Virtueller Widerstand gegen die Torktâzi

403 forbidden (Bild: Small Media)Diktaturen hassen die freie Meinungsäußerung, sei es das gesprochene oder geschriebene Wort. Waren es früher nur Zeitungen und Bücher, die in Iran, unter der Schah-Diktatur und die der Mullahs auf den Index landeten, sind es heute nicht nur Webseiten, sondern auch einfache Wortbeiträge einfacher Bürger in soziale Netzwerke, wie zuletzt der Fall von Sattar Beheshti zeigte.

Die Zensur des Internet in Iran ist weit fortgeschritten. Die Überwachung der Datenströme ist nicht nur Dank Deep Packet Inspection jederzeit möglich, darüber hinaus werden einzelne Webseiten direkt gefiltert, als auch die Nutzung nicht registrierter VPNs unterbunden. Aber auch die Drosselung der Internet-Geschwindigkeit auf Modem-Geschwindigkeit ist eine beliebte Maßnahme, um die Nutzung kritischer Dienste einzuschränken. Darüber hinaus müssen Nutzer, die auf Internet-Cafes angewiesen sind, persönliche Informationen über sich und nahe Familienangehörige preisgeben, damit bei etwaigen Verstössen auch die Familie in Sippenhaft genommen werden kann. All diese Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass keine kritischen Informationen aus Iran die Aussenwelt erreichen können, was einzelne Blogger und Aktivisten nicht davor abhält weiter gegen das Torktâzi-Regime zu opponieren.

Vor den Wahlen in Iran

Besonders vor den diesjährigen Wahlen wird das Internet wieder stark eingeschränkt werden und eine Horde an Basijis wird das Netz nach Feinden der islamischen Revolution durchforsten, um sie unschädlich zu machen. Nicht nur aber im Inland haben die Mullahs und Torktâzi die Bedeutung des freien Informationsaustausches erkannt. Alleine 35.000 Basiji sind offiziell von der Torktâzi-Diktatur dafür abgestellt, im Sinne der islamischen Diktatur in entsprechenden Netzwerken für Unruhe zu sorgen und im Sinne der Torktâzi Propaganda zu betreiben und Falschinformationen zu lancieren, was sie auch erfolgreich und mit Nachdruck tun. Sich dessen bewusst, dass im Ausland eine große Gemeinde an Auslandsiranern lebt und auch unter ihnen viele in den jeweiligen Sprachen ihrer Gastländer sich für die Freiheitsbewegung in Iran einsetzen, liegt das Augenmerk dieser Basijis und andere Kollaborateure des Regimes darauf diese „unschädlich“ zu machen.

Was in Iran alleine durch Terror und Zensur zu bewerkstelligen ist, gestaltet sich im Ausland weitaus schwieriger. Englisch-sprachige Seiten wie presstv übernehmen die Verlautbarung der allahistischen Propaganda, wohingegen Seiten wie irananders.de oder das shia-forum sich jeweils auf ein anderes Publikum spezialisiert haben. Dabei scheut man sich nicht davor Semi-Prominente „Experten“ wie Udo Steinbach ins Boot zu holen, wobei den sozialen Netzwerken eine immer größere Bedeutung beigemessen wird. Nicht nur in den persisch-sprachigen Foren, Blogs und andere Diskussions-Plattformen sind diese 35.000 fest von der Diktatur für den Zweck der Desinformation eingestellten Basiji aktiv, sondern genauso auch in anderen nicht persisch-sprachige Foren.

Basiji betreiben Desinformation

Die Art der Propaganda und der Desinformation sind relativ plump und für jeden ersichtlich. Für die Propaganda im Ausland bedient man sich hierbei spezieller Menschen, die über Auslandserfahrung verfügen, die Gepflogenheiten der jeweiligen Region kennen und auch die Sprache des jeweiligen Landes sprechen. In vielen Fällen handelt es sich dabei und vor allem im deutsch-sprachigen Raum, um türkischstämmige Menschen, Seyeds und andere allahistisch kontaminierten Geister, die ursprünglich aus Iran stammen und der hiesigen Gesellschaft und Gesellschaftsordnung im Westen kritisch bis feindlich gegenüber stehen. Viele von ihnen fühlen sich durch den Westen benachteiligt und sehen das eigene Versagen als Folge einer Politik an, die speziell orientalische und iranische Menschen im Westen benachteiligt und diskriminiert. Solche Fußsoldaten nimmt das Mullah-Regime mit Kusshand auf, finanziert sie großzügig und setzt sie ein, um die Gemeinde der Auslandsiraner einzuschüchtern, bzw. sie durch das Propagieren chauvinistischen Nationalismus am Kritik zu hindern.

