Atomabkommen: Segen oder Fluch?

pofiuzDie Verhandlungen zwischen der IRI und den 5+1 Ländern wurden beendet und das Abkommen steht nun. Zuletzt ging es nur noch um die politische Bestätigung und einigen Details. Insidern zufolge haben die IAEA Inspektoren laut Vertrag Zugang zu allen heute bekannten iranischen Atomanlagen. Auch eine einmalige Inspektion der militärischen Anlage Parchin ist erlaubt. Im Gegenzug werden die Sanktionen schrittweise aufgehoben. Die Umsetzung erfolgt womöglich erst im ersten Quartal 2016. Dazu braucht Obama auch die Bestätigung des Kongresses. Schriftlich steht zwar der Vertrag, aber ob es wirklich umgesetzt wird, ist eine andere Frage.

Problematisch sind die Zugeständnisse der 5+1 Gruppe an der IRI. Das Waffenembargo beispielsweise wird zwar noch fünf Jahre aufrechterhaltenen, aber was danach geschieht und ob es überhaupt etwas nützt, sei dahingestellt. Die IRI hat diesbezüglich gute Beziehungen zu Nordkorea und die Geschichte hat gezeigt, wie geschickt sie die Sanktionen umging und die Welt regelrecht für dumm verkaufte. Vor lauter gespielter Euphorie vergessen einige, wie die IRI Atomanlagen geheim hielt. Man frage sich nur warum? Apropos Nordkorea, auch hier versuchten die Weltmächte 1994 zu einem ähnlichen Ergebnis zu kommen. Die Folgen waren fatal, denn Nordkorea wurde zur Atommacht und isolierte sich so noch mehr. Die IRI ist ausser dem im Besitzt von Atomträger-Raketen und könnte so in kürzester Zeit atomare Sprengköpfe herstellen. Nordkorea führte im Dienste der IRI unterirdische atomare Tests durch. Eines davon war die auf Uran basierende Implosions-Atombombe im Jahr 2010. Zwar hat die IRI experimentell Atomtests in der Militäranlage Parchin simuliert, jedoch ist ein realer Test unerlässlich für das Verständnis der Abläufe. Der Fremdtest in Nordkorea war diesbezüglich ein taktischer Zug, da ein Test im eigenen Land den sowieso schon durchsichtigen Schleier auch für naive Menschen heben würde.

Während den Verhandlungen wurde klar, dass Obama nur die Verschiebung des Problems im Sinn hatte. Ziel war nicht etwa die IRI daran zu hindern eine Atombombe herzustellen, sondern den Bau hinauszuzögern und die Konfrontation und einen möglichen Krieg mit Iran während seiner Amtszeit zu vermeiden.

Die Sanktionen werden schrittweise zu Gunsten der IRI aufgehoben und schon jetzt liest man, wie sich gewisse westliche Unternehmen darauf vorbereiten in Iran Fuss zu fassen oder wie andere sich auf ihr Comeback freuen. Unwissende Mitleser der Medien scheinen diese Aufhebung als eine Öffnung des Landes oder gar nationalen Erfolg zu interpretieren und hoffen vergebens auf die Verbesserung der Lage des iranischen Volkes. Seit nun mehr als 36 Jahren terrorisiert die IRI das iranische Volk, verübt Massaker wie in den 80er Jahren und foltert politische Gefangene zu Tode. Abertausende Gegner der IRI wurden systematisch ermordet. Über eine Million Iraner flüchteten.

Die Kluft zwischen arm und reich ist nicht etwa Folge der verhängten Sanktionen, sondern die von der IRI betriebenen Misswirtschaft und Kleptokratie. Die Profiteure des Systems sind die Mullahs, die Pasdaran und die mitlaufenden Nutznießer. Alle großen Unternehmen gehören entweder direkt oder indirekt der Pasdaran, so wie beispielsweise die Setad. Mitglieder der Revolutionsgarde unterliegen ausser dem keiner Steuerpflicht und auch sonst profitieren sie von ihrer Unantastbarkeit. Deren Kinder posieren auf der Facebook Seite Rich Kids of Tehran.

