten viel mehr Leute tun. Leider bin ich nicht bei FB oder Twitter angemeldet, sondern nur hier und auf Youtube. Wenn ich mir noch FB und Twitter antue, komm ich zu gar nichts mehr 😀

      Funk on mein Freund!

  3. bundesbedenkentraeger schreibt:

    Interessanter Artikel, wobei ich bei so klaren Äußerungen immer erst mal skeptisch bin… Belege lautet das Stichwort. Haste nicht irgendwelche Hinweise zu Quellen oder Fachliteratur, die Deinen Artikel stützen?

    • Tangsir schreibt:

      Zu welchem Thema brauchst du denn genau Fachliteratur? Im Artikel wird ja eine ganze Fülle an Themen abgehandelt. Ansonsten sind im Artikel durchaus Quellen, als auch konkrete Jahreszahlen und Zitate genannt. Wenn du darin Fehler oder Unstimmigkeiten entdeckst, würde ich mich freuen wenn du uns diese mitteilst und dazu die entsprechende Fachliteratur mit Seitenzahl angibst.

      • bundesbedenkentraeger schreibt:

        Vor allem der Verbleib der Christen in Kleinasien und Nordafrika interessiert mich. Dazu fielen mir jetzt im Artikel keine Quellen auf (vielleicht bin ich auch zu blöd ;))

        • Tangsir schreibt:

          Als Anhaltspunkte für deine Suche liste ich dir mal die verschwundenen Zivilisationen dieser Zeit auf:

          Civilizations in Arabian Peninsula:
          1. Nabatian Kingdom
          2. Hejaz Civilization
          3. Heira Kingdom (Protectorate of Persian Empire)
          4. Yemenese Civilization (Protectorate of Persian Empire)
          5. Lakhmid Kingdom
          6. Mazun State Society (Protectorate of Persian Empire)
          7. Humyarite Kingdom
          8. Hadramaut Civilization

          Civilizations in Africa:
          1. Egyptian Empire
          2. Carthaginian Empire (Tunis)
          3. Siranaeek Kingdom (Libya)
          4. Nubian Kingdom (Sudan)

          Civilizations in Asia:
          1. Phoenician Civilization (Lebanon)
          2. Sham Civilization (Syria, Colony of Rome)
          3. Anatolia (Turkey, Colony of Rome)

          Und was den Verbleib der Christen angeht, so wird das doch im Artikel erklärt. Wie wäre es denn wenn du mir die Arbeit abnimmst und dich diesbezüglich auf die Suche nach Fachliteratur machst?
          Darf ich dich denn um diesen Gefallen bitten?
          Zum anderen interessiert mich was du sonst so an Fachliteratur liest und welche du uns empfehlen würdest. 🙂

          P.S. hier findest du eine leichte Lektüre mit Literaturverzeichnis am Ende: http://www-public.tu-bs.de:8080/~umenzel/inhalt/lehre/Hanisch_Barbaresken-und-Korsaren.pdf
          Es handelt sich um die islamische Piraterie der Zeit und die damit einhergehende Versklavung der (u.a.) Christen im Mittelalter.

  4. bundesbedenkentraeger schreibt:

    Ja, Du schreibst im Artikel, was – nach Deiner Meinung – mit den Christen passiert ist. Ich schrieb schon oben, daß ich in solchen Fällen erst mal skeptisch bin, weil D große Vorwürfe an die Muslime richtest (unter Umständen zu Recht).
    Allerdings vertrau ich in solchen Fällen ungern irgendwelchen Artikeln im Netz, die stimmen können oder nicht, ich fühle mich wohler, wenn mir jemand sagen kann, wie er auf das kommt, was er so schreibt, nichts für ungut.
    Deshalb habe ich gefragt. Danke für die pdf, das ist doch schon mal was, muß ich mir noch ansehen.
    Mir geht es einfach darum, daß ich Deinen Blog nicht zitieren kann, wenn ich aber irgendwelche wissenschaftlichen Arbeiten dazu habe, dann sind die zitierfähig.
    Literatursuche kann ich auch selbst machen (mal sehen, wenn ich dazu komm), ich dachte nur, Du hast das ja alles schon hinter Dir und sicher vorliegen, sonst würdest Du das hier ja nicht schreiben (irgendwoher hast doch auch Du Deine Informationen), da dachte ich, wieso nicht mal nachfragen…

    • Tangsir schreibt:

      Der Artikel ist wie du siehst von Amirkabir verfasst. Vielleicht kann er dir weiterhelfen, ansonsten finde ich es gut dass du skeptisch bist.
      Wenn du auf deiner Suche auf gute Quellen stösst, wäre es toll wenn du diese auch hier postest.

    • amirkabir schreibt:

      Antwort an die Skeptiker und diejenigen die nach Quellen fragen:

      Ich behaupte, dass ausreichend Quellen in diesem Artikel angegeben sind. Was die islamspezifischen Teile betrifft sind die entsprechenden Suren aus dem Quran angegeben, darueber hinaus sind jede Menge Zitate angegeben. Hierzu kann man sich mit den betreffenden Personen wie Ibn Khaldun , Papst Urban II etc. auseinandersetzen indem man sich Buecher ueber die Personen kauft. Was die Eroberungszuege, Massenversklavungen und Genozide angeht gibt es hier einschlaegige Geschichtsliteratur, es laesst sich aber auch im vieles Internet finden. Ich habe hier auch Jahreszahlen angegeben. Darueber hinaus setzt dieser Artikel auch ein gewisses Grundwissen in Geschichte voraus. Dem geschichtsversierten Historiker erzaehlt dieser Artikel auch nichts neues.

      Sollten diese Quellenangaben, die meines erachtes fuer diesen Artikel vollstaendig sind nicht ausreichen, muss ich davon ausgehen, dass die Kritik an mangelnden Quellen vorgeschoben ist, oder die Sichtweise (Dhimmitum, Muslemannentum, usw.) der Kritiker sie dazu bewegen den Artikel oeffentlich in Frage stellen zu wollen.

      Ich habe hier viele Quellen benutzt. Bat ye’or und ihr Buch ist eine, die Geschichte der Kreuzzuege eine andere, dann Spektrum der Weltgeschichte,
      vieles mehr habe ich in zahlreichen anderen Quellen recherchiert. Wenn man fuer alles eine Quellenangabe angibt, dann habe ich hier mindestens 50 Fussnoten. Das macht man bei wissenschaftlichen Arbeiten, nicht aber in einem Artikel, sonst ist der Artikel fuer normale Menschen nicht mehr lesbar. Es ist typisch, wenn man Bat ye’or heranzieht, und auf ihre juedische Herkunft anspielt, damit sie unglaubwuerdig erscheint.

      Ihre Frage nach dem Verbleib der Christen in Kleinasien und Nordafrika kann ich leider nicht ernst nehmen. Geben Sie in Google oder auch bei wikipedia „Christenverfolgung im Isam“ ein, dann bekommen Sie hierzu soviele Seiten und Quellen, dass Sie die naechsten Wochen beschaeftigt sind. Bevor Sie also skeptisch sind, greifen Sie zur Tastatur und recherchieren Sie! Was die Vernichtung des Christentums in Nordafrika und in arabischen Laendern angeht, so braucht man hierfür nicht einmal Quellen, denn man muss nur schauen wieviele Christen es dort noch gibt -so gut wie keine, warum wohl? Deshalb ist die Frage an sich schon eine Provokation.

      Und noch etwas: nur weil Bat Ye’or Juedin ist macht sie das nicht unglaubwuerdiger, jedenfalls bei normalen Menschen nicht. Auch Bat Yeor kann man ueberpruefen indem man ihre Aussagen mit anderen vergleicht. Wenn ich hier weitere antisemitische Tendenzen feststelle, bekommen Sie nicht einmal mehr eine Antwort von mir, ich werde nicht unterstuetzen, dass Sie hier auch noch eine Buehne fuer ihr Antisemitismus bekommen.

      Wir verstehen uns hier als die Erben Kyros des Grossen, recherchieren Sie jetzt selbst, bemächtigen Sie sich Ihres Verstandes, seien Sie ein mündiger Bürger, und untersuchen Sie das Verhaeltnis des antiken Iran zu den Juden, damit das verstaendlicher wird, und lassen Sie mich das Ergebnis Ihrer Recherche wissen.

      Danke!

      AmirKabir

  5. Empedokles schreibt:

    @bundesbedenkentraeger

    die Quelle für obigen Text dürfte Bat Ye’or „Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam. Vom Dschihad zum Schutzvertrag. Resch“ sein.

    die Autorin Bat Ye´or wurde als Jüdin in Ägypten geboren und 1955 dort, in Folge der israelischen „Operation Susannah“ (Lawon-Affäre), ausgebürgert.

    [Edit: Zusätzlich möchte Empedokles auf diesen Link aufmerksam machen. Der Text ist in dem Link einsehbar, daher habe ich es aus dem Posting gelöscht]
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Staates_Israel#Die_Lawon-Aff.C3.A4re

    • Tangsir schreibt:

      In dem von dir bereitgestellten Link ist nirgends davon die Rede dass Frau Bat Ye’Or in Folge der Lawon-Affäre ausgebürgert wurde. Dies steht auch nicht in der englischen Version des Artikels. Genauso wenig steht es in dem Link (Deutsch und Englisch) über ihre Person

      Bat Ye’or wurde 1933 als Jüdin in Ägypten geboren. Nach der Sueskrise 1957 kam sie als staatenloser Flüchtling nach London. Von 1958 bis 1960 studierte sie am Institute of Archeology (University of London). Im Jahre 1959 heiratete sie und wurde britische Staatsbürgerin. Im Jahre 1960 zog sie in die Schweiz, wo sie heute noch lebt. In den Jahren 1961/62 war sie an der Universität Genf, seit 1969 folgten Forschungsarbeiten und viele Publikationen. Sie ist Mutter von drei Kindern.

