Iranian Heroes, The Baxtiaris

Seit heute ist abermals das Internet in Iran abgeschaltet/gedrosselt worden. Die Gedenkzermonien zum vierzigsten Todestag vieler Iranischer Demonstranten finden im Moment statt, in massive Begleitung von Pasdar, Basiji, Polizei und Geheimdienst-Leuten, die jeglichen Protest oder Trauer auf der Stelle unterbinden wollen. In Tehran und Tabriz sind überall Allahisten auf den Strassen unterwegs, um Iranische Zivilisten zu terrorisieren. Auf dem oberen Video sehen wir die Großmutter des getöteten Pouya Bakhtiari wie sie darüber klagt, dass dessen Vater (Langjähriger Veteran des Irak-Iran-Kriegs), Mutter, Onkel und andere Familienmitglieder verhaftet wurden, inklusive eines elfjährigen Cousin, dessen Verbleib ungeklärt ist. Pouya Bakhtiari interessierte sich für Poesie und Literatur und war vor zwei Jahren vegan geworden. Pouya wurde nur 27 Jahre alt, als ein fetter, bärtiger Allahist des Mullah-Regimes ihm eine Kugel in den Kopf schoss. Auf Videos, die auf seinem Handy gefunden wurden, ruft Pouya dazu auf die islamische Diktatur abzuschütteln. Die Bakhtiaris waren schon immer für ihren Mut in der Iranischen Geschichte bekannt und die Familie Bakhtiari gehört zu den wenigen, die den Tod ihres Sohnes nicht hinnehmen wollte und sich international Gehör verschaffte. Inzwischen haben sie wohl auch noch die herzkranke Oma, die auf dem oberen Video um Hilfe bettelt abgeholt. Ab morgen sind große Proteste im Land angekündigt und es bleibt abzuwarten, ob diesmal wieder ein Massenmord mit über 1500 Toten in wenigen Tagen stattfindet. Wie auf diesem Dokument zu lesen, sollen Basiji am frühen morgigen Tag massiv gegen Zivilisten vorgehen.

Wie im verlinkten Bericht von Reuters nachzulesen hat der Diktator Khamenei persönlich die blutige Niederschlagung der Proteste im Nov 2019 befohlen. In Rage darüber, dass sein Bild und die von Kohmeini verbrannt wurden und die Demonstranten den Sturz der islamistischen Diktatur forderten, sah er die Gefahr eines Umsturzes und befahl alles zu unternehmen um Iranische Zivilisten zu töten und einzusperren.

Charlotte Wiedemann

Charlotte Wiedemann  ist eine alte taz-Journalistin. Stellvertretend für ihre deutsche Zunft zeigt sie den Grad an Empathie und Informiertheit, den man als Dschournalist aus Schermöni für Iran und seine Menschen zeigt. am 04.12.19 schrieb sie:

Keine Führung, keine Strategie, kaum benennbare Forderungen. Den jüngsten Protesten in Iran mangelte es an allem, tragischerweise auch an jeglichem Selbstschutz. 200 Tote, vielleicht mehr. Wofür sind sie gestorben?

Inzwischen ist die Floskel „man wisse ja gar nicht was die Iraner eigentlichen wollen“ zur festen Größe bei jeder Berichterstattung über Iran geworden. Auch Charlotte Wiedemann weiss es nicht, nach vierzig Jahren immer noch nicht. Dabei sind die Forderungen klar und der Schrei nach menschliche Würde ist bei uns Iranern nicht so oft vom betriebswirtschaftlichen Kalkül des Eigeninteresses getrübt wie bei den Deutschen, was aber nicht heisst, dass wir uns wie dumme Schafe in den Tod zu stürzen, wie Madame Wiedeman es hier spöttisch beschreibt. Sie macht aber weiter:

das jüngste Ausmaß an Brandstiftungen zeugt von dieser Schwäche, die Wut findet kein Gefäß. Zweitens: Die starke und gut vernetzte iranische Diaspora ist nicht in der Lage, diesem Vakuum abzuhelfen.

Auch zum Zeitpunkt des Bericht bon Wiedemann war klar, dass die meisten Zerstörungen und Brandstitftungen vom Regime selbst inszeniert worden war, aber Hauptsache noch ein Seitenhieb auf „Diaspora“. Einseitig ist aber Wiedmann nicht:

Gewiss, die Teheraner Herrschaft ist effizienter abgesichert. Aber liegt das allein an einzigartiger Unterdrückung? Die Islamische Republik stets als Solitär des Bösen zu sehen und jedem Vergleich zu entziehen, blockiert ein besseres Verständnis der Lage.

Das obige ist übrigens ein Beispiel der Deutschen Mehrseitigkeit, im Vergleich zur Einseitigkeit die Islamische Republik tatsächlich als Aggressor zu brandmarken. Deutsche vermeiden Einseitigkeiten wann immer es geht.