Ein Wirtschaftswachstum würde folglich nur die Taschen derjenigen füllen, die zum System dazugehören. Das leidende Volk, welches der Kleptokratie ausgeliefert ist, würde nur gering etwas mitbekommen. Um die Lage der Iraner zu verbessern, reicht es nicht bessere Autos oder Flugzeuge in den Iran zu exportieren. Zu meinen, dass eine bessere wirtschaftliche Beziehung die Politik der IRI ändern oder gar reformieren würde, ist genauso einfältig, wie Gabriels scheinheiliger Iran-Besuch.  Die angeblichen Reformer, wie sie von den westlichen Medien beschrieben werden und mit denen die westlichen Politiker verhandelten, sind keineswegs daran interessiert die Situation des Volkes zu ändern. Rohani, Karoubi, Khatami, Moussavi und Co. sind Handlanger des reichen und mächtigen Ali Akbar Hashemi Rafsanjani. Dieser war während der Khomeini Zeit der heimliche Regierungsschef und zweiter Mann im Staat. Nach Khomeinis Tod verhalf er Khamenei zur Macht und sitzt heute als Vorsitzender im Schlichtungsrat. Damit ist er einer der tragenden Säulen der IRI und an den Gräueltaten, Ausbeutungen und Ermordungen nicht nur mitverantwortlich, sondern einer der Hauptakteure und Drahtzieher dieser mörderischen Politik.

Unter dem derzeitigen Präsidenten Rohani haben die Hinrichtungen ein Ausmass erreicht, welches seinesgleichen sucht. Konkret wurden im Jahr 2014 etwa 800 und im ersten Halbjahr 2015 700 Iraner hingerichtet, oft wegen angeblichen Drogenschmuggels. Längst ist jedoch klar, dass diese Propaganda dazu dient heimlich politische Gefangene zu beseitigen. Wie auf Wikileaks zu lesen, sind die Pasdaran die Drahtzieher des Drogenschmuggels, womit sie Unmengen Geld verdienen. Der jährliche Gewinn wird von Experten auf vier Milliarden pro Jahr geschätzt. Damit betreibt die IRI eine gezielte Strategie, um das iranische Volk in den Abgrund zu treiben. Drogen wie Opium, Theriak, Crack und dergleichen benebeln die Menschen und lenken sie ab. Mindestens jeder fünfte in Iran ist entweder drogen- oder alkoholabhängig. Die Perspektivlosigkeit der iranischen Bevölkerung wird damit ausgenutzt.

(Einblicke in einen Winkel des Mafianetzwerks der Pasdaran)

Zwar herrschte vielerorts Freude über die Einigung, jedoch ist dem iranischen Volk auch bewusst, dass sich außer materialistischem Schnickschnack grundsätzlich nichts ändern wird.

(Reaktion in Tehran auf Pârsi)

Im Namen der unzähligen Opfer dieses Regimes verurteilen wir diesen Deal und die heuchlerische Art der westlichen Politiker. Die Gerechtigkeit hat versagt und nunmehr ist uns klar, dass der Kapitalismus weder Moral noch Mitleid kennt.

Bildquelle: lessentiel.lu

Von Simorgh

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13 Antworten zu Atomabkommen: Segen oder Fluch?

  1. Tangsir schreibt:

    Damit antisemitische Parasiten die Like-Fläche nicht dazu missbrauchen für sich Werbung zu machen, schalte ich es jedes mal ab. Dennoch gibt es einen Stalker namens Lothar Harold Schulte, der es immer wieder versucht. Nun wurde er hier als Hinterlader und Schwanzlutscher beworben und ich wette diesem ungebildeten Wichser geht daberi einen ab, denn wenn man Abschaum ist wie Lothar Harold Schulte, dann geniesst man es beschimpft zu werden. Sein Platz hingegen ist der Blog Türke und noch mehr Türke, das Online-Türkenmagazin für den 45jährigen Murat und Grauen Wolf, und natürlich den Lebensversager Lothar Harold Schulte.

    • Simorgh schreibt:

      Danke Tangsir für die Verlinkung.
      Ich glaube, dass Harold ein Spinner ist ohne Prinzipien und dergleichen.

