Die Weltredaktion P&P analüsiert Geopolitik

Anti ZionismDass die Zionisten und die Neocons die eigentlichen Feinde Irans sind, ist die alte Leier der Allahisten und auch Altkommunisten werden nicht müde vor dieser weltweiten Gefahr für den Weltfrieden zu warnen. Zeit für ein Faktencheck, um zu beurteilen inwieweit die Zionisten und der große Satan Amerika, wirklich für das Leid des iranischen Volkes verantwortlich sind.

Unser ehemaliger Bloggerkollege Amirkabir, der unter anderem für seine fundierten „Analysen“ der Weltlage berühmt ist, und die „Redaktionsleiterin“ des weltweit anerkannten Nachrichtenportals „Parse&Parse“, Fartaab, haben uns mal wieder mit einer brillanten „Analüse“ beglückt, der aufzeigt wie wenig unsereins von Geopolitik Ahnung hat und sich irrigerweise dem Feind des iranischen Volkes an den Hals wirft.

Zum einen fängt es mit dem Vornamen des jüdischstämmigen Bernard Lewis an, der nach fundierten Recherchen unseres rasenden Duos einfach zum Bernhard erklärt wird. Dabei bleibt es nicht, denn als Kronzeuge für die antirianischen Umtriebe der Israelis/Zionisten, wird ein gewisser „Nick Gnade“ zitiert, der weder in der akademischen Welt bekannt ist, noch von irgendwer bisher zitiert worden ist. Unsere Tausendsassas der Redaktion P&P ficht das aber nicht und daher zitieren sie unseren Freund in Fettschrift:

„[…] Reshet Bet ist natürlich ein News Service von Radio Israel. Die deutsche Telekommunikationsabteilung lokalisierte den Standort von VOSA in der Nähe von Israel, Jordanien und Saudi-Arabien (BCDX 351). VOSA ist eindeutig überwacht und arrangiert von Israels Geheimdienst, dem Mossad. […]“

Soso, die deutsche Telekommunikationsabteilung also. Ist hier die deutsche Telekom gemeint oder die Abteilung eines deutschen Geheimdienstes? Manweissesnet, aber diese nebulösen Formulierungen einer unbekannten Fantasiefigur, reichen dem türkisierten Iroonie allemal, um dem Mossad zu unterstellen, auf mobilen Autos, „Strahlpropaganda“ Unterstützung separatistische Umtriebe in Iran zu betreiben. Wobei Letzteres gar nicht vom unbekannten Nick Gnade alleine behauptet wird, sondern vom ebenfalls „weltberühmten“ Investigativjournalisten Robert Olson. Eine Recherche im Internet, um meine klaffende Bildungslücke zu schliessen, ergab allerdings keine Treffer. Nur den kanadischen Serienmörder Clifford Robert Olson kannten die Suchmaschinen meiner Wahl, aber ich bin ja auch selber Schuld, wenn ich der Technologie vom Klassenfeind mehr Glauben schenke, als den beiden Invüstigativjournalisten der weltberühmten Redaktion P&P. Soweit zum ersten Teil der Artikelreihe, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Pösen Pernhard einer breiteren Allgemeinheit vorzustellen. Fazit des ersten Teils: „Warum hält man die Mullahs in Iran am Leben“. Ja, ich weiss auch nicht wieso, lieber Amir und meine verehrte Säkinäh, ähh ich meine natürlich Fartaabe, die beiden wahren Erben der Pârsen, die beide wie Bolbols türkisch sprechen. Schon bevor Russland, England, Europäer und die USA die Weltbühne betraten, mussten sie wohl schon unter anderem Namen, konspirativ dafür gesorgt haben, die Mullahs und den Islam in Iran am Leben erhalten zu haben.

Eigenverantwortung und Selbstschuld? Pah, lasst uns lieber die ganze Welt für das eigene Schicksal verantwortlich machen.

Im zweiten Teil dieses aufklärerischen Machwerks wird auf den ersten Teil der Reihe verlinkt, und gefragt, wer denn die Hintermänner der islamischen Revolution 1979 in Iran waren. Nachdem unser Âryâmehr und Monarch Irans, mit dem arischen Namen Mohammed Reza, immer mehr davon sprach die „Blauäugigen“ aus dem Land zu schmeissen und selbst in Interviews mit amerikanischen Sendern davon sprach, dass Juden, Medien und Politik in den USA unterwandert hätten, wurde unser Shahanshah immer mehr zum unsicheren Kantonisten. Selbst in seinen Träumen soll ihm der islamische Prophet begegnet worden sein. Spätestens da wurde die Gefahr real, dass das Land in die Hände von Kommunisten zu fallen drohte. Da unser Âryâmehr in den letzten Jahrzehnten, großzügig den Bau von Moscheen finanzierte und die Rolle der islamischen Klerikalen gestärkt hatte, gleichzeitig liberale und Islamikritiker systematisch ausgegrenzt hatte, gab es für den Westen keine große Alternative, als sich derer zu bedienen, die eine reele Chance hatten die Macht von Mohammed Reza zu beerben.