Dass manche Stimmen der Diaspora diese Art von Aufstand nun idealisieren, als handele sich um ein Vorbild an Radikalität und Systemopposition, wirkt befremdlich. Die Iraner wollen den Umsturz!, heißt es. Auf solche Fantasien aus dem sicheren Ausland passt eine persische Redensart: Dein Atem kommt von einem warmen Ort.

Echt jetzt? Manche Stimmen der Diaspora? Welche sind es denn? Iraner wollen gar kein Umsturz? Fantasien? Madame Wiedemann, sie Beispiel an Lakonie zeigen uns Iranern unverblümt was Sache ist.

 Vermehrt treten Monarchisten in Erscheinung, in Hamburg wehten ihre Fahnen. Auf Twitter meldeten sich gar iranische Nazis zu Wort. Und einige deutsche Aktivisten für Menschenrechte in Iran rücken nun an die Seite der US-Politik mit der Begründung, die EU-Kritik an Iran sei zu lasch.

Eine Fahne des alten Irans ist sicher kein Grund für Konflikte Charlotte. Du blöde Tante solltest aufhören so ein Konflikt herbeizuschreiben zu wollen und solange auf Twitter es nur ein paar Iranischen Nazi gibt, bin ich erleichtert. Aber weder „manche Stimmen der Diaspora“ oder der ominöse Iranische Nazi hat Wiedemann verlinkt oder benannt, denn ansonsten fiele auf, dass sie ein Scheiss über Iran, seine Menschen oder Diaspora weiss. Und ja, es gibt welche, die nicht im Gleichschritt des deutschen Volkskörpers die Ansicht Widemanns teilen und in dieser Sache lieber auf die USA setzen als auf die faschistische EU. Der US-Aussenminister Pompeo setzt sich persönlich für die Familie Bakhtiari ein, im Gegensatz zu europäischen und insbesondere deutsche Politiker, die lieber das Spiel des Schweigens üben, wie auch beim Völkermord ihrer türkisch-arabischen Kollegas in Kurdistan.

Derweil entzieht sich die Islamische Republik jeglichem Einfluss von Westen her immer mehr. Zwanzig Monate nach Trumps Bruch des Nuklearvertrags ist die moderate Fraktion in Teheran politisch am Ende. Präsident Rohani dürfte bei den Parlamentswahlen im Februar seine Mehrheit verlieren; eine Rechtsaußen- oder Militärregierung könnte folgen.

Wir sehen wie die deutsche Erzählung vom guten und bösen Mullah als Staffage des deutschen Dschournalismus nie fehlen darf, die Tatsache verleugnend, dass alle Kräfte des Regimes bei der Niederschlagung der Zivilisten hinter Khamenei standen.

German journalists ar disgusting christianique-Nazi scum

Es ist schon in Ordnung, wenn der deutsche Journalist, Zwecks einfacherer Arbeit immer wieder behauptet niemand wüsste was die Iraner wollten. Die Mär von den Reformern und Hardlinern innerhalb des Regimes, die man jeweils stärken, bzw. nicht über Gebühr verärgern sollte, darf ebensowenig in ein Iran-Artikel fehlen, als auch der Hinweis, dass jegliche Hilfe des Westens für Iranische Zivilisten ihrem Todesurteil gleichkommt, vor allem wenn diese aus den USA kommt.  Die faschistische Gesinnung der taz-Schreiberin wird aber dann in dieser Passage deutlich:

Heute wird eine doppelt so große und viel besser gebildete Bevölkerung anscheinend durch eine Diversität gehemmt, die eigentlich ihre Stärke sein könnte.

Echt jetzt? gehemmt? inwiefern denn du Nazi-Schlampe. Erzähl doch mal aus dem Nähkästchen und mach uns nicht immer mit diesen lakonischen Andeutungen neugierig. Wo sind die Iranischen Nazis und warum ist die alte Fahne Irans böse und wieso müssen wir Iraner dafür sorgen, dass diese Leute von Demos entfernt werden, so als wären wir irgendwelche Scheisskartoffeln, die sich jeweils Denk- und Sprechverbote erteilen. Monarchisten gehören nunmal zu den Iranern und deren Präsenz mag mir oder Madame Wiedermann persönlich nicht gefallen, aber auch sie haben das Recht zu protestieren und soviel ich weiss, ist es bis jetzt friedlich geschehen ohne Adolf Hitler hochleben zu lassen.

Dieser taz-Bericht ist nur ein Beispiel für den kolonialistischen Blick mancher Westler auf die dummen Iraner, die nichts hinkriegen und deren Volk auch noch so unhomogen ist. Ich weiss nicht von einem einzigen Vorfall in Iran oder ausserhalb wo es zu Konflikten aufgrund dessen gekommen ist, dass jemand Mazandarani, Bakhtiari, Lor, Azari oder Persisch ist. Genausowenig gibt es keinen Graben zwischen Hijab-Trägerinnen und diejenigen die Zwangsveschleierung bekämpfen. In Iran gibt es keinen Konflikt zwischen einfachen Namens- und Kulturmuslime und solche die den Glauben abgelegt haben oder einen anderen Glauben haben.