      „Maraz dâre“ würde ich sagen.

      • Tangsir schreibt:

        Hahaha, du sagst es.Der Angriff gegen den „Kapitalismus“ ist mir zu pauschal. Das geht auch differenzierter. Ansonsten gute Analyse, und dabei die wichtigsten Punkte angesprochen.

        Das hätte noch gut reingepasst:

        Amir Taheri ‏@AmirTaheri4 28. Juli

        Rouhani’s cultural advisor, Ayatollah Ali Zu-Elm: Those who promote „Islam of mercy“ betray Islam which is religion of combat and Jihad.

        • Simorgh schreibt:

          Es war nicht wirklich eine Analyse, sondern eher ein Kommentar. Natürlich müsste ich für eine Analyse Passagen ausführen und den Text nach einem roten Faden aufbauen.

          Kapitalismus als System funktioniert. Um das geht es hier nicht. Kritisiert wird damit nur, dass die wirtschaftlichen Beziehungen im Vordergrund stehen und dabei keine Rücksicht auf das iranische Volk genommen wird. Kapitalismus ist unser Geldsystem. Es steht nicht für unsere Grundprinzipien und ist unabhängig von Freiheit, Demokratie usw. Länder wie Qatar, Emirate und dergleichen sind sehr kapitalistisch eingestellt, aber politisch gesehen kein Stück besser als der Iran nur mit dem Unterschied, dass sie wirtschaftliche Beziehungen mit dem Westen pflegen. Die freiheitlichen Prinzipien, die wir erworben haben, sind nur zum Teil das Produkt des Liberalismus. Vielmehr war es ein langjähriger Prozess.

          Wenn der Westen die IRI wirtschaftlich unterstützt, wird sie stark und gewinnt an Einfluss, wobei die zukünftige Kritik und Verhandlungen nichts mehr nützen werden.

  2. Marco schreibt:

    Ein lesenswerter Beitrag, der deutlich macht, wie verfehlt die Hoffnungen auf eine „Öffnung“ unter dem Ayatollah-Regime sind (zumal Khamenei ja klar gesagt hat, dass sich weder an der Rolle in der Region, noch an der Haltung gegenüber Israel& den USA auch nur irgendwas ändern wird). Dass die Pasdaran wesentliche Teile der Wirtschaft in der IRI kontrollieren und die Finger im Drogenschmuggel haben, war mir neu. Danke dafür!

    Ein paar Anmerkungen zu den vereinbarten Parametern:
    „Insidern zufolge haben die IAEA Inspektoren laut Vertrag Zugang zu allen heute bekannten iranischen Atomanlagen. Auch eine einmalige Inspektion der militärischen Anlage Parchin ist erlaubt.“ Das ist leider zu optimistisch formuliert. Zwar hatten die Obama-Administration und unser dämlicher Außenministerdarsteller bis zuletzt versichert, dass es umfangreiche „anywhere, anytime“-Kontrollen geben würde. Tatsächlich werden zwischen dem Zeitpunkt, an dem die IAEA bei „begründetem Verdacht“ anfragt, ob ihnen Zugang zu den Anlagen gewährt werden könnte (womit das Regime vorgewarnt ist) und dem Zeitpunkt, an dem dieser dann tatsächlich gewährt wird, aber mindestens 24 Tage liegen (bei seehr wohlwollender Auslegung)- genug Zeit also, um Spuren zu verwischen. Dazwischen liegen etliche Zwischenschritte (u.a. Abstimmung einer „Joint commission“, deren Ausgang ungewiss ist), die das Regime leicht in die Länge ziehen kann. Kontrollen, die angekündigt und genehmigt werden müssen, sind Augenwischerei und ein Beispiel dafür, wie die P5+1 Mächte ihre anfänglichen Positionen nach und nach aufgegeben haben.
    Bzgl. Parchin: hier gibt es Sondervereinbarungen zwischen der IAEA und der IRI, in die die P5+1 keinen Einblick haben- ein klarer Verstoß gegen das Mitbestimmungsrecht des Kongresses, dem laut Gesetz alle relevanten Materialien und Anhänge zur Verfügung gestellt werden müssen. Offenbar erlauben diese Vereinbarungen der IRI, in Parchin (wo gerade versucht wird, Spuren zu verwischen) eigene Stichproben zu sammeln und diese der IAEA zu übergeben- das ist so, als wäre es Lance Armstrong überlassen gewesen, seine eigenen Stichproben für die Doping-Kontrolle zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommt, dass Vertreter des Regimes die Kontrolle dieser Anlage weiterhin kategorisch ausschließen.