      Also Freundchen, wenn du hier irgendwelche antijüdischen Sperenzien versuchen solltest, dann lernst du mich aber richtig kennen. Ich bitte dich daher die Quelle für deine oben genannte Behauptung zu nennen.

      Zu ihrem Werk:

      Ihr wissenschaftliches Spezialgebiet ist die Geschichte und aktuelle Situation nichtmuslimischer Minderheiten unter islamischer Herrschaft, speziell die von Christen und Juden. Sie arbeitet in einer ganzen Reihe von Büchern und Aufsätzen die Merkmale der Dhimmitude heraus: Darunter versteht man die sozialen Beziehungen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen unter den Prämissen der Dhimma, des von der Scharia vorgeschriebenen „Schutzvertrages“. Diese Verhältnisse sind laut Bat Ye’Or durch die systematische Diskriminierung der „Kuffar“ (arab.: Nichtmuslime, Ungläubige) geprägt. Der Druck, dem sie jahrhundertelang ausgesetzt waren, so die These von „Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam“, führte dazu, dass das Christentum in seinen früheren Kerngebieten Nordafrika, Kleinasien und dem Nahen Osten zur Randerscheinung verkam und dass seine Anhänger auch heute noch in einer Situation permanenter Diskriminierung und latenter Bedrohung leben.

      Bat Ye’Ors zweites großes Thema sind ihre Thesen zum politischen Begriff Eurabia. Sie entwickelt in „Eurabia: The Euro-Arab Axis“ die These, die politischen Eliten der Europäischen Union arbeiteten spätestens seit 1973 systematisch auf die Verschmelzung Europas mit der arabischen Welt hin und nähmen dabei die Islamisierung Europas, nicht zuletzt auch die Vernichtung Israels, zumindest billigend in Kauf.

      • Tangsir schreibt:

        Ich seh schon. Auch auf Wikipedia hat mans versucht:

        „Heute gelöscht:
        Bat Ye’or wurde als Jüdin in Ägypten geboren und 1955 dort, in Folge der israelischen „Operation Susannah“ (Lawon-Affäre), ausgebürgert.
        Bitte belegen. –tickle me 22:08, 5. Nov. 2008 (CET)“

        http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Bat_Ye%27or

        Das sind übrigens die beiden einzigen Sites die dein Text enthalten:
        http://www.allmystery.de/themen/pr46806-20
        und
        http://www.islamophobia.at/zwei/abc/bat.yeor/index.html

        Die erste Site spricht für sich und das zweite ebenfalls wenn man dem Link folgt.

        Ganz schön armselig was du hier versuchst.

        • jackdaw schreibt:

          Also der „Bat Ye’or“ bin ich schon öfters im web als „Begriff“ begegnet, jedoch war ich immer sehr skeptisch (ging für mich in Richtung ’seltsam‘), Deine Ausführungen über sie lese ich zum ersten mal und will jetzt doch mal ein Versuch starten sie zu lesen. Gestoßen bin ich auf „Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam: Vom Dschihad zum Schutzvertrag“ ist das ihr einziges Buch? Sollte ich damit beginnen (falls es mehrere gibt)?
          Jetzt bin ich richtig neugierig.

          [Anm Tangsir: Es ist nicht der Bat Ye’Or in Anführungszeichen, sondern Frau Bat Ye’or. Dass du skeptisch geworden bist, liegt an diese Horde nichtsnutziger Arbeitsverweigerer wie der Vorposter, die diese Person wo immer es nur geht versuchen zu diskreditieren. Dass du dich jetzt richtig mit ihr auseinandersetzen möchtest, stimmt mich froh und zeigt dass dieser Blog ja doch einen Mehrwert hat. Fang ruhig mit diesem Buch an, und ich ermuntere auch alle anderen sich ihr Buch zu kaufen.]

        • Zahal schreibt:

          Ich kann diese Info über Bat Ye’or beisteuern, ich hoffe, es hilft ein wenig:

          http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/1eurabia.html

          http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/0dhimmitum.html

          Wir müssen die Zusammenhänge erkennen, dann können wir besser die Monster massakrieren 🙂

          Shalom

          Übrigen ist heute das jüdische Neujahrsfest:

          Allen Shana Tova U’Metuka

        • Tangsir schreibt:

          Auch dir Shana Tova U’Metuka. Ein friedliches und erfolgreiches jüdisches Neujahr 5771 🙂

  6. Empedokles schreibt:

    nicht alles steht bei wiki

    Quelle ist u.a. aus Norman Finkelstein „Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern“
    hier stehts auch nochmal:
    http://www.worldlingo.com/ma/enwiki/en/List_of_Islamic_studies_scholars
    Bat Ye’or (Gisele Orebi Littman), British author, Jewish refugee (in 1958 thousands expelled by Egypt as reprisal for Lavon Affair);

    • Tangsir schreibt:

      Nicht alles steht bei Wiki?
      Du hast aber Wiki als Quelle für deinen nicht bewiesenen Zitat geliefert, in der das Zitat gar nicht steht. Also hast du uns versucht hier zu täuschen und zu belügen, so wie es dreckige Muselköpfe zu tun pflegen.
      Die Seite Wordlingo den du uns hier präsentierst kenne ich übrigens aus früheren Recherchen, und ist nicht dafür bekannt eine glaubwürdige Quelle zu sein. Es handelt sich nicht etwa um eine Seite in der die Texte von Autoren verfasst werden, sondern eine in der man (ohne Angaben von Quellen), Texte wild zusammenmischt und sie danach durch einen automatischen Übersetzungsdienst jagt. Kostprobe: „Nach Hegel im 19. Jahrhundert Deutschland, Nietzsche schrieb seinen Magnum Opus, Sprach so Zarathustra das wirkte ähnlich sich diese Schlüsselabbildung der persischen Phantasie aus.“

      Punkt zwei: Du versuchst eine Verbindung von Frau Bat Ye’Or mit der Lavon-Affäre herzustellen, als sei sie daran beteiligt gewesen, was nicht der Fall ist.
      Fakt ist dass nach der Lavon-Affäre es zu einer allgemeinen Hatz auf Juden kam, in deren Folgen sie das Land, in grosser Zahl verlassen mussten, oder von dort vertrieben wurden.
      Was die Lavon-Affäre selbst angeht, so gab es in Israel Konsequenzen dafür und die Verantwortlichen für diese Affäre musste eine nach dem anderen ihre Posten räumen. Das ist übrigens was Israel als Rechtsstaat, von deiner geliebten islamischen Umma unterscheidet.
      Du hast in deinem ersten Posting auf meinem Blog ohne Not gesagt du würdest gleich als Arablover bezeichnet weden, also scheinst du wohl öfters mit dem Vorwurf konfrontiert worden zu sein. Ob du nun Dimmi oder Moslem, oder einfach ein judenhassendes Subjekt bist, spielt da keine Rolle. Du wurdest hier der Täuschung überführt, und glaub ja nicht ich hätte nicht bemerkt dass ihr seit ein paar Tagen und unter verschiedenen Nicks verstärkt hier reinströmmt um eure Täuschungen und Hetze freien Lauf zu lassen. Ich werde daher in Zukunft noch sorgfältiger darauf achten was hier für Quellen in den Postings steht.

      So seid ihr nun einmal: Lügner die nur durch Täuschung ihr Ziel erreichen wollen. Arbeit, Recherche und Argumentation ist euch ein Groll, weil der Islam all das schon längst in euren Gehirnen ausgetrocknet hat.

    • Zahal schreibt:

      und wer Norman Finkelstein zitiert, spricht sich selbst Objekivität ab, Norman ist ein „Alibibjude“ wie es früher die „Hofjuden“ gab, absolut israelfeindlich, absolut antizionistisch, absolut egoistisch und beifallheischend, ein absoluter Nihilist, wie gesagt, der Vorzeigejude aller Antisemiten. Es gibt einige Kandidaten und man erkennt sofort bei der Quellangeabe, um wessen Geistes Kind es sich handelt. Bat Ye’or hat mehr als die Hälfte Ihres Buches mit seriösen Quellangeben versehen, arabische, jüdische, persische zeitgenössischen Historikern, die mehr als glaubwürdig sind.

      • Tangsir schreibt:

        Zur Ehrenrettung Finkelsteins muss ich sagen, dass er seit kurzem differenzierter über „Zionisten“ spricht. Er ist nämlich dagegen alle über einen Kamm zu scheren, denn seiner Meinung nach, gibt es auch im Zionismus liberale Strömungen. Bei Finkelstein hat es aber auch viel der Geschichte seiner Eltern zu tun, die keine Entschädigung für die von ihnen erlittenen Qualen im Dritten Reich, bekommen haben.