In der Analüse unserer waschechten Perser P&P, wird weiterhin von den Plänen des jüdischstämmigen „Bernhard“ Lewis gesprochen, die Weltbevölkerung durch Kriege um 1 Milliarde zu dezimieren. Und dass die Muslimbruderschaft von der MI6 und CIA orchestriert, geschaffen und fremdgelenkt wird, und persönlich von Brzeziński und Cyrus Vance überwacht wird, ist selbstverständlich auch ein durch Fakten und glaubwürdige Quellen untermauertes Faktum. Keiner geringerer als das amerikanische Magazin Executive Intelligence Review behauptet das und deshalb muss es auch stimmen. Dieses Magazin gehört übrigens dem politischen Spinner Lyndon Larouche, dessen krude Thesen, die Sphäre des verschwörungstheoretischen bei weitem überragen. Um allen hier interessierten Lesern aufzuzeigen wie seriös diese Publikation ist, zeigen wir einfach mal das Cover einer aktuellen Ausgabe:

Eir Source 	  http://www.larouchepub.com/eirtoc/2009/eirtoc_3622.html

Es wird in einem weiteren Absatz von P&P erzählt, dass auch Newsweek diese „Tatsachen“ untermauert. Da geizt man dann aber damit Newsweek zu zitieren. Hehe, Ay Nâgholah 😀 Im dritten Teil erfreut man uns dann mit einem Bild von Brzesinski, der angeblich neben Osama Bin Laden stehen soll:

brzezinski-und-bin-laden

Wie sehr man bereit ist gefälschte Bilder und unseriöse Quellen zu nutzen, um die ganze Misere in Iran den „Zionisten“ und den Neocons anzulasten, beweist dieses Bild eindrucksvoll, der selbst bei der Wikipedia nicht den Qualitätsstandards entspricht: „I agree, there’s no indication whatsoever that the person pictured is Osama, moreover the person pictured doesn’t even look like Osama“

Im vierten Teil wird dann auf den dritten Teil dieser hochqualitativen Reihe verlinkt um zu behaupten: Zionisten und Neokonservative preisen Bernhard Lewis. Das nennt man dann Aufklärung und Patriotismus türkischer Art. Vielleicht sollte ich als Kontrast dazu aus den Emails von Amirkabir zitieren, wie er davon spricht mit iranischen Bediensteten aufgewachsen zu sein, während seiner aus dem türkischen Adel stammenden Eltern, ihn dann später  ins Ausland schickten, damit er uns heute damit beglücken kann Italiener als Spaghettifresser zu titulieren, Die Amis, Großbritannien  und Zionisten als die größten Unterstützer des Pantürkismus zu bezeichnen und hinter vorgehaltener Hand die Deutschen als ein Haufen von Pennern und dummen Arschlöchern.

Da ich gleich arbeiten gehen muss und mir ehrlichweise die Lust fehlt die weiteren Ungereimheiten und idiotischen Behauptungen aus dieser „Analüse“ auseinderzunehmen, komme ich gleich zum Fazit dieses Blogeintrags.

Schon die Russen wussten sich der miserablen Situation in Iran zu bedienen, um mit Hilfe der dortigen türkischen und islamischen Fremdherrscher, Politik zu betreiben und Iran zu schwächen. Man verurteilt den Westen, dass er es angeblich alleine mit Propaganda schafft Regierungen abzusetzen und den Fortschritt in Iran zu behindern. Man bezeichnet Iran als souveränen Staat, obwohl es in den letzten Jahrhunderten fast komplett unter Fremdherrschaft stand und bedient gleichzeitig antisemitische Ressentiments und türkischen Rassismus, indem man die einzigen Kräfte in der Welt verteufelt, die als Irans Verbündete und Alliierte in Frage kämen.

Zum einen ist dieses Verhalten mehr als unwürdig, wenn man die Tradition der Iraner im Exil betrachtet. Yazdegards Sohn, Peroz der Zweite, nach seiner Flucht nach China und der Eroberung Irans durch die arabischen Horden, gab seinen Leuten die Botschaft, dass man ab jetzt Chinese sei, legte sich einen chinesischen Namen und integrierte sich in der dortigen Gesellschaft. Der heutige türkisierte Iroonie, oder der Tork der sich für ein Perser hält hingegen, verhält sich wie ein waschechter Türke, der die ganze Welt verachtet, ihn für sein Fehlverhalten verantwortlich macht und sich als eigentliche Initiator der Zivilisation hält.

Der Tork scheisst natürlich auf das persische Erbe, denn wie Mahmoud von Ghazni, der sich für einen Sassaniden hielt, sind auch die heutigen Torkiroonies. Es geht um das Etikett „Perser“ und keineswegs darum sich tatsächlich wie einen  zu verhalten. Man behauptet frech westliche Politiker hätten Saddam Hussein zum Völkermord gratuliert und begreift nicht, dass es auch Menschen gibt, die Quellen überprüfen und solche Behauptungen nicht einfach so glauben.

Damit aber verwässert und relativiert man echte Massenmorde und Genozide. Die Eigenverantwortung für das Schicksal des eigenen Landes wird verleugnet und man wirft sich der schiitischen Ohnmacht in die Arme, in dem man sich selbst einredet, dass alles ferngelenkt und das Weltgeschehen von konspirativen Kräften kontrolliert wird, die sich nie irren und deren Pläne sich immer zu 100% durchsetzen.

Das Schlimmste jedoch ist die Argumentation der Allahisten zu folgen und im Westen, die USA und den Zionsten/Israel die eigentlichen Übeltäter auszumachen. Die Türken mögen aggressiv und massenmordend sein, aber wenigstens betreiben sie eine kluge Bündnispoltik und sind trotz der aktuellen Ausfälle, fest an der Seite der USA und des Westens. Aber wenn es nach unseren torkisierten Landsmänner geht, sollen wir weiterhin Feindschaft zu der ganzen Welt pflegen und nicht versuchen mit denjenigen Allianzen zu bilden, die unsere Werte teilen.

Natürlich werden Separatisten und Islamisten durch den Westen unterstützt und selbstverständlich ist dem Westen ein starker Iran nicht genehm, der unberechenbar ist. Man möchte aber nicht davon abrücken in Iran eine Weltmacht zu sehen, auch wenn dieses Land schon längst nicht mehr das antike Iran ist. Keine Verschwörungstheorie ist einem zu krud, um seine lebenslange Feindschaft zu Israel und den USA irgendwie zu rechtfertigen, anstatt einzusehen, dass der Westen kein einheitlicher Block von Iranerhassern ist und dass man auch innerhalb des Westens Verbündete für sich gewinnen kann.