    „Das Waffenembargo beispielsweise wird zwar noch fünf Jahre aufrechterhaltenen, aber was danach geschieht und ob es überhaupt etwas nützt, sei dahingestellt.“ Das stimmt, nach 5 Jahren wird es definitiv aufgehoben ( ursprünglich nie so vorgesehen). Es spielt aber schon jetzt keine Rolle mehr, Russland hat sein S-300 Raketenabwehrsystem bereits an die IRI geliefert (und damit eine Zerstörung der Anlagen erschwert)- was zeigt, wie wenig Respekt in Moskau, Teheran oder Damaskus noch für Obama vorhanden ist. Hat man das Image eines Schwächlings weg, betrachten Despoten die Dauer der eigenen Amtszeit nun mal als open season. Hinzu kommt: nach 8 Jahren werden die Mullahs Zubehör für ihr (nuklearfähiges) Langstreckenraketensystem erwerben können, nach 10 Jahren wird niedrig angereichertes Uran in fast beliebiger Menge produziert werden dürfen, nach 13 Jahren werden auch die modernsten Zentrifugen (IR-8) zur Anreicherung benutzt werden dürfen (was die Ausbruchszeit lt. Experten auf wenige Wochen verkürzen wird), nach 15 Jahren darf auch hochangereichertes Uran wieder hergestellt und Plutoniumreaktoren gebaut werden. Insofern „blockiert“ das Abkommen nicht- wie von Obama behauptet- den Weg zur Bombe, sondern gibt ihm sicheres Geleit: es wird die IRI binnen 10-15 Jahren zu einer Nuklearmacht mit Langstreckenraketen machen- möglicherweise schneller, wenn sich die IRI, wie gewohnt, nicht an Vereinbarungen hält.
    In der Zwischenzeit werden die Mullahs Sanktionserleichterungen und Geldregen (150 Mrd. dafür, dass sie ihr Atomprogramm behalten dürfen..) dazu nutzen, ihren Status als Staatsponsor des Terrorismus auszubauen und Hamas, Hezbollah und co. hochzurüsten. Entweder nimmt der Westen das mutwillig in Kauf, oder wir sind völlig verblödet, wenn wir ernsthaft glauben, dass die IRI weniger Terror sponsern und in der Region zündeln wird, wenn das Regime über mehr Mittel dafür verfügen wird.

    Den Hinweis zum Kapitalismus halte ich für zutreffend, die banale Aussicht auf lukrative Verträge sind- neben dem fatalen Glauben an Appeasement und verfehlter Verhandlungsführung- mit Sicherheit ein Grund für das lausige Abkommen. Im Falle Deutschlands, das seit Jahren die Sanktionen gebremst hat und europäischer Handelspartner Nr.1 für das Regime war+ ist, ist das aber nicht alles, glaube ich. Ich fürchte fast, dass unsere alte Liebe zu autoritären Führern und zu Judenhassern dabei eine Rolle spielt. Ich kann es nicht belegen, kann mir das Händeschütteln mit Holocaustleugnern, die Verklärung der Mullahs in unseren Medien bei gleichzeitiger Darstellung von Israelis als kriegslüsterne Irre aber einfach nicht mehr nur anhand ökonomischer Interessen erklären.