Propaganda für Auslandsiraner

Der falsche Patriotismus, der hierbei propagiert wird, stützt sich auf verschiedene Punkte, die es hier gilt auszuführen:

  • Zum einen ist es die Ermahnung in Zeiten eines bevorstehenden Krieges sich hinter dem Regime und den Streitkräften (seien es Milizen, Assad oder importierte Schläger und Messerstecher der Hizbollah) zu stellen. Zusätzlich wird die Gefahr heraufbeschworen, dass Iran, im Falle eines Krieges, seine nationale Integrität verliert.
  • Die konfuse Einheit der Iraner wird heraufbeschworen, denen die komplette Zerstörung des Landes und das gleiche Schicksal wie die Iraker und die Afghanen droht.
  • Der Feind ist weiterhin die USA und der Westen insgesamt, an dessen Rolle man beim Umsturz von Mossadegh erinnert. Hinzu dichtet man den USA und Israel die Rolle der Königsmacher bei der Machtübernahme Khomeinis an, um damit auch die rückständigen Monarchisten hinter sich zu wissen.
  • Israel wird als Kriegstreiber bezeichnet von dem nicht nur ein unprovozierter Angriff gen Iran droht, sondern darüber hinaus der Einsatz von Nuklearwaffen, um die ganze Region zu destabilisieren und insbesondere Iran und seine Menschen zu treffen. Nicht selten werden hierbei die Rollen vertauscht oder die jetzige israelische Regierung mit der Mullah-Diktatur geleichgesetzt, um zu behaupten man habe es auf beiden Seiten mit religiösen Hardlinern zu tun.
  • Die iranische Opposition wird als Handlanger von Kriegstreibern diffamiert, bzw. an ihre vermeintliche Rolle bei der islamischen Machtübernahme erinnert.
  • Einher geht diese ganze schmutzige Propaganda mit einer Art linke Kritik der westlichen Gesellschaften, sowohl was die Wirtschaft, Aussenpolitik, als auch  andere Felder angeht.

Mit dieser klugen Taktik spricht man alle Gruppierungen und Strömungen im Ausland an. Der Paniranist soll mit der Angst um die nationale Integrität überzeugt werden. Die rückständigen Monarchisten sollen mit dem tief in ihrem Denken verankerten Antisemitismus geködert werden, wobei man hierbei auf die Rolle der USA/Israel hinweist ihren Aryamehr auf den Gewissen zu haben. Aber auch einfache Auslandsiraner und linke Kreise sollen in einer Art Antikriegskoaltion eingebunden werden und sich für den vermeintlichen Frieden einsetzen. Zu meinem Erstaunen muss ich gestehen, dass diese Taktik bisher sehr gut funktioniert hat und die Basiji im Auftrag der Mullahs ganze Arbeit leisten. Aber lassen wir am besten Sattar Beheshti selbst auf diejenigen antworten, die dem Westen Menschenrechtsverletzung und vieles mehr vorwerfen:

Ihr sprecht über Menschenrechtsvergehen in Saudi Arabien, Bahrain… westlichen Ländern, als hättet Ihr den Himmel auf Erden im Iran erschaffen. Nein, das habt Ihr nicht. Wenn Ihr das wirklich getan hättet, würdet Ihr dann nicht die Leute bitten, in den Iran zu kommen und sich selbst zu überzeugen?

Ich lese oft die Foren der großen englisch-sprachigen Zeitungen und bin darüber erstaunt was so alles unwidersprochen stehen bleibt. Die Masse an Desinformation ist dermassen groß, dass man von einer konzentrierten Aktion sprechen kann. Wie z.b. auch im verlinkten Artikel, in der es darum geht, dass immer mehr Menschen aus der Mittelschicht sich der Prostitution hingeben müssen, um sich und ihre Familie zu ernähren. Prompt wird der Vergleich zu freien Frauen im Westen gezogen, die sich von Geld blenden lassen und sich z.b. auf außereheliche Abenteuer einlassen oder es wird darüber philosophiert, dass es Prostitution schon immer gegeben hat usw.