Schon Bertolt Brecht wusste wie schwer es ist sich von Lebenslügen zu befreien: „Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.“

Dem Tork allerdings, scheint dieser Weg lebenslang versperrt zu sein, und deshalb auch gilt es sie als Feinde der iranischen Nation auszumachen und nicht etwa den Westen.

Einen torkisierten Wochenanfang voller Verachtung gegenüber den Zionisten und Westen wünscht euch, der Kollaborateur des westlichen Imperialismus Tangsire Âxundkosh.

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19 Antworten zu Die Weltredaktion P&P analüsiert Geopolitik

  1. Pingback: Mit Schwanz im Arsch über Geopolitik diskutiert | Pârse & Pârse پارسه و پارسه

  2. Khashtrapavan schreibt:

    Doroud,
    Ich habe nie im Leben genau verstanden, warum Iran je ein Problem mit Israel/USA haben könnte. Es ist so ein winziges Land, daß es uns egal sein kann, denn unsere Probleme sind einzig und allein hausgemacht! Ich persönlich kenn keine Israelis und würde nicht auf die Idee kommen, pauschal zu verurteilen.
    Diese Drecksidelologie Eslam beherrscht und verskalvt uns schon seit über 1400 Jahren und wir haben nichts anderes zu tun als die USA zu bashen, die gerade mal die letzten 50 Jahre, sich eingemischt hat. Wann endlich fassen wir uns endlich selbst an der Nase und begreifen, daß wir es selbst in der Hand haben, uns nicht mehr vom Westen veraraschen zu lassen! Der Westen nutzt nur unsere Schwächen aus. Hier wird wieder mal Ursache und Wirkung vertauscht.
    Aber es ist iranische Mentalität, die Schuld niemals bei sich selbst zu suchen und immer die Finger auf andere zu zeigen, um seiner Opferrolle gerecht zu werden. Einsicht = Fehlanzeige.
    Reflektion seines eigenen Verhaltens = Fehlanzeige.

  3. Pesare-Pârsig schreibt:

    Vielleicht sollten wir uns alle einfach einmal zusammen stellen und Folgendes singen

    „Gele dâram gele dâram“

    Das könnte für so manchen kathartisch wirken, sie scheinen es ja nötig zu haben.

  4. Prinz Eugen schreibt:

    wenn man mal ein bisschen genauer gesucht hätte dann hätte man sehr wohl Bücher von Robert W. Olson entdeckt:
    http://www.amazon.com/Robert-W.-Olson/e/B001HPYVAW/ref=ntt_dp_epwbk_0

    „Die Türken mögen aggressiv und massenmordend sein, aber wenigstens betreiben sie eine kluge Bündnispoltik und sind trotz der aktuellen Ausfälle, fest an der Seite der USA und des Westens. Aber wenn es nach unseren torkisierten Landsmänner geht, sollen wir weiterhin Feindschaft zu der ganzen Welt pflegen und nicht versuchen mit denjenigen Allianzen zu bilden, die unsere Werte teilen.“

    Dank dieser „klugen“ Bündnispolitik fängt Erdogan an größenwahnsinnig zu werden und sich in die Innenpolitik Frankreichs und Deutschlands einzumischen.
    Die USA mögen ihn ja als „Ihren Mann“ im Nahen Osten betrachten, er ist definitiv ein Feind Europas!

  5. Pesare-Pârsig schreibt:

    Ich bin in den meisten grundlegenden und inhaltlichen Fragen mit Tangsir einer Meinung, möchte aber jetzt doch mal ein kritisches Wort an ihn richten.
    Dieser aktuelle Beitrag ist falsch, nicht etwa in inhaltlicher Hinsicht, sondern ganz allgemein ein falscher Ansatz um mit Leuten umzugehen. Es mag ja grundsätzlich richtig sein jene die Mist verbreiten anzugreifen, es stellt sich aber die Frage was das Ziel ist, beziehungsweise was man sich davon erhofft.
    P&P stehen auf das was hier abläuft, sich als Opfer und Angegriffene zu inszenieren ist gewissermaßen ein Steckenpferd solcher Figuren, denen geht davon einer ab und mit Beiträgen wie diesem, wenn auch in der Sache korrekt, spielt man ihnen nur in die Hände.
    Man stellt sie auf ein Podest und das haben die nun wirklich nicht verdient. Soweit es mich betrifft ist Alles gesagt worden was zu sagen gab und das Thema damit auch durch. Ich weiß nicht wozu Tangsir hier noch über die schreibt, damit besudelt er sich nur selbst und verunreinigt unseren Blog.
    Also was soll’s lass ihnen doch ihren kleinen „Triumph“, wieso auf Leute eindreschen die in einer Art und Weise schreiben als könnten sie in anderer Leute Gedanken zu lesen um dann „Schlussfolgerungen“ zu ziehen was andere toll oder „cool“ finden.

    Tangsir erniedrigt und degradiert sich damit selbst und unsere Plattform wenn er sowas macht, das sind bloß Witzfiguren belassen wir es doch einnfach dabei.

    • Tangsir schreibt:

      Pârsige gerâmi, in dem Punkt muss ich dich kritisieren.