    Mich würde wirklich interessieren, was Ihr (Simorgh und/oder Tangsir) für das richtige Vorgehen halten würdet. Gegner des Abkommens in den USA halten eine Kombination aus verschärften Sanktionen (die es so ab November 2011 gab, aber nur für 2 Jahre in der Form aufrechterhalten wurden) und der glaubhaften militärischen Drohung für die einzige Lösung, um die Mullahs zu einem „besseren Deal“ zu bewegen. Macht so etwas Sinn? Oder sollte man dem Abkommen trotz der Mängel folgen und der IRI dafür in der Region Kontra geben?
    (Der militärisch erzwungene Sturz des Regimes liegt wohl leider jenseits dessen, was man sich vom „Westen“ je erhoffen darf- obwohl die Chancen auf ein dann freiheitliches&demokratisches Iran m.M.n. viel größer sind als irgendwo sonst in der Region). Grüße und Lob für diese Seite!

    • Simorgh schreibt:

      Danke Marco für deinen Kommentar und Lob

      Wenn das so ist, dass die IRI vorgewarnt ist, dann hatten diese Verhandlungen noch weniger Sinn als vermutet. Ist schon erstaunlich wie einige Menschen aus Fehlern nicht lernen wollen oder die Tatsachen bewusst verdrängen. War uns Nord-Korea etwa kein Beispiel? Dort haben sie den Westen genau mit der gleichen Masche reingelegt. Sie waren vorbereitet und spontane Durchsuchungen gab es nicht.

      Neulich waren auch in Parchin Veränderungen sichtbar . Auf Satellitenbildern waren Arbeiten auf den Dächern der Anlage, wie auch Öllacken und Schutt zu sehen. Viele gehen davon aus, dass dort vor der Inspektion gründlich gereinigt und vertuscht wird.
      Das hast du ja auch erwähnt.

      Was dieser Pasdaran Soleimani in Russland wollte, ist auch nicht klar, aber zu erahnen.
      Die zurückkehrende Feindschaft zwischen Russland und der USA spielt dabei eine sehr große Rolle. Der IRI Regierung sind die Sanktionen, salopp gesagt, eh scheiss egal. Sie provozieren bewusst und wollen die Grenzen des Möglichen austesten.

      Es ist sehr schwierig eine ideale Lösung zu finden.
      Die Sanktionen wurden nur zu zu dem Zweck verhängt, um eine mögliche IRI-Atommacht zu verhindern und nicht etwa die Regierung zu stürzen. Das wäre natürlich ein vorteilhafter Nebeneffekt gewesen.
      Zwar war die IRI militärisch, wie auch wirtschaftlich sanktioniert und isoliert, aber das verhinderte sie nicht daran ihr Atomprogramm weiter zu führen. Sanktionen bringen nur dann etwas, wenn auch alle mitmachen. Unter dem Tisch arbeiteten noch etliche Unternehmen mit der IRI zusammen. Die Pasdaran kennen diesbezüglich ihr Handwerk andere auszutricksen und würden auch in der Zukunft mit dieser Taktik weiterfahren. Sanktionen bringen deshalb nur kurzzeitig etwas. Die militärische Option wäre aus momentan sehr unrealistisch, würde ich meinen. Dieser Atomdeal hat diese Möglichkeit verkompliziert. Die USA und Israel würden alleine stehen und nicht nur keine Unterstützung bekommen (ausser den arab. Staaten), sondern es würde die Gemüter aufheizen und im schlimmsten Fall vielleicht auch einen Krieg auslösen. Beta hat diesbezüglich mal von diesem Bündnis zwischen Russland, China, Iran und Co. geredet.
      Der Atomdeal lässt sich zwar aus amerikanischer Sicht rückgängig machen, wenn der Kongress ihn mit einer 2/3 Mehrheit ablehnt, aber Europa würde genau sowenig mitmachen, wie die asiatischen Länder.

      Die beste Lösung wäre natürlich diese Regierung zu stürzen oder zumindest die Pasdaran zu bekämpfen, aber von Aussen ist das immer eine sehr heikle Angelegenheit.
      Die Sanktionen waren Grundlage für die Enthüllung der maskierten IRI Regierung. Nun zieht sich der Wolf wieder nach alter Manier ein Schafspelz an und verarscht wieder die Welt und vor allem das iranische Volk.