        • Zahal schreibt:

          Das mag schon sein, jedenfalls wird er von allen Amtisemiten und speziell die antizionistische Linke als „Beweis“ aufgeführt, genau wie Benny Morris als „Neuer Historiker“ gehört er zu den Postzionisten, wenn nicht gar Antizionisten, auch Benny Morris hat jetzt eine Kehrtwende um 180 Grad gemacht, nur der Schaden, der Israel und seinem Ruf dadurch zugefügt worden ist, lässt sich leider nicht mehr beheben.

          Steven Plaut warf Finkelstein (sein Protegè ist Noam Chomsky) zum Beispiel vor, auf wissenschaftlichem Gebiet nichts geleistet zu haben und sich stattdessen auf seine populärwissenschaftlichen Werke zu konzentrieren, da er noch nichts in wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert habe. Im gleichen Artikel warf Plaut Finkelstein vor, Judenhetze, Holocaust-Verharmlosung, Unterstützung für die Hizbollah und Terrorismus, Intoleranz und Pornografie zu betreiben. (wiki)

          Und genau das hat er getan, wenn er einen Privatkrieg gegen die JCC führt, weil seine Eltern nicht genug entschädigt wurden, ist das noch lange kein Grund, gegen ISRAEL zu hetzen.

          Und nur darum geht es:

          http://de.wikipedia.org/wiki/Norman_Finkelstein

  7. unbequemeWahrheit schreibt:

    [Posting von Tangsir editiert:]
    Ich habe in diesem Posting antisemitischen Shit unter neuem Nick geschrieben, und deshalb hat Tangsir mein Comment gelöscht. 😦 Menno
    Ich bin aber so ein penetrantes Arschloch dass ich es sicher nochmal probieren werde. 😀

  8. unbequemeWahrheit-einAnderer schreibt:

    DEINEN shit kann jeder schreiben.
    bist du aber in der Lage ein Thema zuende zu diskutieren,
    oder brichst du immer ab wenn du argumentativ geschlagen wirst…

    • Tangsir schreibt:

      Ja, Argumente habe ich keine, und zum argumentieren bin ich erst Recht nicht in der Lage.
      Auf diesem Blog sind nur christliche Missionare und Israelische Propaganda willkommen. 😀

  9. Pingback: De mythe van de islamitisch Turks-Arabische tolerantie | Artikel 7

  10. wizardman schreibt:

    [Von Tangsir editiert]

    Ich Hirni habe vorhin mit dem Nick erandocht schon Müll gelabert. Nun gebe ich die selbe Email an, aber einen neuen Namen.
    Schaut was für ein lächerlicher und dümmlicher Basij ich bin. Ich hatte gerade vor die Sklaverei mit einem Video eines Idioten, den Juden in die Hände schieben.
    Und ich schrieb wortwörtlich Juden, weil ich ein antisemitisches Arschloch bin und täglich dem Tazi mit Anlauf in den Hintern renne.

    Ya Ali, Kir Ali

    • Zahal schreibt:

      wenn man wirklich über die Sklaverei informiert und objektiv unterrichtet sein will, ist das Buch von Tidiane N’Diany, ein farbiger Anthropologe und Experte auf dem Gebiet der Kulturen und der Geschichte Schwarzafrikas, mit seinem Buch: Der verschleierte Völkermord, überaus hilfreich, Sklaverei gab es immer, gibt es heute noch im Sudan und Mauretanien, in abgeschwächter Form auch in Saudi-Arabien und sicherlich hatten auch ein paar Juden, genau wie Europäer, Chinesen und Inder ihre Hand zeitweise mit im Spiel, aber DURCHGEGEND bis heute, ist Sklaverei eine Sache der Moslems, das liegt in der Sache des Korans, weil Schwarze als noch minderwertiger wahrgenommen werden, als andere Kuffars.

      Übrigens passt es zu diesem Thema:

      Die Genossinnen und Genossen von der Interventionistischen Linken (IL) haben offenbar die Sommerpause genutzt, sich in die kritische Weißseinforschung einzuarbeiten. Und das Gelernte bringen sie auch gleich nutzbringend in den Diskurs ein.:

      „Der Holocaust ist in Wahrheit natürlich nicht das “Gattungsverbrechen” schlechthin, sondern das größte Verbrechen, das Weiße an (vorwiegend) Weißen verübt haben. Wenn es überhaupt ein “Gattungsverbrechen” gibt (eine zweifelhafte, aber bedenkenswerte Kategorie), dann ist dies noch immer die weiße Versklavung der Schwarzen (im Sinne: Leute des Südens), deren wie auch immer unfreiwillige NutznießerInnen wir tagtäglich sind, im Ganzen unseres Alltags, unserer Selbst- und Weltbezüge – in jeder noch so kleinsten Hinsicht unseres Metropolenlebens.

      Upps und sic !!

      http://db.gender.hu-berlin.de/deu/archive/forschungsprojekte/weissaoeweissseinaoewhiteness_kr_2/

      Wo übrigens auch der Schmock aus dem Iran, die muslimische Frau Foustinistan (ist kein Fehler), mitmischt.

      http://www.akweb.de/ak_s/ak552/31.htm

      Das läßt sich im Blick auf die aktuelle Gaza-Debatte an zwei Punkten konkretisieren. Erster Punkt, eher grundsätzlich: Natürlich ist Israel ein singulärer, d.h. unvergleichlicher Staat, dem deshalb politisch auch ein im Kern unangreifbares Existenzrecht zukommt. Dieser unangreifbare Kern ist: der für die Holocaust-Überlebenden geschaffene Staat zu sein. Doch ist dies in der Form nur eine weiße Bestimmung. Sie löscht, daß Israel zugleich ein weißer KolonistenInnenstaat ist.“

      sic, sic und nochmals sic…..

      Bleiben wir mal bei deren bestechender Logik und akzeptieren, daß die zionistische Bewegung nicht etwa im 19. Jahrhundert als Reaktion auf den grassierenden Antisemitismus und die gescheiterte Assimilation entstand, sondern 1945 in irgendwelchen IDP-Lagern, akzeptieren wir, daß die Palästinenser, auch wenn das auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist, in b>diesem Konflikt “schwarz” sind, dann stellt sich doch immer noch die Frage, warum Juden aus Marokko, dem Irak oder Äthiopien plötzlich als weiß gelten.

      Offenbar gibt es in der Szene gravierende Uneinigkeit in diese Frage. Ich schlage dringend einen Dialog mit Kübra Yücel vor, die da Türkin, ja wohl auch irgendwie schwarz ist, also irgendwie besonders prädestiniert, nur in den weißen Israelis das Problem sieht.

      http://www.wadinet.de/blog/?p=2879

      Ein kleiner Ratschlag sei den IL Leuten auf den Weg gegeben: Halluziniert an Euren Schreibtischen weiter das Leben in Gaza-Bantustan als schwarzes Unterdrückt- und Ausgebeutetsein. (Das, zumindest an einigen Orten, so aussieht)

      http://www.memri.org/report/en/0/0/0/0/0/0/4482.htm

      Aber erzählt den Leuten da niemals, ihr betrachtet sie als Schwarze. Das mögen die nämlich gar nicht. Schwarze im Nahen Osten werden nämlich in aller Regel nicht gerade gut behandelt. Sie sind meist die Nachfahren von Sklaven. Gehandelt und gekauft von Arabern. Und leiden bis heute unter einem ziemlich üblen Rassismus. Wenn Ihr also jemandem in Gaza oder Ramallah erklären wollt, Eure ganze linke Empathie gälte ihm als Schwarzen, könnte das für Euer psychisches und physisches Wohlbefinden ganz unintendierte Folgen haben.

      http://www.perlentaucher.de/artikel/6008.html

      http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2009/nov/23/nubian-monkey-arab-racism

      So sind sie, die Vaterlandsverräter…..

  11. baetzi schreibt:

    wollte ja eigentlich nur gucken, ob du mir geantwortet hast, doch was sehe ich? eine herrliche diskussion, bei der die antisemiten den kürzeren ziehen 😀 vielen dank tangsir 😀

  12. Pingback: De mythe van de islamitisch Turks-Arabische tolerantie | Onze Stem & Jouw Nieuws

  13. Mark Kapu schreibt:

    Hallo zusammen,

    an den Verfasser des Artikels Herrn Amirkabir als auch an den postenden Herrn Tangsir:

    1. Dieser Artikel ist derart voller Infomation und schlüssigen Bildern sowie historischen Abläufen, die ich allein durch eigene Nichtkenntnis nicht in Frage stellen möchte, welche mich jedoch deutlich zu einer Recherche motiviert um zu sehen wie sehr vielleicht doch eine Islamisierung Europas nicht unbedingt als sehr wünschenswert angesehen werden muss.
    Dafür meinen Dank.

    2. Vermisse ich nur bei aller Beachtung und Darstellung der verschiedensten Greueltaten an Andergläubigen durch das Christentum oder den Islam eine Darstellung der Taten des Judentums. Bei aller berechtigten Kritik an Kreuzzügen und Dschihad, an deren offensichtlich verwerflichen Zielsetzungen der Unterwerfung Andersgläubiger und das Wegsehen im Bezug auf die eigene Geschichte, blendet der Artikel die Zielsetzungen des Judentums sowie Ihre vorgehensweise zur Erreichung dieses Zieles vollständig aus. Das Judentum hat hier lediglich den Platz des Opfers und im Höchstfall des Verteidigers des eigenen Rechts.

