Altiranische Mythologie

Monster Massacre²löwenryhtonAn diese Stelle erscheint ein Beitrag eines jungen Philosophie-Studenten, der den Lesern aufzeigen wird wie sehr die hellenistische Philosophie, und somit die darauf aufbauende westliche Zivilisation auf uriranische Philosophie und Denkkonzepte basiert. Diese Reihe soll aber auch den Mohammedanern und Islamlovern aufzeigen wie wenig der Islam mit dem Ganzen zu tun hat.

Von Ruhms Götterschwert:

Jeder Leser sollte eine gewisse Allgemeinbildung zu griechischer Literatur, Philosophie und Geschichte besitzen, vielen  aber mangelt es an  Wissen über das Altertum und der persischen  Kultur in der Antike. Irrtümlicherweise greifen hierzu viele Altphilologen und Humanisten auf die griechischen Vorurteile und der römischen Propaganda gegen die späteren Parther- und Sassanidenherrscher zurück.

faustHierzu mischen sich Erfahrungen mit den späteren Arabern und Türken, um diese zusammen mit den Persern in einen Topf zu werfen. Das verachtende Feindbild hat sich auch in der Literatur des Mittelalters wiedergefunden, wie in der „Historie und Geschichte des Doktor Johannes Faust“ von dem Buchdrucker Johann Spies, wo Spies ganz verächtlich Zarathustra als einen (Feuer)“Künstler“ degradierte, der einen Pakt mit dem Teufel einging und somit die ganze Zoroastrische Lehre auf Häresie basieren liess:

„Zoroastres / den man für Misraim/ deß Chams Sohn / hielt / ist von dem Teuffel selbst verbrennet worden“ Historia von D. Johann Fausten ebd.

Unter Reza Shah und seinem Nachfolger im 20. Jhr. haben wir die meisten Forschungen über das antike Persien zu verdanken. Es ist umso tragischer, dass die Islamische Republik unter den faschistischen Mullahs, die Deiranisierung bis heute noch mit eiserner Faust durchsetzt und die Forschung des antiken Persien unterbindet.

Auch im Westen ist die beträchtlich kurze Flamme für das antike Persien  nach 1979 erloschen. In keiner deutschen Schule wird ein kritisches Bild zum Archaimenidenreich und deren Nachfolger angeboten, sodass man nur auf das Internet oder Fachliteratur der Archäologie zurückgreifen muss, wo es immer eine Risikofrage welche Informationen  glaubwürdig sind. Auch gibt es nur wenige Studienplätze, die „(Alt-)Iranistik“ als Fach anbieten, wogegen sich aber Islamwissenschaften an den Universitäten durchgesetzt haben und damit die anspruchsvolleren Fächer verdrängen. Aus diesem Grunde biete ich einen kleinen Exkurs an, um den Leser den Zugang zum antiken Persien zu erleichtern, speziell im kulturell-geisteswissenschaftlichen Bereich.

Archaisches Hirtenleben

IndogermanenArchäologische Funde haben mehrere Völkerwanderungen aus Zentralasien Mitte des 3. Jahrtausend vor Christus, u.a. in das Gebiet des heutigen Iran nachgewiesen. Diese Völkerwanderungen wurden von mehreren Hirtenstämme, auch als „Indogermanen“ bekannt, initiiert. Unser Interesse gilt dem Gebiet Vorderasiens, unter den Griechen auch als „Persis“ bekannt. Im südöstlichen Teil der mesopotamischen Ebene, wo das Sargosgebirge zur Küste des persischen Golfes hin abfällt, lag das ehemalige Reich der Elamer, die zu den Hochkulturen des Zweistromlandes zählte. Die Elamer unterschieden sich von den meisten altertümlichen Königreichen darin, dass Frauen eine gleichberechtigte Stellung hatten.

„Die Elamer unterschieden sich von den meisten altertümlichen Königreichen darin, dass Frauen eine gleichberechtigte Stellung im Reich besaßen, oder wenn gar bevorzugt wurden. Nach Berichten von uns noch heute erhaltenen Tontafeln zufolge verfügten Frauen das Recht auf Eigenerwerb und konnten ebenso auch Besitztümer frei verfügen.“ (H.Koch: Frauen und Schlangen, S.154-158)