      Ich wäre für einen militärische Option, aber im richtigen Moment. Obwohl uns Kritikern klar ist, dass sich die IRI nicht an die Regeln hält und halten wird, müssen wir abwarten bis sie das auch wirklich tut. Natürlich nicht solange bis sie die Bombe baut. Dabei müssen wir alle Hoffnung auf Mossad setzen. Obwohl ich gegen die Mojaheddin und NCRI bin, müssen wir auch deren Arbeit akzeptieren, denn sie waren es vor allem, welche das Atomprogramm aufgedeckt haben.
      Diese Option ist natürlich mit viel Risiko verbunden, da die IRI mächtiger wird denn je und die Bombe ohne unseres Wissens bauen könnte.
      Ein militärischer Schlag müsste auch so schnell wie möglich gemacht werden, sonst wäre es der IRI durch den wirtschaftlichen Aufschwung verursacht durch die Aufhebung der Sanktionen ein leichtes ihre Atomreaktoren und Militäranlagen wieder aufzubauen.

      Je mehr ich darüber nachdenke, desto verzweifelter werde ich.

    • Simorgh schreibt:

      Sogar Marcos Aussage, dass die IRI vorgewarnt wäre, stimmt nun nicht mehr.
      Ich glaube ich erschieße mich gleich.
      In Worten kann ich das nicht mehr fassen. Ich bin nur baff.
      http://www.nzz.ch/international/naher-osten-und-nordafrika/iran-darf-sich-selber-inspizieren-1.18599228#kommentare

  3. rokh schreibt:

    Ich glaube schon, dass schärfere Sanktionen etwas bringen würden. Immerhin waren sie es, die die IR erst an den Verhandlungstisch gebracht haben. So gesehen nutzen die Mullahs das jetzt aus, um sich ein Ventil gegen die wachsende Unruhe seitens der Bevölkerung zu verschaffen. Dass mit Obama ein zahmer Hund im weißen Haus sitzt, wissen die ganz genau und das kam für die doch gerade recht. Die konnten ihr Atom-Programm immer weiter ausbauen, trotz der Sanktionen, mit der Erkenntnis, dass eh kein Militärschlag erfolgen wird.
    Die Strategie ist klar: „Wir machen einfach so lange weiter, bis es geht, wir gehen bis an die Grenzen des Möglichen, drehen unser Atom-Programm voll auf, erweitern unseren geopolitischen Einfluss und falls der Westen droht ernst zu machen, machen wir einfach wieder einen auf lieb (Stichwort: Charme-Offensive).“ Dieses Spiel treiben die doch schon seit Jahren.

    Unter der Unfähigkeit Carters hat dieses Regime an die Spitze gefunden und unter Obama wird sie sich weiter festigen. Die Mullahs üben sich in Geduld aus und warten dann einfach bis der nächste US-Diplomaten-Präsident an die Macht kommt.

    Weitere Sanktionen hätte zur Folge, dass sich die Bevölkerung erhebt und einen Umsturz herbeiführt. Aber dazu müssten auch Russland und China mitspielen.

  4. Tangsir schreibt:

    Ich danke Marco und alle anderen Kommentatoren für ihre fundierte Meinung und den Informationen, die sie geliefert haben. Politik ist nicht immer das was wir in den Nachrichten sehen und hören, und letztendlich dürfen wir nicht vergessen, dass die USA mit Regimen, Diktaturen, autokratische Staaten, Nicht-Demokratien und Völkermörder-Staaten wie die Türkei eine Allianz eingehen und mit ihnen zusammenarbeiten, solange diese sich nicht offen gegen die USA stellen.

    Zum anderen kann die Ära Obama eine kalkulierte Verschnaufpause der USA sein, um danach mit größerer Wucht zuzuschlagen.