    Bei allem Interesse am Inhalt des Artikels im Bezug auf den Islam, bedaure Ich an dieser Stelle, dann hier auch dieselbe eben noch angeprangerte Einäugigkeit, verbunden mit Reaktionen die nicht in eine sachlich geführte Debatte gehören, wie übelste Beleidigungen und Beschimpfungen, sobald auch nur im Ansatz und mit, wie ich finde, respektvollem Ton nachgefragt wird. Nach Belegen, nach mehr Information und nach einer Verdichtung der Zusammenhänge zum besseren Verständnis.

    Nicht jeder der mal Nachfragt ist gleich ein Antisemit. Und selbst wenn dieser im Rahmen eines offenen Diskurs dahinter steht, bei der Frage nach Belegen, dann ist dies nicht die gebotene Art der Reaktion:

    Zitat:
    „Und noch etwas: nur weil Bat Ye’or Juedin ist macht sie das nicht unglaubwuerdiger, jedenfalls bei normalen Menschen nicht. Auch Bat Yeor kann man ueberpruefen indem man ihre Aussagen mit anderen vergleicht. Wenn ich hier weitere antisemitische Tendenzen feststelle, bekommen Sie nicht einmal mehr eine Antwort von mir, ich werde nicht unterstuetzen, dass Sie hier auch noch eine Buehne fuer ihr Antisemitismus bekommen.

    Wir verstehen uns hier als die Erben Kyros des Grossen, recherchieren Sie jetzt selbst, bemächtigen Sie sich Ihres Verstandes, seien Sie ein mündiger Bürger, und untersuchen Sie das Verhaeltnis des antiken Iran zu den Juden, damit das verstaendlicher wird, und lassen Sie mich das Ergebnis Ihrer Recherche wissen.“

    Sehr schade……

    • Tangsir schreibt:

      1. Aber aber, es gäbe doch nicht schöneres als die Islamisierung Europas. Lass dich bloß nicht von diesem Artikel beirren.
      2. Wenn du die Gräueltaten und die Teufeleien des Judentums in dieser Aufzählung so sehr vermisst, warum erzählst du uns denn nicht einfach was für Kinderblutsaufende Kreaturen die Juden waren und immer noch sind. Wenn du dies allerdings hier vermisst und du auch nicht dazu in der Lage bist diese Information nachzuliefern, bitte erläutere uns doch die Zielsetzung des Judentums und ihrer Vorgehensweise sich seit Jahrhunderten überall auf der Welt abschlachten zu lassen um ihr Ziel zu erreichen. Welch perfide Vorgehensweise um an die Weltmacht zu gelangen nicht wahr? Und wie überaus verwerflich der Charakter dieser Juden doch ist sich abschlachten zu lassen und dann auch noch die Frechheit zu besitzen sich hier als Opfer darstellen zu lassen, oder sogar als Verteidiger des eigenen Rechts. Nur Menschen die nach der Weltmacht streben würden doch dass eigene Recht verteidigen nicht wahr? Selbst wenn der Autor hier ein Nichtjude ist, wäre es da nicht die Pflicht eines Juden dagegen zu klagen und zu protestieren dass man wahrhaftig über die damalige Zeit berichtet. Am Ende könnte da noch jemand auf die Idee kommen dass die Juden doch nicht die Weltherrschaft anstreben, weil sie über die ganzen Jahrhunderte vielleicht viel zu viel damit beschäftigt waren ihr Leben zu retten. Aber ich glaub ich unterschätze einfach die boshafte Natur der Juden bloß. Jeder weiss doch dass ihr Charakter die von Ratten gleicht, oder wie sagte schon Mahumet „Affen und Schweine“, ach ne, so werden bloss die Nichtgläubigen bezeichnet, aber ich glaube die Juden ebenfalls. Was solls, auf jeden Fall haben sie krumme Nasen und saufen Kinderblut. Soviel sollte inzwischen jeder wissen.

      Uns nun ändere ich mein Tonfall. Einäugigkeit? du mieser Judenhasser, und das bist du, sonst hättest du deine Thesen hier untermauert anstatt hier nur zweideutig darüber zu schreiben wie Bösartig das Judentum ist. hast bestimmt eine ganze halbe Stunden an deinem Posting gesessen um uns vorzuwerfen wir würden die Juden nicht als das darstellen was sie sind, nämlich als das Böse schlechthin. Du hingegen der es anscheinend besser weisst, trägst nicht mit einer einzigen Zeilen dazu bei uns mit Informationen und Fakten darüber zu belehren welche Verbrecher die Juden in dem Zeitraum waren die dieser Artikel behandelt.

      Du bist eine Beleidigung für jeden denkenden Menschen und verhöhnst auf übelste Art die jüdischen Opfer die in diesem Artikel thematisiert werden, und genauso gehen Antisemiten immer vor.
      Du musst doch um die Falschheiten und um die bösen Absichten in Zielsetzung und Vorgehensweise des Judentums Bescheid wissen. Warum benennst du sie uns nicht??? warum nicht? Hier hast du doch die Gelegenheit gehabt unsere „Einäugigkeit“ zu widerlegen.

      Du bist eindeutig ein mieser Lügner und das weisst du auch. Hier wurde niemand ein Antisemit genannt weil er nachfragt. Hier wurde zurecht antisemitische Tendenzen festgestellt, denn wenn man sich die Seite des „Skeptikers“, der hier nach Belegen gesucht hat anschaut, so stellt man fest dass er zu antijüdischen Moslems verlinkt.

      Das einzige was hier schade ist, war meine Zeit um sie an einem Antisemiten wie dir zu vergeuden.
      Und das bist du eindeutig. Wer hier sich lauthals über das Judentum beklagt, aber nicht in einem einzigen Satz in der Lage ist diese, ich wills mal nett ausdrücken „Kritik“, zu artikulieren, ist besser bei telepolis aufgehoben.
      Nein, sei du bitte nicht skeptisch was den Islam angeht und auch dieser Artikel wird dir den generellen Judenhass, den du in dir trägst nicht fortspülen, denn die sitzt viel zu tief.

      Ich hätte normalerweise dieses Posting sofort löschen sollen, denn sie beinhaltet nicht einen Unze an Fakten, Wahrhaftigkeit oder wenigstens das Bemühen eine offene Diskussion zu führen.
      Hättest du kleiner telepolis-lesendes Arschloch ausserdem den Text genau gelesen, wäre dir nicht entgangen dass der Blogeintrag hier auf einen Essay des greifswalder Althistorikers Egon Flaig, erschienen in der FAZ, basiert.

      Und noch was: Wir behandeln auf dem Blog hier deshalb das Thema Islam, weil wir als Iraner seit 1400 Opfer des Islams waren und sind und nicht etwa des Judentums. Dir wäre es zu wünschen dass man dich in den Gaza-Streifen verfrachtet damit du dort deine Recherchen weiterführen kannst, sowohl was den Islam angeht, als auch, wie sagtest du so schön: „die Zielsetzungen des Judentums sowie Ihre vorgehensweise zur Erreichung dieses Zieles“. Ja, hast dich nicht getraut hier von Weltherrschaft zu schreiben und hast es mit Ziel und Zielsetzung und wie sie dieses Ziel erreichen wollen umschrieben.

      Ich hab so dermassen die Nase voll von euch schwanzlutschenden miesen Antisemiten. Solche dreckigen Arschlöcher wie du verdienen nichts anderes als die uneingeschränkte Islamisierung ihrer Gesellschaft, damit ihr endlich mal merkt wer hier seit 1400 Jahren die Weltherrschaft anstrebt und in ihrer „Zielsetzung“ auch gar keinen Hehl daraus macht, dass es ihr um die vollkommene Unterwerfung der Andersgläubigen geht.

      Schade um die Freiheit und um die Rechtssicherheit dass solche Parasiten wie du hier geniessen. Wenns nach mir ginge, würde ich dich zu deinen judenhassenden Brüdern nach Arabien und/oder die Türkei schicken. Die wissen ganz genau wie man sich um solche Idioten wie euch kümmert.

      Echt schade um die Renaissance und schade um die Aufklärung. Die damaligen Denker haben damals ihr Leben aufs Spiel gesetzt und waren genau gegenüber solche Typen wie du polemisch und beleidigend, weil man solche Leute wie euch blossstellen muss.

    • jahangir schreibt:

      Zum ersten Punkt: der Satz ist unnötig verdreht.

      Zum zweiten Punkt: was auch immer Juden angerichtet haben mögen (es gibt ja durchaus Verbrechen, die von Individuen oder Gruppen jüdischer Religionszugehörigkeit begangen wurden) ist unerheblich für den Sachverhalt, da das Judentum niemals dazu gedacht war, die Weltherrschaft zu erlangen.
      Das Judentum war und ist auf die jüdische „Nation“ (heute teilweise durch Israel abgedeckt, leider ohne Judäa und Samaria – die sind heute in der Hand der friedlichen Friedenstifter der Fatah, die im Auftrag der Friedensreligion den Friedhofsfrieden bringen) und die Exilanten in aller Welt beschränkt. Es gibt meines Wissens kein Konzept in der jüdischen Religion, das in irgendeiner Art die Bekehrung von Nichtjuden oder die Verfolgung von Nichtjuden außerhalb des historischen Israel vorsieht. Das ist der entscheidende Punkt. Der jüdischen Religion ging es niemals darum, den Hutu oder den Sachsen irgendetwas aufzuzwingen, oder sie auch noch zu Juden zu machen. Man mag vielleicht über den Fanatismus mancher antiken Hebräer den Kopf schütteln, er war jedoch ein regionales Phänomen. Diese Leute wollten einfach nur bestimmen, was in ihrem eigenen kleinen Land vor sich ging. Ein völlig legitimes Anliegen, und ihre Methoden waren dabei nicht besser und auch nicht schlimmer als die anderer lokaler Stämme irgendwo auf der Welt.
      Wenn sich dann und wann Menschen jüdischer Abstammung an Welteroberungsideologien beteiligten, geschah das in radikaler und bewusster Abgrenzung von ihrer ursprünglichen Religion. Karl Marx mit seinem Judenhass ist dafür ein gutes Beispiel.

