Wie gehts weiter in Iran?

10 EsfandNach den beiden letzten großen Protesttagen in Iran, am 14. und 20. Februar, plant die iranische Freiheitsbewegung ab dem kommenden Dienstag wöchentlich Demonstrationen abzuhalten. Inwieweit diese Proteste von Erfolg gekrönt sein werden bleibt abzuwarten. Karoubi und Mousavi hingegen benutzen die Proteste für ihre Zwecke und haben eine „grüne Charta“ veröffentlich, in der sie weiterhin für die Beibehaltung des islamischen Systems plädieren.

Karoubi und Mousavi geht es aber mehr als nur das System zu erhalten. Die Grüne Charta die sie unterschrieben haben, setzt sich zum Ziel das khomeinistische System wiederherzustellen wie sie vor 32 Jahren konzipiert wurde. In diese Charta ist weder davon die Rede Religion von Politik zu trennen, noch davon die Velâyate Faghi (Die Herrschaft des obersten Rechtgelehrten) als höchste Instanz des Staates zu entfernen oder zumindest ein Referendum über das zukünftige politische System Irans abzuhalten.

 

Wer steckt hinter der Grünen Bewegung

Für das westliche Publikum ist es schwer zu durchschauen welche Ziele die Grüne Bewegung hat, ausser, dass scheinbar Karoubi und Mousavi dessen Anführer sind. Wie falsch diese Annahme ist zeigen die bevorstehenden Dienstagdemonstrationen, die ohne das Zutun der beiden Figuren angekündigt worden sind.

Auch die Demonstrationen die am 14. und 20. Februar stattfanden und im Vorfeld von Mousavi /Karoubi unterstützt wurden, zeigten, dass kein Demonstrant auf den iranischen Strassen bereit war der Linie der beiden zu folgen. Ganz im Gegenteil wurde die Trennung von Staat und Religion gefordert, als auch Parolen gerufen gerufen, die den Tod Khameneis und das Ende der islamischen Herrschaft forderten.

 

Die Rolle der Medien

Wie bereits in einem älteren Beitrag dargelegt, haben westliche Medien darauf verzichtet diese Parolen und Forderungen des iranischen Volkes wiederzugeben. Vielmehr hat man sich auf Ahmadinejad eingeschossen, der innerhalb des islamischen Systems eine untergeordnete Rolle spielt und dessen Absetzung ein möglicher Schachzug des allahistischen Systems sein kann um der Protestbewegung den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Darüberhinaus hat das allahistische System in Iran viel Geld darin investiert um ihrerseits im Medienkrieg präsent zu sein. Neben dem Einkauf von sogenannten „Nahost-Experten“ wie Udo Steinbach um die Sache der Allahisten im Ausland zu vertreten, gibt es da noch die ominöse Press-TV die in ihrer Berichterstattung alles tut um die iranische Freiheitsbewegung zu diskreditieren. Demonstranten werden als Terroristen und Mitglieder der Mojahedin bezeichnet, die Freiheitsbewegung wird als von den USA-Gesteuert diffamiert und die Prominenten Figuren der Bewegung werden als Volksverhetzer bezeichnet. So tut es übrigens auch der Botschafter der iranischen Mullahs in Bern in einem kürzlich gemachten Interview: „Die Unruhen in Iran haben ausländische Mächte geschürt nach den demokratischsten Wahlen in Iran seit 30 Jahren.“

Zusätzlich zu diesen Aktivitäten wurden 100 Millionen Dollar dafür investiert, innerhalb von sozialen Netzwerken wie Facebook erfundene Konten zu errichten um Gruppen zu infiltrieren und um dort falsche Nachrichten in Umlauf zu bringen. Auch Youtube ist Ziel dieser Attacken. Oppositionelle Youtube-Kanäle werden mit  Vorwürfen von  Urheberrechtsverletzungendeaktiviert. Der letzte prominente Fall war der Kanal „freedommessenger20“, dessen Videos  auch auf diesem Blog vielfach verlinkt wurden. Wenige Ausschnitte aus den offiziellen Propagandamedien der Allahisten reichen dafür aus um wegen „Urheberrechtsverletzungen“ deaktiviert zu werden.