Der einzige Konflikt ist zwischen Regime-Anhängern und den Iranern, die dessen Umsturz wollen. Der sekundäre Konflikt in Deutschland wiederum fechten wir Auslandsiraner aus und die richtet sich gegen eine deutsche Journaille des Mainstreams, dass nur noch eine Travestie des aufklärerischen Handwerks des Journalismus ist. Lest mal die englische Presse und schämt euch!

Wer sich auf Deutsch neutral über Iran und den Nahen Osten informieren möchte, liest mena-watch. Ein Dank an die Autoren dieser Seite. Kritisch sollte man die islamistisch-marxistische Sekte Mudschahedine Khalqh sehen, die die jetzigen Proteste für sich instrumentalisiert, als auch das Auftreten von Reza Qajar-Pahlavi, der die jetzigen Massenmorde als Völkermord bezeichnet.

Es sollte klar herausgestellt werden, dass die Erwartungen, die an Reza Qajar-Pahlavi gerichtet sind, der des Frucht der Türkisch-Mongolen entsprang, tatsächlich eine Aufklärung über Völkermord ist und zwar der Völkermord, das über Jahrzehnte und -hunderte von fremdherrschenden türkisch-mongolischen Schahs am Iranischen Volk verübt worden ist. Ausserdem soll Reza Qajar-Pahlavi darüber Auskunft erteilen inwieweit er sich der alten Verfassung des Irans verpflichtet fühlt in der der Islam eine dominante Rolle spielt. Und als drittes wäre es schön zu erfahren wie es um sein Erbe bestellt ist, da er nur hässliche Mongo-Töchter zur Welt gebracht hat und nur Männern gestattet ist den Thron zu besteigen. Ganz schön frauenfeindlich die türkisch-mongolische Monarchie mit Persischem Anstrich was?

Reza Qajar-Pahlavi and the Mujahedin are not speaking in the name of the Iranian people

Bis diese Fragen geklärt sind, bitten wir den debilen türkischen Aristokraten Reza Pahlavi darum bitte nicht im Namen der Iraner zu sprechen. Er soll als Nachfahre der Qajar Rechenschaft ablegen und nicht das Iranische Volk damit verhöhnen,  als türkischer Thronanwärter dem fremdherschenden Tazi-Islamisten vorzuwerfen Genozid zu verüben. Und liebe deutsche Comedians und „Kabarettisten“, bitte hört auf den Mossadegh als Demokraten anzuhimmeln. Wir Iraner scheissen auch auf diesen türkischen Großgrundbesitzer und antidemokratischen Aristokraten. Sind bei den deutschen Medien wirklich nur noch ungebildete Arschlöcher unterwegs?

Iranprotest december 26 2019

Mich stimmt es froh, dass unsere kurdischen Geschwister in Kermanschah heute gegen das Mullah-Regime vorgehen, bis morgen im ganzen Land wieder alle Menschen aufbegehren. Dann dürfen deutsche Dschournalisten diesen angekündigten Protest ebenfalls durch Schweigen quittieren, um dann eine Woche später ein Bericht darüber zu schreiben und dem Iranischen Volk ins Gesicht zu spucken. Wenigstens habt ihr euch erbarmt und die Mumie Bahman Niroumand nicht aus den taz-Katakomben rausgeholt.

Dont forget the German-Turkish genocide in Kurdistan

Derweil ficken und bumsen Erdogan und Kanzlerin Merkel auf den Leichen von toten Menschen aus Syrien und zelebrieren Deutsch-Türkischen  Völkermord. Die deutschen Rüstungsexporte  in die Türkei gehen nach einer Pause von wenigen Wochen weiter und keine Woche vergeht in der nicht das touristische Wunderland Türkei in deutschen Medien gelobt wird. Und Auf tagesspiegel  oder FAZ las ich doch tatsächlich, dass Flucht und Vertreibungen durch die Türken in Nordsyrien kein Genozid gegen Kurden sein kann, da auch andere Minderheiten terrorisiert und vertrieben werden. Das ist das moralische und intellektuelle Niveau von deutschen Journalisten.

Today in Iran: Death to Khamenei

Das untere Video, das heute entstanden ist, zeigt Iraner, die keine Angst haben. Die Befürchtungen der Mullahs und der deutschen Journaille bewahrheiten sich: Iraner lassen sich nicht einschüchtern und wünschen dem Diktator Khamenei den Tod. Eine zierliche Frauenstimme auf dem Video ruft „noch lauter“. Soviel Unvernunft wird der Charlotte Wiedemann sicher sauer aufstossen.

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2 Antworten zu Iranian Heroes, The Baxtiaris

  1. Tangsir schreibt:

    Nicht nur die englische Presse, sondern auch die französische schafft es Recherche zu betreiben und Aufklärung zu betreiben, nur die deutschen Journalisten stecken weiterhin ihren Kopf in ihren Ärschen und huldigen dem Mullah-Regime:

    https://observers.france24.com/en/20191224-iran-hidden-slaughter-video-investigation-protest?ref=tw_i

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