Die Wurzeln der Korruption in Iran

Am Mittwoch, den 8. Januar 2014, erschien in der im Iran erscheinenden Zeitung „Dschomhuriye Eslami“ (Islamische Republik) ein Leitartikel unter dem Titel „Rischehaye fesade eqtesadi“ (Die Wurzeln der wirtschaftlichen Korruption). Dschomhuriye Eslami ist die Zeitung, die gewöhnlich Positionen des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i vertritt und entsprechende Quellen im Machtapparat hat. Wenn man weiß, dass Ajatollah Chamene‘i selbst zu den Schutzpatronen der Korruption gehört und auch massiv davon profitiert, ist dieser Artikel beachtlich.

Von Ali Schirasi

Halbstaatliche Institutionen, die Immunität genießen und keiner Aufsicht unterstehen

So schreibt Dschomhuriye Eslami, „halbstaatliche Institutionen, die Immunität genießen und keiner Aufsicht unterstehen“ („nehadhaye schebhe hokumati daraye masuniyat wa gheyre qabele nesarat“) seien eine der Hauptursachen für die Korruption im Iran und dafür verantwortlich, dass jetzt eine Schicht von jungen Milliardären auftauche. Mit halbstaatlichen Institutionen, die Immunität genießen und keiner Aufsicht unterstehen, meint sie niemanden geringeren als die Pasdaran (Revolutionswächter), die Bassidschis (Paramilitäre Milizen, jetzt ein Teil der Pasdaran) und die Geheimdienste. Auch diverse Stiftungen wie die Bonyade Chomeini, die direkt dem Amt des Religiösen Führers unterstehen, gehören zum erlauchten Kreis der Straflosen. Die Zeitung nennt den Täterkreis nicht mit Namen, aber im iranischen Kontext ist klar, wer damit alles gemeint ist.

Dschomhuriye Eslami schreibt weiter: „Die Gesellschaft und die öffentliche Meinung im Iran ist einmal mehr mit einem Namen konfrontiert. Mit dem Namen eines jungen Mannes dessen Vermögen sich auf Tausende Milliarden Tuman (also Milliarden von Dollars) belaufen soll und dessen Firmen eine illustre Liste abgeben.“ Gemeint ist Babak Sandschani (Zanjani), über den wir schon an anderer Stelle berichtet hatten. Bei der Niederschlagung der Proteste von 2009 organisierte er seine Leute, die die demonstrierende Bevölkerung überfielen.

…reichen bis in die Türkei

Dieser Babak Sandschani erlangte das Vertrauen des damaligen Präsidenten Ahmadineschad, des Richters und Staatsanwalts Sa‘id Mortasawi, und des Sohns von Ajatollah Chamene‘i, Modschtaba Chamene‘i. Babaks gehörte zu den Auserwählten, die nach der Verhängung der Sanktionen gegen den Iran in Ländern wie Singapur, Dubai, Qatar, Türkei u.a. ein Privatkonto eröffneten oder eröffnen ließen, um über diese Konten die Zahlungen für heimlich exportiertes Erdöl zu erhalten. Babak Sandschani organisierte auch den Kauf von über einer Tonne Gold aus einem afrikanischen Staat. Das Gold wurde über die Türkei in den Iran gebracht und sollte eigentlich dem Staat übergeben werden, aber unterwegs ist es „verschwunden“.

Die Nutznießer dieser Transaktion sind nicht nur der noch recht junge Babak Sandschani, sondern auch Ajatollah Chamene‘i und Co. Diese Informationen findet man freilich nicht in Dschomhuriye Eslami, genauso wenig wie die jüngsten Behauptungen des iranisch-aserbeidschanischen Geschäftsmanns Reza Zarrab in der Türkei, der inzwischen die türkische Staatsbürgerschaft besitzt und im Dezember 2013 in Zusammenhang mit schweren Korruptionsvorwürfen, die sich auch gegen die Familie von Ministerpräsident Erdogan richten, verhaftet worden. Reza Zarrab soll Babak Sandschani als seinen „Chef“ bezeichnet haben.

Ende 2013 wurde auch Babak Sandschani im Iran verhaftet, möglicherweise soll er als „Bauernopfer“ dienen, um der Bevölkerung vorzugaukeln, dass der Staat gegen die Korruption vorgehe. Für Ajatollah Chamene‘i ist es ein saurer Apfel, aber er wird lieber in den sauren Apfel beißen als ins Gras…

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2 Antworten zu Die Wurzeln der Korruption in Iran

  1. Kurdy schreibt:

    Hey Tangsir, hab ne sehr wichtige frage. – Ist die Ursache des Ehrenmordes der Islam? Ja oder Nein? Weil Jesiden prakzitieren es ja auch. Lg

    • Tangsir schreibt:

      Hi Kurdy,

      Der Islam hält solche Zustände aufrecht und liefert auch die Rechtfertigung dazu Frauen als eigenes Besitz zu behandeln. Die Jesiden haben leider viele islamische Bräuche übernommen, die es zu bekämpfen gilt. Insgesamt lässt sich sagen, dass der Islam eine der Hauptgründe für solche Zustände ist, wobei es sicherlich ähnliche Bräuche auch in nicht-islamische Gesellschaften gab, z.b. in Südeuropa. Wir sehen aber, dass diese diese Bräuche, z.b. bei den Italienern gänzlich verschwunden sind, wohingegen im Islam weiterhin fröhlich gemordet wird.

      Es lässt sich nicht oft genug sagen, dass der Islam an sich unser Hauptfeind ist und vernichtet gehört, aber man sollte darauf achten, dass diese Bräuche an sich geächtet werden, damit sie womöglich nicht fortbestehen. Genauso muss die Beschneidung von Jungen und Mädchen als abartiges Verhalten von Arschlöchern angeprangert werden. Die Beschneidung gab es z.b. auch schon vor dem Islam, aber der Islam lieferte die religiöse Legitimation für die Beschneidung von Jungen und Mädchen, und nur deshalb hat sich dieser Brauch verbreitet.

      Der Islam ist des Teufels und ist ein Feind Iranzamins. Wir werden nicht ruhen bis Allahisten und Torktazi endgültig aus Iranzamin vertrieben worden sind.

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