Illustration_Ephedra_distachyaWährend dieser Zeit haben sich Nomaden im 3. Jahrhundert im östlichen Teil der Persis niedergelassen und ihren Platz erkämpft. Sie sind der in Fachwelt als „IndoIraner“ bekannt, da im Laufe der Jahrhunderte die Nomadenstämme sich über Indien verbreitete und die Sprache sich allmählich spaltete. Die jetzt in „Iran“  sesshaft gewordenen Iranier sprachen eine Abspaltung der Indogermanensprache namens „avestisch“, während die der  Persis angrenzenden Inder  „Sanskrit“ zu sprechen begannen. Fest steht auch, dass Tieropfer bei den vor-Zarathustrischen Iranern von den Priestern ausgeführt wurde. Vor allem Stieropfer für den Lichtgott Mithras, um Schutz vor den Drug, Kreaturen des Bösen, zu haben. Die Priester pflegten auch Drogen zu sich zu nehmen wie das Haoma (Meerträubel+Milch), die Halluzinationen verursachen, und opferten diese dem gleichnamigen Gott um damit eine göttliche Vision zu erlangen. Generell galt das Leben der Hirtenvölker als archaisch, doch ihre Mythologie unterschied sich von den anderen Vorstellungswelten des Altertums.

Probleme mit Erfassung der altiranischer Mythologie

rigvedaAufgrund der systematischen Vernichtung von pre-islamischen, iranischen Kulturerzeugnissen durch arabisch/türkische Eroberer und davor durch Alexander der Große, besteht wenig Wissen wie die Mythologie der vorzoroastrischen Iraner genau ausgesehen hat. Einige Gelehrte vermuten, dass Zarathustra und seiner „Dämonisierung“ der alten Götter für das verloren gegangene Wissen verantwortlich ist, obwohl später die Götter als Engel des Ahura Mazdas und Daeva des Ahrimans wieder eingeführt wurden. Die Auseinandersetzung mit der awestischen und sankriten Liturgie als auch die der hinduistischen Religion (Besonders mit der altindischen „Rigveda“, die älteste religiöse Schrift des Hinduismus), und den vorhandenen Teile der Awesta, wie auch späteren noch uns erhaltenen mittelalterlichen zoroastrischen Kalender, wie die „Marnameh“, das Buch der Schlange, hilft einem dabei eine ungefähre Vorstellung dieser Zeit zu erlangen. Der Philosoph Manduchehr Jamali betrachtet sogar das mittelalterliche Epos von Ferdowsi und die Gedichte Rumis und Hafez als Quelle für die „Welt der Altiraner“.

Die Mythen des vorzoroastrischen Irans

Während in der Welt der klassischen Griechen die  Götter mit Kriegen ihr Platz in der Hemisphäre errangen, ihre Eltern, die Titanen, in die Unterwelt verbannten und den alten Rachegöttern, den Errynien, die alten Gesetzen verweigerten, oder wie ein überstehendes Wesen der abrahamischen Religionen aus  Willkür das Sein erschuf mit dem einfachen Satz „Es werde Licht“ und seine Schöpfungen nach belieben mit Tod und Verderben bestrafte, waren solche Grausamkeiten der altiranischen Welt fremd.

Die Götterwelt war ein Pantheon von 30 verschiedenen Götter, die in Harmonie und Gleichgesinntheit die Ordnung der Welt erschufen, deren Namen im zoroastrischen Kalender als die 30 Tagesnamen in einem Monat noch erhalten geblieben sind. (The Persian Mar Nameh, S. 30-32).

Die persischen Gottheiten

AnahitaJeder Gott und jede Göttin hatte ihre eigene Funktion und war in der Welt stets omnipräsent. Auch waren die Götter, anders als die griechischen, ständig von einander abhängig. Anahita zum Beispiel war die Wassergöttin, die Regen spendet, oder die Flüsse und Meere reguliert, und sogar für jeden Tropfen Wasser in der Welt zuständig ist. Sie konnte aber auch gewaltätig sein, und mit einem Kriegswagen über den Himmel streifen und ganze Stürme und Orkane verursachen, sowie die Erde mit Kälte heimsuchen. Vata kontrolliert die Winde und hat auch gewisses Wirken auf Anahitas Domäne, da er bei der Richtung der Flüsse und des Regens mitwirken  kann. Es gibt auch in eine in der Avesta erhaltenes Mythos, wo die himmlischen Winde das im Elbusgebirge angsammelte Wasser in den kosmischen Ozean Voroukasha trieben. („Weißer  Herr des Himmels“, S. 28) Mithras der Lichtgott erscheint in der Welt als Sonne, der die Menschen Licht und Wärme spendet. Dieser wird abgedankt vom Mondgott Mah und den Sternen wie Tir (der für den Sirius Stern steht), und diese wiederum von Mithras. Auf ewigen Umlaufbahnen bewegen sie sich in den Himmelsrissen, die laut der Avesta vom Bösen verursacht wurde. (Ebenda, S. 23)