    • jackdaw schreibt:

      Ist doch seltsam der „Ren“ Mark Kapu.
      Da fordert er doch im „respektvollem Ton“, man solle die ewige Weltverschwörung der Juden doch aufzeigen, dabei träumt er doch nur selber von der Weltherrschaft … und wenn er den drankommen würde, so würde „unser“ Dr. Seltsam doch nur zu einem fähig sein:

  14. Joel schreibt:

    Zum Nachdenken,lies dies @Kapo “ Überall grinst ihr Gesicht, nur im Schützengraben nicht!“ Als in einer antisemitischen Zeitung im Ersten Weltkrieg ein Aufruf erschien, wonach demjenigen 1000 Mark versprochen wurden, dem es gelinge, eine jüdische Mutter zu nennen, die drei Söhne auch nur drei Wochen im Schützengraben aufzuweisen hätte ‑ benannte kurz darauf der Rabbiner Dr. Freund‑Hannover 20 Mütter seiner Gemeinde, die dieser Aufforderung entsprachen, ja er konnte sogar Familien mit sieben oder acht Söhnen die für Volk u.Vaterland an der vordersten Front ihr Leben riskierten, aufweisen. Bereits in den Freiheitskriegen erwarben sich die deutschen Juden in Preußen, von denen 600 als Kriegsfreiwillige hinauszogen, als Kämpfer einen Orden Pour le Mérite (Marschall Blüchers Kriegskommissarius Simon Kremser 1775/1851, der Erfinder des Kremser‑Ausflugswagens) und 72 Eiserne Kreuze sowie 23 Offizierspatente wegen Tapferkeit. 1866 standen 1000 jüdische Kämpfer auf preußischer Seite, 1870/71 waren es deren 6000 in Deutschland, von denen 448 fielen und 327 das Eiserne Kreuz erhielten. 1914/18 waren insgesamt 100 000 Juden als deutsche Soldaten eingezogen, von denen 80 000 an der Front standen, d. s. 12% bei einem Volksdurchschnitt von 13 %. 12 000 Juden fielen auf dem Schlachtfeld , d. s. 2 % gegen 3,5 % im Volksdurchschnitt, 35 000 wurden dekoriert (davon 1000 mit dem E. K. 1. Kl., 17 000 mit dem E. K. 2. Kl.), 23 000 befördert, davon 2000 zum Offizier. 10 000 Juden rückten als Kriegsfreiwillige ein, von den 1100 Mitgliedern des jüdischen Studenten‑Kartell‑Convents z. B. 991! Von den 164 jüdischen Fliegern des deutschen Heeres sind 30 gefallen. Der jüngste Kriegsfreiwillige des Ersten Weltkrieges war der Jude Joseph Zippes, der beide Beine verlor; einer der ersten Gefallenen war der Kriegsfreiwillige, Reichstagsabgeordneter der SPD, Dr. Ludwig Frank, Rechtsanwalt und Redakteur in der Arbeiterbewegung (1874/1914); er schrieb damals: “ … Aber jetzt ist für mich der einzig mögliche Platz in der Linie, in Reih und Glied, und ich gehe wie alle anderen freudig und siegessicher.“ Zu den ersten deutschen Kampffliegern gehörte der 1917 gefallene Träger des Ordens Pour le Mérite Hauptmann Wilhelm Frankl.

    Fickt euch ihr Antisemiten ,egal ob ihr jetzt im Gewand der Antizionisten, oder als RotGrüne Islamapologeten daherkommt,ihr seid was ihr immer wart,verschissene Menschenverderber

    • Zahal schreibt:

      Ist ja eigentlich schon alles gesagt worden, dafür meinen Dank. 🙂

      Vermisse ich nur bei aller Beachtung und Darstellung der verschiedensten Greueltaten an Andergläubigen durch das Christentum oder den Islam eine Darstellung der Taten des Judentums. Bei aller berechtigten Kritik an Kreuzzügen und Dschihad, an deren offensichtlich verwerflichen Zielsetzungen der Unterwerfung Andersgläubiger und das Wegsehen im Bezug auf die eigene Geschichte, blendet der Artikel die Zielsetzungen des Judentums sowie Ihre vorgehensweise zur Erreichung dieses Zieles vollständig aus. Das Judentum hat hier lediglich den Platz des Opfers und im Höchstfall des Verteidigers des eigenen Rechts.

      upps, was wollte der denn hören, die Zielsetzung des Judentum in der Weltherrschaft ? Können wir leider nicht mit dienen, die Zielsetzung des Judentums besteht eigentlich in einem Satz:

      Was dir zuwider ist, das tu auch deinem Nächsten nicht an – dieses ist die ganze Tora, und alles übrige ist nur Auslegung. So mach dich auf und forsche!
      b. Schabbat 31a

      Das Judentum missioniert nicht, im Gegensatz zum Christentum und dem Islam und genau dort liegt der Unterschied, in der Tat, aufgrund ihres Glauben haben die Juden seit 2000 Jahren mehr gelitten, komischweise aber nicht in China oder Indien, das sollte wohl zu denken geben oder?

      Antisemten aber interessiert das nicht, die gönnen den Juden noch nicht einmal ihr kleines Stückchen Land.

  15. jackdaw schreibt:

    Vielleicht (Hoffentlich) ändert sich was, sogar bei meinen „Freunden“ den Katholiken.
    Vom Katholischen Kongress:
    Video 1, 2 und 3 Bat Ye’or – die einen eigenen Artikel verdient hätte.
    Video 4 Dr. Ekkehart Rotter
    tangsir, kannst aber auch die Videos in eigenen Artikeln verwenden, dieser hier passt zwar, aber in einem Kommentar kann man das später auch schlecht finden, … sei wie es sei!



    Dr. Ekkehart Rotter:

  16. Templarii schreibt:

    Dankefür den Text! Schön das es noch echte Perser gibt, ich dachte das alles schon weg ist. :-/

    Templarii

  17. calvin كافر schreibt:

    Dank Ayman Mazyek wissen wir nun auch alle, dass dieser tolerante Islam zu Deutschland gehört. Natürlich kann er das nicht wirklich untermauern und fantasiert ebenso wirres Zeig wie seinerzeit Mohamed daher. Aber wen stört es? Ich bin mir sicher, dass die meisten Welt-Leser seinen Ausführungen glauben werden.

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article12734921/Warum-der-Islam-zu-Deutschland-gehoert.html

    p.s.
    Warum gibt man diesem aufgeblasenen Hetzer und Lügner überhaupt die Möglichkeit sich öffentlich zu äussern? Hat Springer sich bezahlen, oder gar bedrohen lassen?
    Liegt es womöglich an der erzwungenen, positiven Berichterstattung über den Islam in deutschen Medien? Läuft alles wie geschmiert für den Islam in Deutschland!

  18. ryszard kotonski schreibt:

    Aufstand der Mutanten

    „Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet,
    dann vor allem das Recht,
    anderen Leuten das zu sagen,
    was sie nicht hören wollen.“
    George Orwell

