Sepandarmazgan | Das Iranische Liebesfest

Sepandarmazdgan

Deine Lenden, Sulamith
Sind zwei rosa seidene Kissen
Drauf ich träume nächtelang

Deine Lippen, Sulamith
Sind ein roter Quell des Himmels
Dran ich trinke nächtelang

Deine Brüste sind zwei Hügel
Hügel aus dem Garten Eden
Drin ich wandle nächtelang

Deine Augen, Sulamith
Sind zwei wundervolle Rätsel
Dran ich rate nächtelang

Deine Haare, Sulamith,
Sind die Nacht der großen Liebe
Drin ich gerne sterben will

Hafeze Shirazi (1325-1390), Nachdichtung: Hans Bethge 1910

SepandarmazdganSepandarmazgan ist ein zoroastrischer Fest zu Ehren von Amesha Spenta (Spenta Armaiti), wurde früher am fünften Tag des Monats Sepandarmad gefeiert und ist eine der zahlreichen zoroastrischen Namensfeste bei der der Name des Tages und des Monats übereinstimmen. Sepandarmazgan in der Moderne, findet am 29. Bahman, wenige Tage nach dem Valentinstag statt und ist ein Fest zu Ehren der Mutter Erde, der Liebe und Freundschaft und nicht zuletzt zu Ehren der Frauen und Mütter. An diesem Tag ruhen die Frauen und Männer machen ihnen schöne Geschenke und feiern die besondere Stellung der Frau als Gefährtin und Lebensspenderin. Reyhan Biruni berichtet davon wie dieses Fest in Ispahan, Ray und anderen Städten Iranzamins gefeiert und dabei Trauben und Apfelgranaten gespeist wurden. Biruni beschreibt, dass die gute und wohltätige Frau, die ihren Mann liebt an diesem Tag geehrt wird und, dass dieses Fest alt und bereits weit vor dem 10. Jahrhundert gefeiert wurde. Der Persische Historiker Gardezi aus Xorasan schreibt, dass Frauen dieses Fest auch Mard-giran nannten, also ein Tag um einen Mann zu finden.

Amesha Spenta, die großen sechs heiligen Funken Ahura Mazdas

Frau im preislamischen IranAmesha Spenta ist eine Klasse von sechs göttlichen Entitäten, die Ahura Mazda personifizieren und für die Erschaffung der Welt verantwortlich sind: Die Amschaspand (Avestisch: Ameša Spenta) sind in der Religion Zarathustras die sechs unsterblichen Weisen, der sieben höchsten Geister im Reich des Lichts, welche Ahura Mazda im Kampf gegen Ahriman zur Seite stehen. Sie sind nach dem Verständnis mancher Anhänger Zarathustras reine Allegorien und werden oft, besonders die beiden letzten, als Güter angerufen, welche Ahura Mazdā gebeten wird, den Frommen zu verleihen. Sie werden teils mit den folgenden Begriffen wiedergegeben: Tugend, Wahrhaftigkeit, Herrschaft oder Besitz, gute Gesinnung, Demut oder Weisheit, Reife, Gesundheit und Langlebigkeit oder Unsterblichkeit.

  1. Vohu manah, Bahman: Guter Gedanke
  2. Aša vahišta, Ordibehešt: Beste Wahrhaftigkeit/Rechtschaffenheit
  3. Xšathra vairya, Šahrivar: Herrschaft
  4. Spenta armaiti, Esfand: Heiliger Gedanke, Heilige Demut/Frömmigkeit
  5. Haurvatat, Ḫordad: Reife, Ganzheit
  6. Ameretat, Amordad: Unsterblichkeit

Die genannten sechs Ameša Spentas bezeichnen im heutigen iranischen Kalender sechs Monate des Jahres.

Sepandarmazdgan, Der Tag der Liebenden

SepandarmazdganDer 29. Bahmann/18.Februar ist heute das Fest der Liebe und der Tag der Liebenden im Iran. Wenn im antiken Iran der Name des Tages auf denselben Namen des Monats fiel, fanden Feierlichkeiten statt. Am fünften Tag Sepandarmazdgan im Monat Espand findet dieses iranische Fest der Liebe und Zuneigung statt. Mütter und Ehefrauen werden am Sepandarmazgan beschenkt und geehrt. Ihnen zu Ehren wird das Leben zelebriert, die sie anderen zu schenken pflegen. Nicht nur aber die lebensspendende Eigenschaft der Frauen wird an diesem Tag geehrt, sondern die Liebe selbst, wie sie uns von der Natur und Evolution geschenkt worden ist. Rein von jeglichen Restriktionen und religiösen Verboten oder Einschränkungen, wie sie später im Christentum und Islam zur Regel wurden.