      Der Inhalt dieses Beitrags sind die dort präsentierten „Fakten“ und Quellen, die bei näherem Hinsehen, sich alle als unseriös erweisen. Und das wozu? Damit man die in der iranischen Gesellschaft den leider viel zu tief verwurzelten Antiamerikanismus und Antisemitismus rechtfertigen kann. Welche Beweise sind denn dort gegen die „Zionisten“ präsentiert worden, ausser, dass er zu einem Vortrag eingeladen wurde, und man zwei Autoren präsentiert, die beide keinerlei Reputation haben und von niemandem zitiert werden. (Prinz, den ironischen Unterton bitte im obigen Beitrag beachten. Es mag diesen Wilson geben, zitiert wurde aber er nicht, sondern ein Nick Gnade, dessen Formulierungen dermassen nebulös sind, dass sie direkte Rückschlüsse auf die Glaubwürdigkeit dieser Person zulassen)

      Sonst gab es keine Beweise gegen die sogenannten Zionisten, ausser, dass man auf sich selbst verlinkt, um vorzuwerfen, „die“ Zionsten würden einen Bernard Lewis preisen.
      Und dann auch noch einen Bernard Lewis, der nun einmal jüdischer Herkunft ist, obwohl zig andere, genauso die Teilung Irans in verschiedene Provinzen propagieren. Dass sowohl die USA, als auch Israel Radio-Sendungen in der Landessprache der jeweiligen Länder ausstrahlen ist nichts neues. Dazu muss man keine rollende Radiostationen erfinden. Hinzu kommt, dass der Zionismus nicht anderes ist als die Nationalbewegung der Israelis und genauso wie ihre Gesellschaft selbst, keine einheitliche Bewegung ist. Unter den Zionisten gibt es eine reiche Schattierung an verschiedensten politischen Gruppen.

      Wenn man sich dann aber als Iraner hinstellt und die Nationalbewegung eines ganzes Volkes als antiiranisch bezeichnet, dann bin ich der erste, der sich dagegen stemmt. Vor allem in Anbetracht der langen und bösartigen Tradition des Antisemitismus in Iran, der bis heute anhält und aktuell darin kulminiert, dass man die Heimstätte der Juden zerstören möchte.

      Genauso verhält es sich, wenn man die Art und Weise anschaut, wie dort der ganze Westen für die Situation in Iran verantwortlich gemacht wird.

      Ich habe schon oft in meinen Beiträge geschrieben, dass wir die Tyrannei der Mullahs überwinden müssen, uns aber im Klaren darüber sein sollten, wieso diese überhaupt an die Macht gekommen sind. Unter anderem war es wegen dem grassierenden Antiamerikanismus und eines Judenhasses, dessen sich zum Schluss sogar der Schah bediente, um sich an die Macht zu halten. Vergessen, dass sein Vater genau gegen diesen Judenhass ankämpfte.

      Die Aufgabe in diesen schweren Zeiten ist es nicht Schützenhilfe für die Mullahs zu leisten, nur um im vereinten Hass gegen Zionisten und Amerika ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erleben.

      Die Artikelreihe von P&P war ein willkommener Anlass genau diese Haltung anhand der dort vorgestellten Fakten zu kritisieren. Dabei weisst du genauso wie ich, dass diese Art von Ressentiments nicht nur aus den Federn der beiden stammen, sondern bei viel zu viel Iroonies anzutreffen ist.

      Hinzu kommt, das was ich oft in meinen Beiträgen geschrieben habe: Seitdem die Türken ins Land eingefallen sind, wussten sie, dass sie keinen gemeinsamen Idenitifkationspunkt mit dem besiegten iranischen Volk besitzen, und deshalb haben sie stets versucht in gemeinsamer Feindschaft zu Sunniten, Araber oder eben auch Westen, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erschaffen, die unser Land immer mehr in den Abgrund treibt.

      Deshalb auch werde ich es nicht zulassen, dass man sich das Etikett Parse/Perser verleiht, um im Namen der Iraner, diese immer währende Feindschaft zu Minderheiten und der zivilisierten Welt aufrechtzuerhalten, und genau aus dem Grund, habe ich auf den ethnischen Hintergrund dieser beiden aufmerksam gemacht. Der ethnische Hintergrund ist mir egal, aber nur solange man sich nicht derselben Mittel und Rhetorik wie unserer Feinde bedient.

      Was tun diese beiden aber? Sie bezeichnen mich als Diktator und Tyrannen. Da frage ich mich aber dann, wie sie einen Chamenei titulieren wollen. Wie du bereits in einem deiner Beiträge schriebst, sind es genau diese Konventionen, dessen völlige Fehlen, zu solchen abstrusen Erscheinungen führen. Ich habe dem Amrikabir oft erzählt, dass es egal ist, dass er direkter türkischer Herkunft ist und ihm sogar erzählt, dass selbst ich nicht mit Bestimmtheit sagen kann, wer sich unter meinen Ahnen tummelt.

      Mein Freund Iraniangerman hat zu dem Beitrag und den Reaktionen darauf auch einen eigenen Beitrag verfasst, in der er kritisiert, dass Amirkabir meinen bürgerlichen Namen verrät und mich und meine Familie in Iran einer direkter Gefahr aussetzt. Zu seiner Beruhigung kann ich ihm sagen, dass ich durchaus vorsichtig war und dem Amirkabir nicht meinen richtigen Namen verriet. Dennoch ist diese Reaktion symptomatisch dafür, inwieweit Torks bereits sind jede Grenze der Verhältnismäßigkeit und Moral zu überschreiten, um vermeintliche Rache zu üben. In dem Fall, wegen dem Kritisieren einer Artikelreihe.

      Pârsig, du meinst es wäre eine Besudelung des Blogs, wenn wir uns mit diesen Themen und der Verhaltensweise dieser Leute beschäftigen, aber was meinst du denn was in unserem Land los ist. Das sind nun einmal genau die Zustände die dort herrschen. Sollen wir elitär die Nase rümpfen und vorgeben, diese Gestalten wären nicht Teil Irans? Sollen wir so tun als wären sie tatsächliche Pârses, die die iranische Tradition vertreten?