Worüber iranische Blogger schreiben

Sattar BehehshtiEs erstaunt nicht, dass die wahren Patrioten unter den Iranern ihr Ziel nicht aus dem Blick verloren haben: „Der verstorbene Beheshti hatte satirische Texte und auch Poesie veröffentlicht. Und über Musik geschrieben. Es waren Texte über einen Regimewechsel, über ein Zukunftsszenario, in dem im Iran alles besser wird, sagte Pourkazemi.“ Sattar Beheshti war vor allem auf Facebook aktiv und wie sich jeder an den fett hervorgehobenen Textteilen überzeugen kann, folgt auch dieser Blog derselben Stossrichtung. Es bedient sich unter anderem satirischer Texte, setzt die Musik als Waffe gegen die Torktâzi ein, und das Hauptziel eines Regimeswechsels und eines besseren morgen (Better days) bleiben über Landesgrenzen hinweg unser gemeinsames Hauptziel und der geheime Code, den wir vereinbart haben. Offen können wir uns noch nicht solidarisieren, ohne unsere iranischen Geschwister in Iran der Gefahr auszusetzen. Wir Kafiris haben aber gelernt aus der Not eine Tugend zu machen. Was Sattar Beheshti und andere in Iran nur verklausuliert ausdrücken können, tun ich und andere umso heftiger und mit einer klareren Sprache, uns dessen bewusst, dass wir ein Gegengewicht zu der Allmacht der Basiji und Torktâzi im In- und Ausland bilden müssen, damit ein jeder nachlesen kann, dass es noch aufrechte Iraner gibt, die sich nicht in die Schar von Eunuchen unter turkoide Gestalten eingereiht haben. Damit ein jeder nachlesen kann, dass es Iraner gibt, die über ein Rückgrat verfügen, sich Babak Xoramdin verpflichtet fühlen und sich nicht mit Betrügern und Dieben zusammen tun… die nicht lügen und diffamieren und sich erst Recht nicht unter diejenigen mischen, die leichten Herzens genau das tun: Lügen, stehlen betrügen.

Der Großajatollah Chamene’i bezeichnete das Internet als „Geschenk Gottes“ und gleichzeitig als „gefährliches, zweischneidiges Schwert“, einen „wilden Hund, der an die Kette gelegt werden muss“. Das Regime im Iran sei der „Schmied, der die Kette schmiedet“. Die Zensur und die Repressalien werden noch weiter gehen, befürchtet Pourkazemi. Nach den Plänen des Regimes soll der Iran bis 2015 fast vollständig vom Internet abgekoppelt werden.

Fuck Khamenei

Was uns die Torktâzi nicht erlauben wollen, das nutzen sie natürlich umso ungenierter. Nicht nur mischen sie sich unter uns, um unsere Arbeit zu stehlen und sie im Sinne der Torktâzi zu manipulieren, nein, sie bedienen sich sogar denselben Plattformen, wobei sie immerzu daran erkannt werden können, dass wenn sie einmal ihr Maul aufmachen und nicht aus fremden Schriften zitieren, jeweils nur gequirlete Scheisse herauskommt. Wie man am verlinkten Facebook-Account erkennen kann, hat auch der Tork und Diktator Khamenei eine Facebook-Seite und diese gilt es in einer konzentrierten Aktion zu deaktivieren. Um dieses Ziel zu erreichen hat sich eine Gruppe mit dem Namen Kick Khamenei off Facebook gegründet. Ich hoffe es machen genug Menschen mit, damit diese Seite, spätestens bis zu den Pseudowahlen in Iran deaktiviert wird. Für Sattar Beheshti und für eine bessere, iranische Zukunft.

Marg bar Khameneiye Tork

The bear Jew on his way beating the shit out of the turk and dictator Khamenei

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Eine Antwort zu Virtueller Widerstand gegen die Torktâzi

  1. Zahal schreibt:

    Hehehehehe…..

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