    Im Jahr 1532, während der dritten Eroberungsreise von Francisco Pizarro nach Südamerika, trafen die spanischen Konquistadoren unweit von Cajamarca im heutigen Peru auf ca. 30.000 Krieger des Inkakönigs Atahualpa. Die Folgen dieser Begegnung sind allgemein bekannt ebenso wie der Vorfall, der eines der größten Massaker unter den Inkas ausgelöst hatte: Der Dominikaner Vicente de Valverde trat vor und gab König Atahualpa die Bibel in die Hände als „Gottes wahres Wort“ – haben die Spanier doch nicht nur wegen des Goldes, des Garten Edens oder des Jungenbrunnens den Atlantik überquert, sondern auch um die christliche Botschaft in den Urwald zu bringen. Da Atahualpa nicht lesen konnte und auch das Buch nicht mit ihm sprach, schmiss er es auf den Boden in den Dreck. Dieser Affront entsetzte und beleidigte die Spanier, und sie richteten mit christlicher Eifrigkeit ein Gemetzel unter den Inkas an. Die Spanier waren nicht besonders klug (wie die meisten Menschen des Mittelalters), aber dennoch raffiniert genug, um den Spieß umzudrehen; denn wenn es um die Profite ging, waren sie erstaunlich rational denkende Spezies: Die Übergabe der Bibel an den ahnungslosen Atahualpa sollte ihn nicht missionieren, sondern es war eine durchkalkulierte Provokation, und sie war gelungen. Mit seiner spontanen Reaktion lieferte er Pizarros Konquistadoren den perfekten Vorwand für den Angriff.
    Es kann sein, dass sich die Geschichte niemals exakt wiederholen kann, aber die menschlichen Fehler und Verhaltensweise haben diese Tendenz. Heute, wie die Inkas vor ca. 500 Jahren, stehen wir vor ähnlichen Idiotien, die den Glauben an ihre Gebrechen als höchste Moral erzwingen wollen, die dann mit Verständnis und Respekt zu behandeln ist. Wie sollte man sich angesichts einer evidenten, religiös bedingten Pathologie verhalten, wenn der eigene Verstand nicht so einfach auszusetzen ist? Bei der Suche nach Problemlösungen stößt man auf dieselbe Frage wie bei der Beschneidungsdebatte, nämlich die nach der Zulässigkeit irrationalen Denkens und Handelns in der Politik. Die Favorisierung oder auch schon eine Zulassung irrationaler Argumentation in der politischen Debatte verwirrt, erschreckt und bringt die moderne Gesellschaft in eine Entwicklungssackgasse. Bisherige zivilisatorische Errungenschaften religiösen Kriterien zu unterstellen bedeutet sie aufzugeben, zu vergessen, zu vernichten. Wenn dieser „Bekehrungstrend“ in der Politik (der Fisch stinkt immer vom Kopf) nicht kritisch beobachtet wird, um rechtzeitig gestoppt zu werden, hat die Aufklärung verloren, bevor die Menschen ihn verstanden haben. Die Trennung von Staat und Kirche bedeutet auch, das Rationale vom Irrationalen zu trennen wie Schein von Sein und links von rechts. Es gibt nämlich eine Orientierungsnotwendigkeit für eine Gemeinschaft, die die Neutralität des Staates als Basis für Stabilität und Gerechtigkeit bewahrt und gesetzlich festlegt.
    Die äußerst suggestive Ansage „wer den Propheten beleidigt, beleidigt auch uns“ ist ein verschleierter Versuch, das Irrationale mit Rationalem auf einer gemeinsamen Ebene zu verkuppeln. Dieser Slogan, der genauso irritiert wie „das hat mit dem Islam nichts zu tun“, bringt das Irrationale in die rationale Welt wie ein Trojanisches Pferd, um die Grenzen zwischen Realität und Phantasie wegzuwischen.
    Wenn die Geschichte uns etwas sagen will, dann das, nicht den gleichen Fehler zu begehen, sich provozieren zu lassen oder falsch zu reagieren. Wenn die Inkas gewusst hätten, dass vor ihnen eine Räuberbande von übelsten Verbrechern Spaniens steht, mit einem Befehlshaber der Schweinehirte war, mit einer Witz-Botschaft über „das Leben des Brian“ hätten sie (wenn sie sich das kräftemäßig hätten leisten könnten) vor Lachen umfallen müssen. Anders als die Inkas wissen wir genau, wer mit welchen Absichten vor uns steht, und wir können es uns auch leisten, über die Absurdität dieser Situation zu lachen, solange es zum Lachen ist. Es ist doch immer noch besser und angemessener, unbelehrbare, humorlose Dummköpfe auszulachen, als sie zu verprügeln.
    Provokation hat viele Anwendungsgebiete und viele Ausdrucksformen. Sie kann eine äußerst informative und strategisch wichtige Maßnahme sein, um die Gegner abzuschätzen oder zu lokalisieren. Sie ist weder falsch noch richtig. Ihre ethischen Auswertungen hängen von der Situation und dem Provokateur ab. In Sinne ihrer Bedeutung soll sie herausfordern, motivieren, aufwecken, zum Nachdenken anstoßen oder sogar beleidigen, wenn das hilft. Denn das Recht, jemanden zu beleidigen steht vor dem Recht, nicht beleidigt zu werden. Manche Provokationen sind nicht sofort als solche erkennbar und durchschaubar und werden oft auch übersehen. Denn in der Regel untersucht man die Form statt des Inhalts. Solche Irrtümer, das Wesentliche, das Grundlegende nicht rechtzeitig zu erkennen, sind in der Politik ein nicht akzeptables Versagen. Moscheebau ohne Zustimmung der Bürger, politisches Appeasement, Erdogans arroganter Auftritt in Deutschland oder Erikas Steinbachs Forderungen an Polen sind solche stillen Provokationen, die zwar nicht explizit gesetzwidrig sind, aber negative Stimmungen in der Gesellschaft kumulieren.
    Nehmen wir die Mohamed-Karikaturen als die berühmteste „Provokation“, die man nicht lesen muss. Als Reaktion auf die islamische Expansion und menschenverächtliche „Eroberungslehre“ des Korans ist die Satire eine völlig berechtigte, gesetzliche und kulturell unumstrittene, allgemein akzeptable Kritikform in der freien, demokratischen Gesellschaft. Als pure Provokation wiederum verursacht sie gewaltige Reaktionen, die normale Vorstellungen über die Verhältnismäßigkeit in solchen Situationen sprengen. Gewaltpotential steht immer auf der Seite der Menschen, nicht der Kunst, und die Gewalt muss kontrolliert werden und nicht die Kunst. Kunst und die Kunst der Kritik ist die zivilisierteste Form der politisch-gesellschaftlichen Kritik, die die menschliche Vernunft in letzten 300 Jahren ausgearbeitet hat. Und sie existiert nicht, um den Politikern und den Massen Gefälligkeiten zu erweisen oder ihnen zu gefallen.
    Die Meinungsfreiheit hat in die Europa eine längere Tradition als man denkt. Sie knüpft an die voraufklärerische, mittelalterliche „Meinungsfreiheit“ den Hofnarren an. Es handelt sich zwar nicht um die heutigen Rechte von Jedermann, sich in der Demokratie frei äußern zu dürfen, sondern um bestimmte Privilegien der Hofnarren, Zustände und Personen zu kritisieren, zu parodieren bis dahin, sich über diese lustig zu machen. Die Kunst ist die Kritik des heutigen Narrentums, deren Hof ist der bürgerlichen Staat und die institutionalisierte Religion.
    Wenn diese Art von „intelligenter Opposition“ wie die Kunst (u. a. Satire) verboten wird, bleibt uns nur die Keule. Und die Keule ist neben dem Stein bis heute noch die beliebteste und typischste „Kritikform“ in vielen islamischen Ländern. Damit erfüllt sich der Traum aller Kulturrelativisten: Wir werden alle gleich.
    Monotheismen sind grundsätzlich nicht an Konsenssuche interessiert, weder mit den Konfessionslosen noch mit anderen Religionen. Daher macht es keinen Sinn, den religiösen Konflikten eine öffentliche Bühne zu liefern, denn sie sind objektiv unlösbar.
    Der weltbekannte Fotograf Oliviero Toscani, der bis 2000 für Benetton tätig war, ist ein beispielloser, vorbildlicher Provokateur, der mit seiner Kunst bestimmte Kreise und Kräfte gezielt provoziert. Auch Kurt Tucholsky ist mit seinen Äußerungen nicht gerade zimperlich mit dem Deutschtum und dessen Zeitgeist umgegangen. Seine Äußerung „Soldaten sind Mörder“ hat bis heute der Status einer ultimativen politischen Provokation behalten und nachfolgende Generationen zum unbeschwerten Umgang mit gesellschaftlichen Tabus inspiriert. Trotz zahlreicher Feinde wurde er nicht ermordet – er starb im Jahr 1936.
    Die zur Schau gestellte Hässlichkeit der menschlichen Natur mit ihrem unmenschlichen Verhalten wirkte immer wie ein Schlag ins Gesicht, der religiöse Bigotterie und politische Hypokrisie zu Wutanfällen provozierte. Solche Schläge sollten öfter erteilt werden, denn jede totalitäre Ideologie hat sie verdient. Der Karikaturist Kurt Westergaard sagte dazu: „Satire ohne Provokation ist bedeutungslos“. Eine positive Provokation soll immer an eine konstruktive Kritik angebunden sein, sonst ist sie nicht mehr als sinnlose Bösartigkeit und Vandalismus, wie das Bewerfen von vorbei fahrenden Zügen mit Steinen oder das Zerschlagen von Fenstern durch Kinder aus purer Lust oder Langeweile. Die Ironie des Schicksals wollte es, dass das, was Toscani den guten Ruf eines kompromisslosen Künstlers eingebracht hat, den niederländischen Filmemacher Theo Van Gogh das Leben kostete. Die Lehre daraus ist: Man muss das „Schicksal“ lernen zu beeinflussen und nicht, wie die „gutmenschlichen Vordenker“ es sich ausgedacht haben, „es“ nicht herauszufordern!
    Und überhaupt, kann ein Buch einen Analphabeten beleidigen? Muss der islamische Mob etwas von den „satanischen Versen“ lesen, um Salman Rushdie zu hassen? Interessantes dazu schrieb im Jahre 2006 Ulrich W. Sahm: „Kann man die Gefühle eines Blinden mit pornografischen Fotos verletzen oder bereiten schiefe Töne einem Tauben Ohrenschmerzen? Die Moslems sind hier wie ‚Blinde’, denn beim besten Willen konnten sie angeblich so verletzende Karikaturen nicht sehen. Keine arabische Zeitung hat sie nachgedruckt, kein arabischer TV Sender würde sie ausstrahlen und CNN vertuschte sie, als handle es sich um Pornographie. Können Gefühle allein durch Gerüchte verletzen werden?“
    Welche Gefahr der wütende Fundamentalismus, der schon wieder seinen Ego-Trieb weltweit demonstriert, für die Kultur einer modernen Gesellschaft darstellt, ist den meisten Kulturnationen offensichtlich geworden. Wie es scheint, gehört Deutschland nicht dazu. Nach über einer Dekade islamischer Erpressungsversuche jeder Art muss man feststellen, dass allein eine freundliche Ablehnung des Islams, des Korans und des Propheten den Ausbruch des heiligen Zorns nicht verhindern kann. Denn das fundamentalistische Gehirn ist, was die Verletzlichkeit seiner religiösen Gefühle angeht, sehr erfinderisch geworden und übermäßig sensibilisiert. Es ist schwer, jemanden nicht zu beleidigen, der seine Würde wie eine Reliquie demonstrativ vor sich her trägt und auf alles, was er von sich gibt, stolz ist. Mit Widerstand konfrontierte religiöse Überheblichkeit reagiert immer auf die gleiche Weise, heute genau so wie vor 500 Jahren: mit Hass, Wut und Gewalt. Militante Moslems brauchen zu Gewaltexzessen viel weniger Gründe als man denkt. Das zeigt die Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamiyan. Die islamischen Fundamentalisten brauchen keine verbalen oder schriftlichen Beleidigungen, um Amok zulaufen. Die Buddha-Statuen von Bamiyan waren aus Stein, der weder sprach, schrieb oder Filme produziert hat und dennoch die Frechheit hatte, über 2000Jahren dort zu stehen und zu provozieren. Hätten die wunderbaren, monumentalen Kunstwerke überdauern können, wenn die Taliban keine Analphabeten gewesen wären und gewusst hätten, dass Siddhartha Gautama Buddha kein Gott war? Jetzt beleidigen auch die ägyptischen Pyramiden den religiösen Geschmack der Geschmacklosen, und man sollte ernsthaft überlegen ob Nofretete trotz ihrer unbestrittenen ägyptischen Herkunft in ihre Heimat zurückgegeben werden soll. Das traurige Ereignis des Jahres 2001 in Bamiyan sollte denjenigen die Augen öffnen, die immer noch glauben, mit vorsichtigem Umgang und Sozialpädagogik Steinzeitmenschen domestizieren zu können. Wenn man weiter toleriert, dass islamisches „Gedankengut“ in der westlichen Moderne eine Daseinsberechtigung erlangt, dann werden bald auch Miniröcke, Erotik- und Musikshops, Metzgereien und Kunstausstellungen als rassistische Angriffe auf Religionsfreiheit und auf religiöse Gefühle der moslemischen Minderheit vom politischen Appeasement verfolgt.