SepandarmazdganDeshalb wird nicht nur Sepandarmazgan im Mullah-Iran verboten, sondern auch der Valentinstag, das wenige Tage vor Sepandarmazgan stattfindet. Das öffentliche Zeigen von Zuneigung wird ebenso bestraft, wie ebensolche Bilder in sozialen Netzwerken. Presstv als Propagandaschleuder der Mullahs im Ausland verfolgt eine andere Strategie. Sie erwähnt das Fest, als harmloses Fest für tugendhafte Mütter und Ehefrauen. Von Liebesanbahnungen von Frauen, die sich offensiv einen Mann suchen (Mard-giran), wie es zu Zeiten von Gardezi noch in Teilen Iranzamins möglich war, schreibt presstv nichts, genauso wenig davon, dass junge Iraner sowohl den Valentinstag als auch Sepandarmazgan im geheimen feiern und somit den iranischen Funken am Leben halten, trotz aller Schikanen der Ulama, Bazaris, Pasdaran, Hezbollahi und anderes Unrat, das heute in Iran haust.

SepandarmazdganDass der Valentinstag nur wenige Tage vor Sepandarmazgan stattfindet und dieser älteren Ursprungs ist, deutet daraufhin, dass auch dieses Fest der Zoroaster von den Christen übernommen und entsprechend christianisiert wurde. Nicht aber das ist von Bedeutung, sondern die Tatsache, dass der Valentinstag gänzlich unreligiös ist heute und ein inspirierendes Fest der Liebe ist, das in jeder säkularen Gesellschaft besteht und sie positiv befruchtet. Umso schöner, wenn Sepandarmazgan eines Tages in allen Teilen Iranzamin genauso offen gefeiert werden kann wie der Valentinstag im Westen. Über Landesgrenzen hinweg wird die verbindende Kraft der Liebe gefeiert werden und eines Tages wird der Valentinstag nur der Auftakt von Liebesfesten rund um die Welt sein, von denen eines vier Tage später stattfindet, Sepandarmazgan heisst und den Stolz der Iraner zum Ausdruck bringt, wieder mit Mutter Erde und den anderen Lebewesen auf dieser Erde in Liebe und Zuneigung verbunden zu sein.

Sepandarmazgan Xojaste

Bânuye Iran Bânuye Iran

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4 Antworten zu Sepandarmazgan | Das Iranische Liebesfest

  1. Tangsir schreibt:

    Das erste Gedicht in der Nachdichtung von Hans Bethge erschien bereits auf diesem Blog, in einem Artikel über Sepandarmazgan, das von einem türkischen Autoren verfasst wurde, der diese Nachdichtung als eigenes Werk reklamierte. Als Wiedergutmachung erscheint dieses Gedicht wieder, diesmal aber mit der Nennung des Autoren. Man kann von Glück sagen, dass es diese deutschen Intellektuellen gegeben hat um die Persische Kultur zu erhalten, den türkische Kopisten und Plagiatoren sind zu dieser Art geistige Arbeit und Neuerschaffung nicht fähig.

    Hiermit wären die Artikel über iranische Feste abgeschlossen. Es gibt noch einige andere zoroastische/iranische Feste, deren Bedeutung in der heutigen Zeit eher gering ist. Es bleibt abzuwarten inwieweit auch diese Feste wieder populär werden. Wichtiger jedoch erscheint der säkulare Charakter all dieser iranischen Feste, deren religiöse Wurzeln nur von historischer Bedeutung sind. Darüber hinaus dienen diese Iranischen Feste dazu sich aus dem kolonialistischen Einheitskulturbrei der Umma mit ihren islamischen „Festen“ abzuheben und die verbrecherische Kultur-Nivellierung und -Vernichtung des Islams zu durchbrechen.

  2. Gabi fuerst schreibt:

    Wunderbar erklaert. Solche traditionen duerfen nicht verboten werden.

  3. Tangsir schreibt:

    Gern geschehen Gabi. Es bleibt noch zu erwähnen, dass nicht nur die Nachdichtung von diesem Afshar-Türken plagiiert wurde, sondern der Großteil des Textes, das aus anderen Quellen kopiert, nur unwesentlich verändert wurde. Unbegreiflich, dass ein Türke damit meint sich Anerkennung zu kaufen. Elende Brut von Cengiz Kahn und Teymoure Lang eben. Hier kann man sich weiter informieren: https://tangsir2569.wordpress.com/2013/03/03/plagiate-quellenfalschung-imitation-drohungen-turkentum/

  4. Tangsir schreibt:

    Ein solcher Artikel über die Liebe kann nicht vollständig sein, ohne auf die heutigen Zustände in Iranzamin einzugehen. Im Islam und in patriarchalischen Gesellschaften geht es um die Besitznahme der Frau in der sogenannten Ehe. Selbstbestimmte Trennungen oder das Nicht-Eingehen einer Bindung in Form einer Ehe, führt zur Brandmarkung als Schlampe, die sexuelle Gewalt gegen diese Personen, alleine aufgrund ihres „Lebenswandels“ rechtfertigt.