      Ich hab mir den dortigen Kommentarteil angeschaut und darin bestätigt sich genau das was ich in diesem Beitrag kritisiere: Das man nämlich nur noch in der Lage ist in Kategorien des Verschwörungstheoretischen zu denken. Ein Prinz der es wagt hier zu kommentieren, wird sofort verdächtigt in meinem Auftrag dort die Identität eines Amirkabirs herausfinden zu wollen. Ein Iraniangerman, der mit mir einen langen Weg gegangen ist, wird als mein Lakai bezeichnet und verdächtigt auf mein „Befehl“ hin ein „Krieg“ gegen die sie führen und ich letztendlich verdächtigt im Auftrag der islamischen Republik Zwietracht zwischen den „Iranern“ zu säen.

      Ja, diese Verdächtigungen, Beschimpfungen und das bewusste Offenbaren meiner vermeintlichen Identität, sind hässliche Dinge, aber sie zeigen auf worüber wir hier eigentlich schreiben. Jeder hat hier die Gelegenheit zu betrachten, dass das was wir über das Türkentum und die Verrohung der iranischen Gesellschaft schreiben, nicht bloß Erfindungen sind und, dass uns diese Dinge bis ins Exil verfolgen.

      • Prinz Eugen schreibt:

        Ich wäre im Übrigen vorsichtig, diese Artikelreihe als Verschwörungstheorie abzutun, wenn Sie Dich so aufregt, dann schreib doch eine Gegendarstellung.

        Es klingt doch plausibel warum der Schah vom Westen fallengelassen worden ist.
        Und danach rüstet man sofort die Gegner des Mullah-Regimes auf (Saddam etc.) Erklär mir doch bitte mal was so ein Taktieren bringen soll, außer die Region ständig destabilisieren zu wollen.

        Übrigens weigert sich der „Herr Lewis“ auch den Armenier-Genozid als solchen zu bezeichnen, na dann applaudiert Monsieur Le Tork Erdogan aber…

        aus wiki:
        Kritik an Lewis

        „Auf der politischen Ebene wird, neben seiner Befürwortung des Irakkrieges, Lewis auch eine zu große Nähe zur offiziellen türkischen Politik vorgeworfen. In einem Interview wies der britische Historiker Donald Bloxham auf die Finanzierung des Atatürk-Lehrstuhls für Turkologie in Princeton (dessen Inhaber Lewis war) und des Instituts für Türkische Studien in Washington D.C. durch den türkischen Staat und die US-Rüstungsindustrie hin. Die Nähe zum türkischen Staat und die Angst, keinen Zugang zu türkischen Archiven zu erhalten, hätten nach seiner Ansicht Lewis in seinen Publikationen beeinflusst.“

    • jack schreibt:

      Ich meinte viel gelesen zu haben, einigies durchschaut und verstanden haben.
      Ich muß sagen, als als ich zufällig auf Tangsir und seine Blog-Gemeinschaft stieß
      mit einer Hoffung von Geschichtsbewußtsein, neuen Medien und Verantwortung, meine eigenen Hoffnungen hatte.

      Diese wurde bestätigt! Keine Verschwörungstheorien, harte Fakten unbeliebt im Iran und Deutschland! Und kein Dank und Bitte – die / es nicht verdient haben!

      Sehr gute Schreiber und Leser und sowieso blogger – danke Tangsir!
      Go on!

  6. Khashtrapavan schreibt:

    Ich habe mal die Kommentare dort angeschaut. Was mir aufgefallen ist, daß P&P genau wie andere Islamisten die Rassismuskeule raushängen. Das finde ich nur peinlich und erinnert mich eher an díe Moslems, die Ihre Religion verteidigen, wenn Ihnen die Argumente ausgehen und die Diskussion zum Abwürgen bringen wollen.
    Und daß hier dem Blog vorgeworfen wird mit Schimpfwörtern und Unsachlichkeiten herumzuwerfen, ohne neutral zu bleiben, liegt in der Natur der Sache. Ich habe nie deine Emotionen, die zweifelsohne in den Artikeln enthalten sind, als polemisch oder billig empfunden.
    Wir sind nur mal Iraner und wir sind wütend auf die jetzige Situation. Das geht uns unter die Haut. Die Forderung manch deutscher Kommentatoren geht somit ins Leere.

  7. Tangsir schreibt:

    Khashtrapavan,

    Bei P&P ist das Problem nur bedingt der Islam. Es ist vielmehr die türkische Indoktrination, die einem dazu bringt Kritik als persönlichen Angriff und Gesichtsverlust anzusehen, um daraufhin bereit zu sein seinem Kontrahenten samt seiner Familie Schaden zuzufügen. Ausserdem geht es hier keineswegs unsachlich zu und wenn es Schimpfwörter gibt, dann immer dosiert und im richtigen Kontext. Der Titel mit Schwanz im Anus z.b. bezog sich auf die Vergewaltigungskultur, die in Iran herrscht, während, man im selben Atemzug die USA als den eigentlichen Agressor verurteilt. Auf der anderen Seite hingegen wird dasselbe als rein persönlicher Angriff genutzt, was jedoch jedem intelligenten Leser auffallen sollte.

    Wie mein Freund Iraniangerman bereits feststellte sind es bloß Angriffe auf dem untersten Niveau, ohne auf den Kern der Kritik einzugehen. Schau dir einfach mal den Tag „Bace Kuni“ dort an, mit dem man mich tituliert.Im ursprünglichen Beitrag, den Amirkabir online stellte, benutzte er mindestens 20mal dieses Schimpfwort gegen mich.

    Das hier ist ein politischer Blog und Emotionen an sich sind nicht das Problem, sondern erst wenn man sich zu sehr einseitig von einer oder bestimmten Emotionen lenken lässt.

    Wütend zu sein ist übrigens wichtig in der Situation in der wir Iraner stecken, ansonsten hast du Recht, dass der Vorwurf beleidigend und emotional zu sein, stets von den Muallhs ausgegeben wird, denn jeder Iraner der sich seiner gesunden Emotionen bedient, ist automatisch ihr Feind.