Auch unser Blog wurde Ziel dieser Attacken und es bleibt fraglich ob wir unsere Arbeit weiterhin fortsetzen werden können. Bisher allerdings wurde erreicht, dass unser Blog in der Tagsuche von WordPress deaktiviert wurde. Dagegen werden wir vorgehen und bei WordPress um die Revidierung dieser Entscheidung bitten, aber wir sollten froh sein wenn wir nicht gänzlich deaktiviert werden.

Blogs wie Julias Blog und Arshama3 hingegen sind von diesen Attacken verschont geblieben, denn sie verzichten darauf über Islamgegner zu berichten oder kritische selbstverfasste Artikel die gegen die IR gerichtet sind online zu stellen. Ihre Arbeit lässt sich als eine Art von Hofberichterstattung für Mousavi und Karoubi bezeichnen, wo sie auf jegliche Islamkritik verzichten. Arshama3 verlinkt sogar auf die Site von Iran-Now-Net, auf der Iraner offen bedroht, Frauen auf brutalste Art verbal-sexuell angegriffen, und Antisemiten,  IR- und Khomeinianhänger Narrenfreiheit geniessen, die Protestbewegung in Iran als terroristisch zu bezeichnen und oppositionelle Nachrichten als fabriziert darzustellen.

greenwaveDasselbe Vorgehen können wir übrigens auch beim Film von Ali Samadi Ahadi beobachten. In seinem  WDR-finanzierten Film werden konsequent die islamkritischen Stimmen innerhalb der Grünen Bewegung ausgefiltert und ein einseitiger Blick auf die Protestbewegung gerichtet, in der die säkularen und islamkritischen Stimmen in Iran nicht zu Wort kommen. Da wundert es kaum, dass die Heinrich-Böll-Stiftung diesen Film bewirbt. Mit von der Partie sind Claudia Roth und der zwielichtige Schwiegervater Joschka Fischers Mehran Barati, dessen Konkurent von Roth kaltgestellt wurde. Ali Samadi Ahadi ist sonst an vorderste Stelle zu finden um einen Thilo Sarrazin zu kritisieren, aber bei diesen Figuren hält er still und lässt sich instrumentalisieren und wehrt sich auch nicht dagegen wenn seine Heimstadt Tabriz in den deutschen Medien mit der türkischen Schreibweise „Täbriz“ wiedergegeben wird.

In dem Film ist ausserdem nirgends davon die Rede, dass Hizbollah, Hamas und andere islamistische Kräfte aus der Türkei und Afghanistan bei der Niederschlagung der Protestbewegung mitgewirkt haben, obwohl es da genug Blogberichte und Bilder gegeben hat. Hier wird sich der realpolitischen Realitäten im deutschen Lande gebeugt und im Sinne der Heinrich-Böll-Stiftung, WDR und der Grünen-Partei ein Film konstruiert, wo all diese Details ausgeblendet werden.

Die Türkisierung der Iraner in den deutschen Medien hört aber nicht nur damit auf Tabriz „Täbriz“ zu nennen. In der Vorabend-Serie „Marienhof“ spielt ein türkischer Schauspieler einen Iraner dem man den untypischen Namen „Tarek“ gegeben hat. Ich habe es mir erspart die Serie selbst anzuschauen, aber die Zuschauerreaktionen in den ARD-Foren sind vielsagend:

Tarek regt mich im Moment so auf! Wie oft wollte der schon spontan in den Iran rennen? 3 mal? 4 mal? Und dankbar ist er überhaupt nicht mehr. Immerhin füttern ihn alle durch, reisen sogar zu seiner Familie in den Iran, spenden am laufenenden Band etc.

Tarik soll ein Iraner sein der sich illegal in Deutschland aufhält und der in Deutschland so unzufrieden ist, dass er lieber zurück in ein Land zurück möchte, in der Folter, willkürliche Exekutionen und Vergewaltigung an der Tagesordnung sind.

So türkisiert man die in Deutschland lebenden Iraner und wirft sie mit den türkischen Herrenmenschen in einem Topf, die gegenüber Deutschland nur Klagen vorbringen. Was aber hier skandalöser ist, ist wie das Unrechtsregime in Iran verharmlost wird. Kein Wunder, dass diese Serie von der wdr-mediagroup mitfinanziert wird.