    Zum anderen ist ein Problem im Islam die Gleichsetzung von Liebe zwischen den Geschlechtern mit Geschlechtsverkehr. Formen der einfachen nicht-sexuellen Zuneigung wie Umarmungen und Küsse sind verboten und werden lediglich als Vorspiel zum Geschlechtsverkehr gesehen. Sexuelle Lust und Befriedigung werden nur mit Penetration und Befruchtung gleichgesetzt, so, dass Muslime selbst mit ihrem muslimischen Partner keinen Spass am Sex haben, weil der Zugang zu Erotik versperrt ist.

    Der Auswahl der Partner von jungen Frauen und Mädchen durch Vater und Familie, führt zu der Situation, dass der natürliche Selektionsprozess, das vor allem durch die Frau ausgeht, ausser Kraft gesetzt wird. Eine selbstbestimmte Partnerschaft und Nachwuchs erhöht die Chance auf fitte und erfolgreiche Nachkommenschaft, wohingegen der Abverkauf der eigenen Tochter an einen fremden Mann, unter finanziellen Aspekten, selten dazu beiträgt.

    Dass arrangierte Ehen auch im Tierreich schädlich sind, haben deutsche Biologen festgestellt:

    http://www.faz.net/aktuell/wissen/natur/liebe-im-tierreich-arrangierte-ehen-schaden-zebrafinken-13816385.html

    „Die Forscher schließen daraus, dass das durch eine „Liebesheirat“ positiv beeinflusste Verhalten der Eltern für das Überleben der Jungen entscheidend ist.“

    Eigentlich bräuchte man keine Studie und keine Wissenschaftler, die einem sagen, dass Zwangsehen und die Unterdrückung der Geschlechter und ihre Sexualität für den Menschen und die Gesellschaft als Ganzes schädlich ist.

    Wenn also hier ein iranischer Liebesfest beworben wird, so ist es doch wichtig festzustellen, dass die Muslime solche Feste und Feierlichkeiten nur als Gelegenheit nutzen, ihrerseits sich ihre Beute in Form von Frauen abzugreifen. Eine Wiedergeburt der Liebe ist nicht möglich, ohne gleichzeitig die Muslime in Aufklärungskampagnen darüber aufzuklären, dass Gewalt in jeglicher Form nicht dazu geeignet ist sich eine Partnerin zu sichern. Frauen sind selbstbestimmt, auch in einer Partnerschaft und sollten sich wann sie möchten trennen können.
    Die jugendlichen unter den Muslimen müssen beigebracht bekommen, dass es keine Heldentat ist eine Frau zu penetrieren, sondern mit Geduld ihre Zuneigung zu erlangen.

    Liebe ist nicht mit Geschlechtsverkehr gleichzusetzen. Dies ist etwas was man unbedingt den muslimischen Männern beibringen muss. Diese Aufrufe und Regeln können aber nicht durchgesetzt werden, solange die Frauen im Islam sich verhüllen müssen und Besitz des Mannes sind.

    Dass in Afghanistan Kinderschändung, unter dem Namen „Bace Bazi“ bekannt, so alltäglich ist, geht auf die Bräuche der Torkmongolen zurück. Ähnliches beobachtet man auch in Iran. Die türk-mongolische Vergewaltigungskultur mit ihren Bräuchen der Brautentführung, Kinderschändung und Zoophilie müssen offen verurteilt werden.

    Wie wir sehen stellt uns die Wiedereinführung von Sepandarmazgan vor großen Problemen, die es zu lösen gilt. Umso mehr ist Aufklärung und Bildung an den Schulen wichtig, um Kinder von klein auf gegen den Islam und anderen Herrenmenschen-Ideologien zu wappnen und ihnen ihre Fähigkeit zu echter Liebe und Zuneigung zu anderen Menschen zu erhalten.

    Iranische Frauen und Mädchen in ganz Iranzamin müssen schlimmste Verbrechen über sich ergehen lassen. Nicht erst seit dem Aufkommen des Islamischen Staates, sondern seit 1400 Jahren unter der Diktatur der Torktazi. Erst wenn die Frauen in Iranzamin befreit sind, kann auch der iranische Mann wieder Selbstachtung haben.

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