    Die enorme Sensibilität und Wachsamkeit des islamischen Fundamentalismus, insbesondere seiner äußerst vulgären, primitiven Form des Salafismus, hinsichtlich seiner ausgeprägten Identität, ist fast unübertroffen. Sie führt dazu, dass die europäischen Sprachen, die Gesetze, Kunst und Kultur überhaupt durch religiöse Befindlichkeiten zu einem gefährlichen Minenfeld geworden sind. Und das ist ein „Besatzung“-Zustand, den man nicht akzeptieren darf. Sogar die Pressefreiheit sollte eingeschränkt werden, weil sie zum Provozieren und Verletzen ausgenutzt wurde! Diese grandiose Idee, eine Ausnahme zu finden, um die Meinungsfreiheit zu relativieren, ist noch heute in der Türkei ein Gesetz, nämlich im türkischen Strafgesetzbuch Art. 301, der die Beleidigung des Türkentums unter Strafe stellt.
    Der unerschütterte Verfechter der Meinungsfreiheit (wie er sich selber wahrnimmt), Außenminister Guido Westerwelle, der mit Geist und Leib seine politisch korrekte Position zum unlösbaren religiösen und kulturellen Konflikten bedenkenlos hielt, fordert mehr Respekt für andere Religionen, weil der Respekt und die Toleranz ein Wesensmerkmal (vorauf wir stolz sein können und sollen) unserer (europäischen, deutschen?) Gesellschaft seien. Frei übersetzt heißt das, ich verteidige die Meinungsfreiheit, solange das meine Meinung ist. Entweder weiß er nicht, was er da sagt, oder er ist einer der raffiniertesten Lügner namens seiner Appeasement Politik. Als Jurist aber ist Westerwelle keine geschichtliche Autorität und kein Mann des Vertrauens. Das Verblüffende dabei aber ist: Wenn das Europa des 18. Jahrhunderts die Religion respektiert hätte, dann gäbe es heute Westerwelle mit seinen sexuellen Präferenzen nicht. Europa ist gerade deshalb der einzige kulturelle Träger der westlichen Zivilisation, weil es der Religion gegenüber intolerant war. Dank Intoleranz, Skeptizismus und dem Streben nach Wahrheit haben wir uns vom Diktat der Religion befreit, und es gibt keinen rationalen Grund, dieses Verhältnis zu ändern. Es lebe die Intoleranz!
    Täuschung und Lüge (Taqiyya), die Verdrehung des Wortes, des Sinns, der Situation und der Wahrheit ist die durch den Koran empfohlene Strategie des politischen Islam, die Offenbarung des einzigen Gottes unter den ahnungslosen Giauren als Befreiungsbewegung zu verbreiten. Es gibt nämlich keinen unpolitischen Islam. Er bleibt politisch auch dann, wenn viele Moslems ihren Glauben nicht politisieren wollen. Mit Hilfe dieser Strategie ist es den in Deutschland eingesetzten islamischen Verbänden und einzelnen Agitatoren gelungen,
    erstens Islamkritik als rassistische Provokation darzustellen d. h. Abwehrreaktionen der säkularen demokratischen Gesellschaft als Provokation zu bezeichnen,
    zweitens das Wort „Islam“ mit „Frieden“ und „Barmherzlichkeit“ zu übersetzen und
    letztlich ihn (nach Bedarf) unsichtbar zu machen.
    Wie ein Phantom hört der Islam auf, in dem Moment zu existieren, wenn er angeklagt und kritisiert wird und erscheint plötzlich wieder auf der Bühne, wenn durch Beleidigung der Prophet verletzt wurde. Wegen islamfeindlicher, rassistischer Kritik und beleidigender Karikaturen empören sich die „islamische Welt“, die „islamische Kommunity“, „die Moslems“. Mit andern Worten: Der Islam existiert nur als Opfer und nicht als Täter. Es spielt keine Rolle ob die Macher des Videos „Innocence of Muslims“ geschmacklos sind. Sie teilen ihren Geschmack mit den Moslems, die auf ihre Geschmacklosigkeit reagieren. Das Niveau des Filmes entspricht sowohl dem Niveau der Empfänger als auch dem der Absender, und daher haben Beide es verdient, mit ihren Aversionen und Befindlichkeiten ausschließlich im Vormittagsprogramm von RTL II präsentiert zu werden.
    Warum greift man ständig den Islam an, wenn nur Taliban und einige religiösen Mutationen wie Salafisten zu Gewaltexzessen neigen? Weil die Menschen zu der Erkenntnis gekommen sind, dass ein System nur so gut ist wie sein schwächstes Glied. Im Kalten Krieg hat man den Kommunismus nicht wegen der Tatsache gelobt, dass man in der Sowjetunion Frauen ins Weltall schickte oder kostenlose Bildung und medizinische Versorgung bot, während gleichzeitig in der BRD Frauenfußball verboten war. Stattdessen verurteilte man ausschließlich Stalins verbrecherische Tyrannei (völlig zu Recht). Dementsprechend ist es wichtiger, den unsichtbaren, temporären Islam als repressive, archaische, menschenfeindliche Theokratie zu kritisieren, als seine Kalligrafie oder Architektur zu bewundern.
    Der Islam in der Moderne ist wie ein Koma Patient, der zwar körperlich anwesend, aber leider nicht ansprechbar ist. Migrationsprobleme stammen nicht aus den kulturellen Differenzen von Orient und Okzident, sondern aus der Konfrontation einer säkularen, modernen mit einer religiös fixierten Agrar-Gesellschaft.
    Eine ausführliche Analyse und Diagnose des religiösen Fundamentalismus und seiner faschistischen Tendenzen unternimmt der Sozial- und Islamwissenschaftler Hartmut Krauss in seinem Buch „Faschismus und Fundamentalismus“. Er schreibt unter anderem: „Die Identität des offenbarungsgläubigen Religiösen gründet sich demnach auf eine manichäische Weltsicht, die den Gegensatz zwischen der Gemeinschaft der Offenbarungsgläubigen (die Welt des Guten und der Reinen) und der Gemeinschaft der Nicht- und Andersgläubigen (die des Bösen und Unreinen) akzentuiert.“ (2003, S. 168)
    Diese rein strategische Rhetorik hat eine große Nützlichkeit für religiöse Agitation. Da die „Guten und Reinen“ von den „Bösen und Unreinen“ ständig bedroht sind, hat sich ein innerer Kreis der „besonders Guten“, Ausgewählten und Rechtschaffenen herausgebildet, mit einer Lizenz zum Töten. Diese extreme Polarisierung, die sich ausschließlich auf die Zugehörigkeit der Menschen bezieht, ist genauso trivial wie wertlos und trotzdem spricht sie die breiten Massen an. Alle Totalitarismen knüpfen in ihrer populistischen Propaganda an einfachen Erklärungen an. Machen wir uns nichts vor: die Menschen zu spalten und zu stigmatisieren ist keine Erfindung der Islamisten. Während des Kalten Krieges waren entweder die Kommunisten oder die Kapitalisten die Bösen, je nach dem, von welcher Seite man es betrachtete. Wir waren monatelang über das unverschämte Ultimatum „wer nicht mit uns ist, ist gegen uns“ von G. W. Busch empört, während wir uns auf dieselbe Weise gegenseitig durch diese Art von Erpressung mobilisieren. Wer nicht für Europa ist, ist dagegen; wer kein Xenophiler ist, muss ein Xenophober sein; oder wer seine nationale Identität nicht aufgeben will, sympathisiert mit Nazis etc. Durch den permanenten Druck der politischen Korrektheit müssen wir uns ständig von Menschen und Handlungen distanzieren, die nicht eindeutig sind.
    Es gibt noch eine weitere mögliche Erklärung, warum sich der Islam so extrem reaktionär von allem, was ihm fremd ist, distanziert und es zum Todfeind erklärt. Seit das christliche Abendland seine kulturelle, wirtschaftliche, politische und militärische Überlegenheit bewiesen hat, wurde der Islam zu einen „zweiten Monotheismus“ degradiert, und bis heute hat er das nicht vergessen. Das Christentum ist die Religion der Weißen und der Kapitalisten. Der Islam dagegen wurde zur Widerstandsbewegung gegen die christlich-kapitalistische Dominanz des weißen Mannes und eine Zuflucht für die Benachteiligten, Vergessenen, für die Verlierer. Seit den Rassenkonflikten der 60er Jahre in den USA, als die Afroamerikaner (u. a. Elijah Muhammad, Malcolm X, Muhammad Ali, etc.) nach ihrer eigenen Identität suchend massenhaft zum Islam übertraten (Nation of Islam), stehen nicht mehr die Rassenprobleme im Vordergrund, sondern die ökonomischen und kulturellen Differenzen mit der westlichen Moderne. Denn wir führen nicht nur einen „asymmetrischen Krieg“ mit dem Islamismus führen, sondern vertreten auch „asymmetrische Kulturen“.
    Der Fundamentalismus ist eine doktrinäre, intellektuelle Impotenz mit der Unfähigkeit zur Selbstentwicklung, zur Selbstreflexion und zur Entdeckung. Der Zorn der Fundamentalisten konzentriert sich auf die Wirklichkeitskomplexität der weltlichen Pluralität – sie sind damit überfordert. Da die innere Dynamik der rationalen, modernen Welt so feindlich und unverständlich für die religiösen Fundamentalisten ist, rekompensiert sie ihre Defizite durch Eroberung des irrationalen Raumes, indem sie ihre Omnipräsenz demonstriert. Sie erhebt damit einen Besitzanspruch auf eine transpolitische und transreligiöse Kommunikationsebene des abstrakten Denkens und der Sprache der Kunst. So entsteht das schon erwähnte, mit Tabus gespickte sprachliche „Minenfeld“, das die eigenen Gedanken dazu zwingt, vorsichtig zu formulieren und die Worte genau abzuwägen, was unausweichlich und auf direkte Weie zur Selbstzensur führt.
    Folgendes Zitat aus dem Buch „Die Stadt in der Wüste“ von Antoine de Saint-Exupéry, der großartige Schriftsteller und Humanist des 20. Jahrhunderts, widme ich allen politischen (Nazis) und vor allem religiösen Glaubens-Mutanten wie den Salafisten und Talibans sowie denjenigen, die unverschleierte Frauen als Huren beschimpfen, mich „Schweine Fresser“ nennen und meine Mutter ficken wollen. „Und wenn du zulässt, dass die Schaben sich vermehren, so entstehen die Rechte der Schaben. Sie legen ja klar zu Tage. Es werden auch Sänger aufkommen, um sie zu preisen. Und sie werden dir vorsingen, wie ergreifend das Schicksal der Schaben ist, denen Vertilgung droht. Soll man gerecht sein zum Erzengel oder gerecht zum Menschen? Gerecht zur Wunde oder zum gesunden Fleische? Warum sollte ich mir einen anhören, der zu mir kommt, um im Namen seiner Pestilenz zu sprechen?“
    Zweifellos geht dieses Zitat hart an die Substanz und wird manchen nicht gefallen. Diese sollen aber wissen, dass westliche Literatur in ihren Beobachtungen schmerzhaft penetrant und kompromisslos kritisch war und ist. Ich nehme sie gerne zum Komplizen. Ob ich damit Respektlosigkeit zeige? Gewiss. Als Nicht-Politiker bin ich zur Diplomatie nicht verpflichtet, und mein Verständnis von Respekt weicht von der Mainstream-Definition grundlegend ab. Dieses Wort war noch vor 20 Jahren in Deutschland kaum in Gebrauch, bis es plötzlich in den moslemischen Gettos für die Sprachkultur wiederbelebt wurde. Von Haus aus bin ich erzogen, den Menschen mit Höflichkeit zu begegnen und sie rücksichtsvoll zu behandeln. Und das reicht völlig aus, um untereinander konfliktlos zu verkehren. Respekt wiederum sollte man wie Bonuspunkte den Menschen erweisen, die es verdient haben. Respekt muss man sich nämlich verdienen. Religiöser Fanatismus, Förmlichkeit, Nationalität genauso wie Farbblindheit und Tinnitus sind keine Leistungen, die Respekt verlangen dürfen. Ein „Pauschal-Respekt“ für Menschen, deren Biographie man nicht kennt, ist immer ein Risiko. Aus ähnlichen, wenn auch nicht den gleichen Gründen ist man nicht mit jedem automatisch per „Du“. Mit einem flächendeckenden, bedingungslosen Respekt tut man auch den Idioten einen Gefallen, die diese Art von großzügiger Höflichkeit und Toleranz, niemals erwidern werden können. Aus dem Grund werde ich die Unversehrtheit der europäischen Kultur verteidigen (weil das alles ist, was ich als Atheist, Humanist und Europäer habe) und keine unnatürlichen, also politisch konformen Veränderungen tolerieren. Denn genauso wie Gilbert Keith Chesterton finde ich: „Toleranz ist die Tugend des Mannes, der keine Überzeugungen hat.“ Und ich habe welche.
    ryszard kotonski