 

Die Verflechtungen zwischen der Türkei, Iran und Deutschland

Das Erdogan-Regime hat besonders im letzten Jahr seine Investitionen in Iran intensiviert, genauso auch wie das Besatzerregime in Iran ihrerseits massiv wirtschaftlich in der Türkei investiert. Diese politisch-wirtschaftliche Allianz scheint sich nun auch auf Deutschland ausgedehnt zu haben.

Nicht nur, dass der Handel mit Iran auch in diesem Jahr signifikant gewachsen ist, man nutzt seinen Einfluss in den Öffentlich-rechtlichen Medien aus um das Regime in Iran zu verharmlosen und die hier lebenden Iranern eine „Zweitidentität“ als Türken zu verpassen. Diese Tatsache ist umso schwerer zu bewerten, da die größte ethnische iranische Gruppe die in Deutschland lebt Azerbaidjaner sind.

Die türkisch-separatistischen Kräfte in Iran werden gleichzeitig vom Mullahregime gefördert und zwar massiver als es in den letzten Jahrzehnten geschehen ist. Azerbaidjaner aus Iran berichten davon, dass diese separatistischen Gruppen unbehelligt im Land Propaganda treiben dürfen und die dort ansässigen Menschen bedrohen und terrorisieren.

Warum Deutschland bei diesem Spiel mitmacht bleibt offen. Neben den wirtschaftlichen Interessen spielen da sicher auch geopolitische Sachzwänge eine Rolle, was dennoch das Ganze nicht entschuldigen kann, denn Deutschland unterstützt damit Sezessionskräfte in Iran die von ultranationalen und pantürkischen Kräften getragen, allein in den letzten 20 Jahren dazu geführt haben, dass in der Baku-Diktatur und in Zentralasien es zu ethnisichen Säuberungen gekommen ist, in dessen Verlauf Hundertausende Iranerstämmige massakriert und vertrieben worden sind.

Dieser Beitrag wurde unter Iran, Islam, Türkische Unkultur abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu Wie gehts weiter in Iran?

  1. Jochen10 schreibt:

    Hoffentlich geht das gut.

  2. amirkabir schreibt:

    Danke Azizam,

    ganz tolle Arbeit dieser Artikel, das muss man wirklich einmal sagen, hervorragend recherchiert und zusammen getragen und hervorragend praesentiert auf einem hohen Niveau!

  3. Attero Dominatus schreibt:

    Heute abend bei Anne Will , 21:45 Uhr
    Terror, Tote, Flüchtlinge – wer stoppt den irren Gaddafi?

    Es diskutieren Jürgen Trittin (B’90/Grüne), Philipp Mißfelder (CDU), Roger Köppel, Golineh Atai und Klaus Töpfer

    Neues Projekt von Naika Foroutan und ihren Hybridkriegern: Die Junge Islam Konferenz

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/1269212/Die-Junge-Islam-Konferenz
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/#/beitrag/video/1269424/Rollenspiele-und-echte-Impulse

    und so sieht der neue Lobbyismus der SPD aus

    http://www.spdvebiz.de/index.php?menu=1&__spdvebiz=7fd74ac6d66dba9ba7166440669e8e1b

    • aspāvar schreibt:

      Zweifellos praktizieren ARD und ZDF ganz frivol Beischlaf mit den Propagandasendern der Islamischen Vergewaltigungsrepublik. Recht deutlich wird man von ebendiesen Sendern, zu deren Finanzierung man gezwungen werden soll, ignoriert bzw. zensiert, wenn man diesen Umstand zur Sprache bringt. Aber sie werden sich noch wundern, denn ein freies Iran wird ihnen das Maul für ihre Goebbelsdienste dann schon stopfen!

      Marg bar dōstān-e Jomhuriye Tshoslami!