    Prinz, die Kritik an Lewis ist nachvollziehbar und es fällt auf, dass er sein Urteil zum armenischen Genozid leicht relativiert hat, aber ihn wie einen Mccharty darzustellen, der klar der türksichen Lobby untergeben ist, wird ihm nicht gerecht. Hinzu kommt, dass Behauptungen nach der er die Dezimierung der Weltbevölkerung durch Kriege plant, dermassen antijüdisches Jargon ist, dass einem die Nackenhaare zu Berge stehen. Und wieder wird der Jud als der eigentliche Massenmörder und Lenker allen Unheils bezeichnet.

    Ja, der Schah ist vom Westen fallengelassen worden und das durchaus aus triftigen Gründen, wie ich das auch im obigen Artikel schrieb.
    Und was das Aufrüsten Saddams und der Mullahs angeht, liegt das am Konflikt zwischen den Kommunisten/Russen und den USA. So ist es halt wenn man als heruntergekommenes Land Spielball der Hegemonialmächte wird. Die einen jammern nicht und investieren lieber in Bildung und Fortschritt, so wie die Chinesen und Nordkoreaner und die anderen flüchten sich in Verschwörungstheorien, die sie kein Schritt weiterbringt, ausser sich im Glauben zu flüchten, dass das Weltgeschehen ausserhalb ihrer Gestaltungsraum ist und alles ohnehin von dunklen Mächten gelenkt wird.

    So ergeht es übrigens auch Menschen, die im real existierenden Kommunismus sozialisiert wurden und es bis jetzt nicht geschafft ihr Antiamerikanismus in den Griff zu kriegen 🙂 Sie bleiben ein Leben lang Loser, die ihre Loyalität ständig wechseln und keine Prinzipien besitzen.

    • Prinz Eugen schreibt:

      Ich hoffe Du hast Dich bei „Nordkoreaner“ verschrieben.

      Heruntergekommenes Land ist gut. Du kennst doch die Interviews mit dem Schah.
      Das Land war nach der „Weißen Revolution“ auf einem guten Weg.

  8. Bran the blessed schreibt:

    Ich glaube, dass in den Fragen der Bündnispolitik Iraner und Westeuropäer nicht unbedingt die gleichen Positionen beziehen können. Dass es für Dich, Tangsir, wünschenswert ist, wenn das iranische Regime von den USA oder Israel abgesetzt bzw. weggebombt wird, ist nachvollziehbar. Dass es für Israelis wünschenswert ist, wenn der shiitische Iran möglichst bald demontiert wird, ist ebenfalls verständlich. Das ist nichts als logisch.
    Dass wir Westeuropäer es mit Skepsis ansehen, wenn die selben Kreise, die in Europa eine unbegrenzte Einwanderung fordern und fördern, sich aufmachen, ein weiteres Land des nahen Ostens zu destabilisieren, muss ebenfalls verständlich sein. Es gibt für uns keine besonderen Gründe, den USA oder ihren Führungseliten zu vertrauen. Und ich hoffe einfach für die freiheitlichen, emanzipierten und klugen Iraner wie Dich, Tangsir, dass Ihr gut aufgestellt seid im Iran, wenn die NATO dann dereinst ihre Offensive startet. Wenn Ihr das nämlich nicht seid, werden von denen, die den Angriff auf diese Scheissrepublik (nicht identisch mit DEM IRAN) gestartet haben, irgendwelche destabilisierenden Idiotengruppen unterstützt. Ich würde jetzt mal auf spinnerte Sunniten tippen, damit die innere Unruhe nie erlahmt. Man sehe sich die anderen Länder an, in denen der Westen (nicht identisch mit DEN WESTLICHE VÖLKERN) eingegriffen hat oder seinen Segen zu den gewaltsamen Änderungen gab. Klar, das waren bis jetzt meistenteils arabische Länder und die sind nicht unbedingt bekannt für eine besonders helle Bevölkerung, aber es ist schon auffällig, dass das Ergebnis des „arabischen Frühlings“ (nach was duftet der wohl?) bis jetzt Instabilität und Fanatismus sind. Oder dass die Kriege im Irak und in Afghanistan vor allem Rumpfkörper von gescheiterten Staaten hinterlassen.
    Als aufgeklärter Iraner mit Verbindung zu irgendeiner Bewegung würde ich mich vor allem darauf konzentrieren, mich mit den Israelis gut zu stellen. Dem Südsudan ist das nicht schlecht bekommen und die Israelis sind vermutlich die zuverlässigeren Alliierten als die USA und ihre Elite von narzisstischen Geldsäcken und Nationenabwicklern.
    Diejenigen, die Ihr als Verbündete und Freunde anseht, sind für uns eher Dekonstruktivisten und Kulturabschaffer. Wir können uns sicher in vielen Fragen einig sein, aber die Bündnispolitik bei den herrschenden Verhältnissen gehört kaum zu diesen Fragen.

    • jack schreibt:

      Bran!
      Weil die Hexen auf der Bergspitze um ihre Feuerstelle tanzen – sind alle im Tal Hexen?
      Kriege finden überall statt!
      Das ist der Mensch, auch in 100.000 Jahren, aber in den arab. musel. Ländern alleine ??? ode hauptsächlich?

      Schön das Du wieder da bist!
      (hoffentlich habe ich Dich und Andere nicht durch mein „Niveau“ abgeschreckt)
      Der Funk sein mit Euch!

      • Bran the blessed schreibt:

        Jack, wenn die Hexen auf der Bergspitze tanzen, dann wird man die Leute im Tal sicher skeptischer ansehen, weil darunter ja die tanzenden Hexen ihr normales nichttanzendes Leben führen könnten.
        Und der Mensch wird immer der Mensch sein: Gewalttätig, Kriegsbereit, Zornig, Aufbrausend und in der Masse dumm. Aber ja, die Araber sind da noch einen Zacken härter drauf, weil sie eine Kultur hervorgebracht haben, die eigentlich vor allem die schlechteren Eigenschaften des Menschen bedienen.
        Danke. 🙂 Und nein, Du hast mich nie abgeschreckt. Ich hatte an Deinem Niveau nie etwas zu bemängeln. Ich war einfach eine Zeit lang auf anderen Seiten unterwegs.