  19. Tangsir schreibt:

    Hallo Beta,

    Die Torkei kolaboriert nicht erst seit Nowruz mit dem Islamischen Statt. Hierzu sind auch schon einige Beiträge auf dem Blog verfasst worden. Über sie Suchfunktion findest du zu allen relevanten Themen Beiträge auf dem Blog, die obgleich sie älteren Datums sind, nicht an Aktualität verloren haben.

    Die Sprache hier ist selbstverständlich hart, aber auch Charlie Hebdo wurde immer wieder wegen Fäkalsprache oder vulgäre Ausdrücke kritisiert. Es ändert jedoch nichts daran, dass gerade diese Sprache von europäischen und iranischen Aufklärern benutzt wurde, um Verbrechen nicht nur zu kritisieren, sondern zu verurteilen.

    Im übrigen ist es iranische Tradition auf das islamische Adab zu verzichten und so zu reden und zu schreiben wie die Schuʿubiya: https://tangsir2569.wordpress.com/2013/05/26/inception/

    Letztendlich sollte man aber auch diese Art von Sprache im Kontext verstehen. Die Wut und der Abscheu sind authentisch, dennoch kann so eine Sprache nur in einem künstlerischen/publizistischen Kontext verstanden und verwendet werden. Es heisst nicht, dass diese Sprache grundsätzlich im Umgang mit anderen Menschen angebracht oder zielführend ist. Deshalb ist die „harte Sprache“ hier nie Selbstzweck, denn ohne Argumente bleibt es nur pöbeln.

  20. Pirouz Kas schreibt:

    „Intellektuelle [der Muslim-Bruderschaft] agieren in Europa und in den Vereinigten Staaten; sie gelten als „moderat” und werden von den Medien entsprechend bedient.“

    Da gibt es ein passendes, unheimliches Beispiel:
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/muslimischer-geistlicher-im-zwielicht-vorzeige-imam-mit-seltsamen-verbindungen-a-696630.html

  21. Pirouz Kas schreibt:

    „Kommen wir an dieser Stelle noch zum ersten großen Holocaust in der Weltgeschichte, der fand im Iran statt: Seit dem 10 Jhd. begannen Türken und Mongolen Iran zu invadieren. Bis zum 15. Jhd. hatten sie schätzungsweise 10 Mio. Iraner ermordet, mehr als 50 % der damaligen Bevölkerung.“

    Laut wikipedia sind allein durch die Mongolen ~90% der damaligen Perser gestorben.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Destruction_under_the_Mongol_Empire
    „The total population of Persia may have dropped from 2,500,000 to 250,000 as a result of mass extermination and famine. „

    • rokh schreibt:

      Die Deutschen haben das ganze dementsprechend mit einem Lied gewürdigt.

      • Pirouz Kas schreibt:

        Ich weiß. Da ist unser schlechter Geschichtsunterricht schuld.
        Das gleiche gilt natürlich für Iran beim Thema Holocaust.

        Ich sehe Genghis Khan als größten Massenmörder der Geschichte.
        http://necrometrics.com/pre1700a.htm
        Man muss noch bedenken, er lebte 700 Jahre vor Hitler, hatte er keine Bomben, und die Weltbevölkerung war mindestens 10mal niedriger. Und trotzdem kommt er sehr nah an Hitler ran. Genghis Khan hat oft ganze Städte ausgelöscht.

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