  4. nizi nizamudin schreibt:

    guten tag freunde,es konte dem nexten nach dem gadafi stürz was im Iran passieren,ich wönsche mich fur den revalution feel erfolg und feel glück,

  5. Gudrun schreibt:

    Wenn auch mein Schaf ganz begeistert war von der schoenen Minu, hat es doch einiges zu deren Vater gebloekt. Das ist ein zwielichtiger Vogel!
    http://www.eussner.net/schaf_2005-05-11_23-07-19.html

  6. Tangsir schreibt:

    Gudrun Danke für den Link

    Amire Gerami, Sepaz. Ich muss zugeben, dass ich bei der Erstellung dieses Blogeintrags auf viele Links zurückgegriffen habe die unsere geschätzten Kommentatoren hier gepostet haben. Ohne diese Mitarbeit wäre meine/unsere Arbeit viel mühseliger.

  7. aspāvar schreibt:

    Dies ist ein ganz ausgezeichneter Artikel, Tangsir Eranspahbod! Ich warne meine nicht-iranischen Bekannten vor diesem WDR-Streifen, weil das Bild eines durch und durch von Religiosität grundgeleiteten Volkes suggeriert, mithin der auf Edward Saids panarabischen Orientalismus-Schmalz vom Monolithen „Orient“ bedient wird. Es gilt sozusagen: Oh! Bloß nicht den Menschen im Westen ins Ohr flüstern, dass säkuläre und explizit anislamische Prinzipien in der iranischen Jugend ihren festen Stellenwert haben! Es soll vielmehr von den „aufgeklärten“ Muslimen die Rede sein. Es ist einfach widerlich anzusehen, wie Europa mehr und mehr zum geistigen Neanderthaler zurückgestutzt werden soll.

  8. Νέμεσις schreibt:

    Das macht mir Sorgen:
    „Auch unser Blog wurde Ziel dieser Attacken und es bleibt fraglich ob wir unsere Arbeit weiterhin fortsetzen werden können. Bisher allerdings wurde erreicht, dass unser Blog in der Tagsuche von WordPress deaktiviert wurde. Dagegen werden wir vorgehen und bei WordPress um die Revidierung dieser Entscheidung bitten, aber wir sollten froh sein wenn wir nicht gänzlich deaktiviert werden.“

    Tangsir, ich hoffe dein Blog übersteht das! 😦 Das ist eine riesen Sauerei das hier das iranische Regime oder die Bündnis90Grüne Gedankenpolizei WordPress unter Druck setzt, um regimekritische Berichterstattung zu unterdrücken! PI haben auch schon mehrere dieser Angriffe aushalten müssen und überlebt. Der Blog darf nicht verschwinden. Ich hoffe du hast alle Einträge auf deiner Festplatte, als HTML Code in einer Textdatei zum Beispiel? Da könntest du im Notfall aller Notfälle zum Beispiel zu Blogspot oder Blogsport oder anderen Anbietern wechseln und alles wieder reinstellen.

    Man muss gegen diese Regimeerhalter und Reformlügner ankämpfen, die versuchen eine beginnende Rebellion aufzuhalten, Libyen hat gezeigt, dass es nur geht wenn man radikal das Staatsystem des Regimes angreift und vom Staatsgebiet verdrängt und dann in den befreiten Städten eine freie Nation symbolisch ausruft und das mit der Fahne kennzeichnet, die vor dem Regime gültig war und die Symbole des Regimes zerstört, dem können sich dann als Alternative immer mehr Teile von Armee und Gesellschaft anschließen. Ich glaube das man nur auf diese Weise die Mullahs in die Knie zwingen kann, ich glaube aber auch das es so funktionieren wird. Es gibt im Iran große Teile der Gesellschaft und unterdrückte Minderheiten, die sich sofort einer Rebellion anschließen würden, wie die Menschen in Ost-Libyen, von so einer Basis aus kann man dann den Machtbereich eines noch so starken Regimes innerhalb von Tagen atomisieren, stärker als Gaddafi sind diese Typen jedenfalls auch nicht und fester als Gaddafi noch vor ein paar Tagen, sitzen die auch nicht im Sattel. Einfache Demonstrationen sind gut um das vorzubereiten, aber es muss eine umfassende Rebellion kommen damit sich etwas ändert, bei der Militärstützpunkte und Polizeistützpunkte übernommen werden und sich Teile der Armee nach und nach anschließen und die Uniformen und Fahnen wechseln.