    • Tangsir schreibt:

      Wie soll ran noch mehr destabilisiert werden, als es bereits der Fall ist?
      Den Krieg den viele seit 10 Jahren prophezeien, führt die islamische Republik seit 33 Jahren gegen das iranische Volk. Es sind nicht Bomberjets, die das erledigen, sondern ihre indoktrinierten Söldner, die sie im ganzen Land verteilt haben. Die USA sind es nicht, die unbegrenzte Einwanderung einfordern, und wenn sie das tun, dann aus dem naiven Glauben heraus, dass auch Europa es schafft die Neuankömmlinge zu integrieren und auf die eigene Verfassung und das eigene Land einzuschwören. Auch in Amerika wird der Islam behütet und beschützt und auch dort herrscht eine falsche Toleranz gegenüber diese Ideologie. Die Gründen dafür sind vielfältig und gehören an andere Setelle ausführlich behandelt. Dem Hegemon USA und seiner Rivalen, Russland und China geht es nicht um das Wohl anderer Völker, sondern um Dominanz. Dies verurteilen zu wollen ist blauäugig. Das nennt man Realpolitik.

      Ob ich oder wer auch immer gut aufgestellt ist, ist für irrelevant. Wenn eine absolute Mehrheit in potentiell abtrünnigen Provinzen sich von Iran abspalten will, dann werde ich mich sicher nicht dafür einsetzen diese Menschen militärisch zu zwingen in Iran zu bleiben und sich Iraner zu nennen. Wenn die Mehrheit der Iraner sich nicht offensiv gegen den Islam stellt und nur einen inneren passiven Widerstand gegen den Islam übt, dann sind sie eben dazu verurteilt weiterhin unter der Kute der Islamisten zu leben, ob wie jetzt oder unter der Light-Variante. Wenn hingegen eine Minderheit an motivierten Patrioten die Macht an sich reisst und eine nationale Regierung und Politik vertritt, dann bin ich der erste diese notwendige und zeitlich hoffentlich begrenzte Diktatur mitzutragen.

      Was ein Bündnis mit den USA angeht, so bleibt einem Land wie Iran keine andere Wahl, denn nur das ist im Interesse des iranischen Volkes. In jedem anderen Fall hat Iran nicht die Stärke eine autarke geopolitische Rolle einzunehmen, wie sie es China und Russland tun, und selbst sind so klug es sich nicht mit den USA zu verscherzen. Genauso wie Ihr Schweizer es übrigens tut, und deshalb auch kannst du dir diese sachliche Kritik der US-Politik erlauben. Du lebst schliesslich nicht in einem Land, die die USA als Satan verdammt und sich direkt und unprovoziert gegen deine Interessen stellt.

      Es geht nicht darum die USA blind zu folgen, sondern um eine Politik, die die Realitäten anerkennt und im Interesse des Volkes handelt.

      Seit mehr als 10 Jahren kenne ich die Karten zur Aufteilung Irans und den bösen Machenschaften der USA und genauso lang wird der bevorstehenden Krieg gegen Iran alarmistisch angekündigt. Das in Verbindung mit der vom Schiismus und Türkentum kontaminierten Geist des Iroonies, lässt die Leute sich nur noch damit beschäftigen gegen die USA und Israel/Zionisten zu sprechen und handeln. Nur darin sich als Superiour gegenüber der ganzen Welt darzustellen. Sich alls alleinige Quelle der Weisheit und Zivilisation zu sehen. So sehr, dass sich dass in Chauvinismus verwandelt und man darüber vergisst den eigentlichen Feind draussen und den in sich zu bekämpfen.

      Dagegen ist es wogegen wir vorgehen sollten. Wo sind die Konzepte, Pläne und Visionen für ein freies Iran und dessen Befreiung? Ich sag dir wo. Nirgends, lieber sich wie ein Iroonie verhalten. Erst wenn diese Leute begreifen wo ihre Prioritäten liegen, können sie sich diese Art von sachlichen Kritik gegenüber der USA erlauben, aber nicht in einer Situation, wo die Besatzer Irans Zähne fletschend um einen militären Konflikt betteln und nichts unversucht lassen, das herbeizuführen.

      Eigentlich hätte ich mir dieses Kommentar sparen sollen, denn seitdem dieser Blog aktiv ist, schreibe ich über nichts anderes.

      Schön mal wieder was von dir zu hören.

      • Bran the blessed schreibt:

        Danke sehr.
        Meine Kritik an den USA ist übrigens durchaus nicht diese „die sind der böse Satan“-Kritik. Ich sehe die USA als DER Hegemon der heutigen Zeit und sie betreiben logischerweise Interessenpolitik. Aber es ist ebenso logisch, dass wir Europäer über diese Interessenpolitik nicht zwangsläufig glücklich sein müssen.
        Die US-Politik fördert die Einwanderung nach Europa durchaus und das tut sie nicht, weil sie naiv annähme, dass in Europa die selben Voraussetzungen herrschen wie in den USA, sondern ganz im Gegenteil, weil diese Förderung ihren Interessen dient. Die europäischen Staaten sollen vor allem loyal zu den USA sein, aber sie sollen nicht zwingend von Europäern bewohnt werden oder über inneren Frieden dazu kommen, sich, wie im 20. Jahrhundert ja ausgiebig geschehen, zu fragen, ob sie nicht auch Hegemon sein könnten.
        Die USA sind das römische Reich und sie herrschen wie das römische Reich. Teile und herrsche. Ich mache ihnen keinen Vorwurf daraus und hege keinen Groll deswegen, ich sage lediglich, dass europäische Interressen US-Interessen zuwiderlaufen können bzw. es meiner Meinung nach tun.
        Logisch ist es völlig irrelevant, was ich finde, da ich ja keinerlei Wirkungsmacht mit dieser Meinung habe, ganz im Gegensatz zu Frau Merkel z.B., die treu zu den USA steht und deshalb Deutsche Soldaten an den Hindukush schicken kann, obwohl der Hindukush den Deutschen mit ihren innereuropäischen Problemen und Hartz IV eigentlich furzegal sein könnte.
        Und ja, es stimmt, ich kann in der Schweiz frei die USA kritisieren und ja, diese Freiheit verdanke ich, verdanken viele, die ähnlich denken wie ich, nicht zuletzt den USA. Hätte es diese USA nicht gegeben, würde ich heute entweder die eine oder die andere Parteilinie vor mich herbeten und wäre ein glückliches dummes Mitglied eines totalitären Staates.
        Das ist eine nette Nebenwirkung der US-Politik während und nach des zweiten Weltkrieges. Andere Nebenwirkungen, wie z.B. die allzu gründliche Umerziehung der Deutschen bis zur Wehrlosigkeit und der Aufgabe genuin Deutscher Standpunkte, sind da weniger erfreulich. Die dankbarkeit meinerseits ist da, aber sie kennt Grenzen, da ich ja darum weiss, dass das, wofür ich dankbar sein kann, im Prinzip nur Nebenprodukte der Hauptabsicht waren oder sind. Den US-Eliten (die nicht die US-Bürger sind) würde es auch nicht viel ausmachen, wenn wir in der Schweiz oder Deutschland uns gegenseitig über offenem Feuer kochen und irgendwelche Urwaldgötter anbeten würden, solange es ihren Bedürfnissen zudiente.
        Dass Du als Iraner hier einen anderen Standpunkt hast und ich diesen anderen Standpunkt völlig verstehe, habe ich schon gesagt. Das ist eben auch Realpolitik und es wäre wahrlich naiv, wenn Du Deine Präferenzen hier so setzen würdest, dass allfällige Bedürfnisse Deutschlands gegenüber den USA berücksichtigt würden. Diese Bedürfnisse können nicht das Problem der Iraner sein, deren Probleme hinsichtlich Abwicklung ihrer Kultur doch ein wenig akuter sind als diejenigen der Deutschen (die diese Probleme allerdings schon auch haben, einfach im Zeitraffer, verglichen mit dem Iran).
        Es wäre von uns aber auch naiv, wenn wir einfach zugute der Iraner ableugnen würden, dass die USA für uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr wirklich bereichernd oder stärkend sind.
        In dieser Frage werden wir uns vermutlich nicht einig, aber das ist auch nicht notwendig. Jedenfalls nicht nach meinem Ermessen. In anderen Fragen stimme ich Dir absolut zu (das sind diese Fragen, die die Urwaldreligion anbelangen) und ich für meinen Teil habe es aufgegeben, meine Sympathien nach 100%iger Deckungsgleichheit mit meinen Meinungen zu verteilen. Distanzierung ist ein Wort, das mich mittlerweile nur noch zu Brechdurchfall nötigt.
        In diesem Sinne: Funk on!

  9. Pesare-Pârsig schreibt:

    @Tangsir

    Sieh mal Tangsir, allem was du sagst stimme ich zu, insbesondere eingedenk dessen, dass ich als geläuterter Linker selbst in der geistigen Gosse von Islam-Apologetik und Türkentum gesteckt habe. Es stellt sich aber die Frage ab welchem Punkt man produktiv vorangehen kann und ab welchem Punkt man ein totes Pferd zu reiten versucht.

    Wir haben diese Themen zu Genüge durchgekaut und letzten Endes bin ich genau so schuld an Allem wie du. Als Amirkabir seine Beiträge geschrieben hat und so einen Bullshit von sich gegeben hat wie die Behauptung, dass Sumerisch eine iranische Sprache sei und auch noch anfing Derakhshani zu zitieren, habe ich mein Maul gehalten, weil seine Beiträge ansonsten erstklassig waren und ich unbedingt „Loyalität“ üben wollte. Dass Loyalität für ihn ein Fremdwort ist, hat man gesehen wie er auf meinen Beitrag über solargestützte Grundstoffproduktion reagiert hat. Ich schreibe ganze Beiträge um seine Positionen zu Alexander „dem Großen“ (die ich nach wie vor teile) zu unterstützen und was macht er!? Er scheißt auf mich, weil er nicht an den Klimawandel glaubt, schön und gut, nur handelte mein Beitrag nicht vom Klimawandel sondern von innovativen Methoden zur Grundstoffproduktion mittels Fotosynthese und Pflanzenfasern, hierzu schießen augenblicklich Innovationen und Forschungsbereiche wie Pilze aus dem Boden, nur der Iran soll weiterhin eine Öl-Kuh bleiben, sofern es denn nach den alten Herren ginge, funktioniert hervorragend wie wir sehen können.

    Unsere Positionen und die kalten offensichtlichen Fakten sind klar, ab hier ist alles Andere eine Charakterfrage nichts Anderes. wir haben hier gemeinschaftlich (auch Er) zuviel erreicht um uns jetzt mit sowas herum zu schlagen. Ein krankes wundes Glied muss amputiert werden, damit ein Organismus nicht mit Wundbrand infiziert wird und weiter leben kann und das haben wir getan, wir brauchen uns nicht so wichtig zu nehmen, dass wir wie er über unsere bemitleidenswerte Eitelkeit stolpern, es gibt viel wichtigere Dinge als unser „Ansehen“ (es sei drauf geschissen).

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