    Der einzige Punkt der Kritik an einer militärischen Lösung der USA, oder des Westens, wären die Ziele, die erreicht werden sollen. Als Oppositionsgruppe ist anscheinend nur die Mujahedin in den USA bekannt oder groß und einflussreich genug, dass die USA sie als solches anerkennt.
    Die säkularen Iraner haben leider keine Lobby, ausser Hassan Dai und seine Vereinigung „iranian-americans“, und diese Vereinigung macht zum Beispiel darauf aufmerksam, dass es auch falsche Dissidenten wie Akbar Ganji gibt. Ein Mann des Systems und ideologisch ein Islamist, leider vom Westen hofiert und mit Preisen erschlagen, dass er gar nicht weiss wofür er es ausgeben soll. Aufklärung hat er auch betrieben, aber als Figur der Opposition darf er sicher nicht gesehen werden, vor allem in Abtrachtdessen, dass er weiterhin für den Erhalt der „islamischen Republik“ ist, sich strikt gegen eine Revolution in Iran ausspricht, und auch sonst sich als Agent der IRI aufführt. Idioten wie Noam Chomsky verbrüdern sich aber mit ihm, ohne wirklich zu wissen was in Iran los ist.

    Verzweifelt zu sein ist eine Grundvoraussetzung um ernsthaft an der Befreiung Irans mitzuwirken. Dieser Blog drückt das glaube ich auch aus, aber hier wird wenigstens nicht resigniert und auch nicht kollaboriert. Verzweifelt sollten wir auch sein, weil Kurden in der Türkei, Syrien und Irak getötet werden und der Talabani nicht wirklich was dagegen sagt oder tut. Elender Erdogan-Schwanzlutscher. Wie du siehst Simorghe gerami, es brennt an vielen Stellen Iranzamins lichterloh.

    Was können wir unt und was kann getan werden? Zunächst einmal sich selbst als Agent Iranzamins sehen und genauso dafür werben und aufklären, wie Akbar Ganji, die IRI als unabänderliches Faktum. Für uns patriotische Iraner ist die IRI aber unsere historische Chance über Türkentum und Islam aufzuklären und zum Kampf aufzurufen, denn wenn nicht jetzt, wann dann?

    Ich höre immer, dass mein Grad der Islamfeindlichkeit keine reele Chance auf Umsetzung hätte in Iran. Die IRI ist aber die Manifestation der Torktazi, offen und nachvollziehbar. Der Westler kann vielleicht die Namen und Mentalitäten der Menschen in Iran nicht auseinanderhalten, wir aber schon und können vielmehr Torktazi identifizieren als sie. Die Israelis können es inzwischen auch besser als früher. Für die geht es schliesslich um ihre Existenz. Da ist es klar, dass man sich richtig mit dem Feind und Gegner beschäftigt und Realitäten anfängt zu akzeptieren.

    Die ethnischen und kulturellen Iraner sind nicht gänzlich passiv und führen ihre Gegnerschaft zu den Torktazi mit kulturellen Mitteln. Es muss aber endlich der Geist gepflegt werden, was wir denn eigentlich wollen, und wenn wir als Ziel Iranzamin und den Schutz iranischer Kultur und die von Minderheiten als Ziel ausgeben, dann nur indem wir Aufklärung betreiben und uns ernsthaft mit Umsturz und einen langwierigen Krieg mit den Torktazi beschäftigen und uns darauf vorbereiten. Erst dann kann man auch den Westen im eigenen Sinne beeinflussen, aber bis dahin ist es noch ein Weg.

    Dass es diesen Blog und die von dir und Pirouz Kas gibt, verdanken wir Geistesgrößen wie Zakraya Razi oder Ahmad Kasravi. Sie haben uns den Weg gewiesen und es gab viel mehr von ihrer Sorte. Ihnen müssen wir nacheifern und genauso gegen Konventionen und Gedankenverbote kämpfen.

    Rokh, bist du Iraner?
    Wie auch immer die Antwort lautet, du solltest unbedingt bloggen.
    Mir gefällt was du schreibst sehr, und du hast den nötigen Witz.

    • rokh schreibt:

      Ja ich bin Iraner. Habe auch schon mit dem Gedanken gespielt mir einen Blog zu zulegen, allerdings muss ich mir noch etwas mehr Hintergrundwissen über Iranische Geschichte aneignen.

  5. Soederaum schreibt:

    Eine interessante Ergaenzung zu Eurem informativen Beitrag in haolam.de mit einer Einschaetzung zu Obamas Stellung bezueglich dem Radikalen besser politischen Islam. Sicher eine der Triebfedern in dem. Deal: http://haolam.de/artikel_22007.html

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