    Wie in Libyen müssten auch Fahnen (in diesem Fall mit dem Löwen) in den Iran gebracht werden, als Symbol sind die sehr stark und in den Fernsehbildern via Youtube und al-Dschasira lassen die sich schwerer bis garnicht unterdrücken. Dann würde das genau so ausgehen wie in Libyen, Gaddafi hatte vor ein paar Tagen noch einen der größten, gefürchtesten und am besten ausgebauten Unterdrückungsapparate und nun fast garnichts mehr außer eine Pretorianergarde für den blutigen Endkampf um seinen Bunker. Das Volk muss sich selbst befreien, so wie in Libyen.

    Ich glaube die Mullahs wissen das auch, es quitieren auch iranische Diplomaten im Ausland ihren Dienst, nicht nur libysche. Die Mullahs haben jetzt, wo alle an Libyen gesehen haben wie das funktioniert, eine riesige Angst davor, so eine große Angst das sie sogar deinen Blog belagern. Die sind so schon paranoid, aber jetzt noch viel mehr als sonst, denn so langsam aber sicher geht es um das nackte Überleben des Regimes.

    Eine gute Inspiration für den Iran, danach begannen in Libyen die zuerst nur Teile, dann die Hälfte und nun sogar die Spezialeinheiten vom Regime zum Volk überzulaufen:


    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,748012,00.html

    Gerade passiert: In Berlin haben Exil-Libyer die libysche Botschaft gestürmt und Bilder von Gaddafi zerstört. Die wurden zwar nun wegen Sachbeschädigung verhaftet aber da Gaddafi schon zu gut wie erledigt ist, wird kaum etwas passieren, Appesement kann er nur noch von Erdogan erwarten.

    Tod dem Diktator! oder Mullahs in den Bunker! 🙂

    • Νέμεσις schreibt:

      Das Blockquote war mal wieder kaputt. Der Inhalt verschwunden und dann der Rest als Quote, der gar keins war. 😉

      Der Inhalt der da stehen sollte:
      „Ahmed war dabei, als die Katiba fiel, das größte Lager des Militärs und der Sitz von Gadaffi, wenn er in der Stadt wohnte. Drinnen, hinter den vier Meter hohen Mauern harrten Tausende von Soldaten aus, mit Flugabwehrgeschützen, Panzern und Granatwerfern. Draußen war eine wütende Stadt mit Fleischermessern und Sprengstoff, das die Männer sonst nur zum Fische fangen benutzen. Ahmed erzählt Geschichten von Jugendlichen, die mit Messern gegen Soldaten liefen, von Bauarbeitern, die ihre Gabelstapler mit Sprengstoff beluden und gegen die Mauern richteten und von einem Sachverwalter, der seinen Kofferraum mit vier Gasflaschen füllte und damit gegen das Haupttor in den Kugelhagel fuhr.
      Man möchte die Geschichten gerne als Übertreibungen abtun, aber fährt man zur Katiba – dann stehen da noch die Gabelstapler und das ausgebrannte Auto des Mannes hinter dem Haupttor, und im Krankenhaus liegen die Jugendlichen mit ihren Einschusslöchern, und die bei Bewusstsein sind, zeigen einem die Videos auf ihren Handys. Die Ärzte sagen: Ja, es wurde auch mit Flugabwehrgeschützen auf Menschen geschossen, aber für die hätten sie nicht mehr viel tun können. Ahmed sagt, sie wären lieber gestorben, als ohne Freiheit zu leben.
      Als die Mauer fiel, sei er irgendwann hineingelaufen und habe gesehen, wie die Munitionsdepots geplündert wurden, auch AK-47s und Granatenwerfer, für alle Kämpfe, die noch bevorstehen, und dann habe die ganze Stadt gefeiert.“
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,748012,00.html

      Könnte man als Anleitung zum Regime Smashing sehen. 🙂

      • Νέμεσις schreibt:

        So sieht es aus, wenn einer der gefürchtesten und stärksten Unterdrückungsapparate die Kontrolle verliert und untergeht:

        😀

    • Tangsir schreibt:

      Updates sind angelegt und wir machen auf jeden Fall weiter 😉

      Klasse Aktion von den Libyern!

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