Es gibt aber auch Götter, die nach abstrakten Ideen benannt wurden, die sich erst im menschlichen Leben und in einer menschlichen Gemeinde wiederzufinden sind. Zum Beispiel gab es Ram, die als Göttin der Freude und des Friedens galt, oder Behram, der Gott des Rechts. („Mar Maneh“, S.32)

Aa-ra-maiti 3000BCAttar (in der Brahmaischen Fassung als „Agni“ bezeichnet) ist der Feuergott, der den Menschen nicht nur Feuer, sondern auch das Leben gespendet hatte. Diese Auffassung kann man bei dem Vorsokratiker Demokrit wiederfinden, der in Vorderasien sehr bewandert gewesen ist. Der Grieche meinte, „dass sie (die Seele) eine Art von Feuer und etwas Warmes sei. Da nämlich die Gestalten und Atome unendlich viele sind, nennt er die kugelförmigen Feuer und Seele, vergleichbar den sogenannten Staubteilchen der Luft, die sich in den durch die Fenster einfallenden Strahlen zeigen. Die Gesamtheit von ihnen als den „Samen“ nennt er die Elemente der ganzen Natur.“ (Aristoteles, Über die Seele, 404a)

SimurghDie Auffassung, dass das Leben aus einem Samen entspringt, finden wir in uns noch erhaltenen altiranischen Mythen, die auch Inspirationsstoff für Pirdouz Shahnameh gewesen sind. Eine ist die Simurgh-Legende. Der Königsvogel lebte im Saena Baum, ein Riesenbaum, dessen vielfarbigen Äste die Samenkörner jeder Pflanzenart trugen. Der Saena Baum wurde von 10 Fischen, den Kar, bewacht, die um die Wurzeln des Baumes herumschwammen. Der Simurgh schüttelte die Äste, und abertausende von Samenkörnern fielen auf den Boden und schlugen bald Wurzeln. Auch das ewige Leben der menschlichen Seele wurde im Vourukashas aufbewahrt, und zwar im geheimnisvollen Baum Hom, der aus den unergründlichen Tiefen rausragte. (Weißer Herr des Himmels, S. 29 ).

Eine andere Sage ist die vom gewaltigen Stier, der am Veh Daiti geweidet hatte. Sein Fell leuchtete weiß auf wie der Mond. Das wunderbare Urtier wurde getötet, seine unsterbliche Seele aber fand Flucht beim Mond. Von der himmlischen Sphäre tropfte sein Samen auf die Erde und brachte dort die einzelnen Tierarten hervor (Ebenda, S. 29). Hinter der hohen Bedeutung des Samens in der altiranischen Mythologie steckt auch die hohe Wertschätzung der Natur bei den Nomaden, die auch später bei Zarathustra eine herausragende Rolle spielt. Auch gibt es ein uns noch erhaltenes Wort, was aus dem altpersischen abgeleitet ist:  Das Paradies. Paradies ist aus dem altpersischen pairidaida oder paridaeza abgeleitet, was „eingefaßter Garten“ oder auch „Park“ heißt. (Weißer Herr des Himmels, S. 48)

Das Paradies

AhrimanEine alte Sage die im Awesta erzählt vom Großkönig Jimas:
Die Tausendjährige Herrschaft des Großkönigs Jimas wird als goldenes Zeitalter beschrieben. Die Menschen lebten ohne Sorge, und es mangelte an nichts. Ahura Mazda hatte Jima die Herschaft über die Welt vertraut und Jima hatte dem Weisen Herrn versprochen, sein Königreich vor Unheil zu bewahren. Unter Jimas Herrschaft erblühte die Welt wie nie zuvor. Männer und Frauen sowie Vögel und Tiere gediehen wie noch nie zuvor und lebten in Harmonie bis Ahriman diese Harmonie mit seinen todbringenden Wintern zu Nichte machte. (Weißer Herr des Himmels, S.39)

Man findet solche Paradieserscheinungen auch in anderen Kulturkreisen, wie der Bibel als den „Garten von Eden“, oder in der klassischen Mythologie über die Zeit des „Goldenen Geschlechts der Sterblichen“, in der Zeit, wo die Menschen unter den Titanen in Harmonie gelebt haben und die Welt den Menschen genug Nahrung bot. (Hesiod: „Werke und Tage“, 109ff.), aber bei den Altiranern, war die Vorstellung über so einen Ort der Harmonie so stark, dass Zarathustra diese Idee in seiner Gatha ausgearbeitet hat und auffordert „die Welt fruchtbar zu machen“ (Gatha, 6. Hymne,3. Strophe). Daraus entstand eine neue Form der Gartenkultur.

Die Gärten waren das persische „Arkadien“, eine Idylle, die Wasser und Schatten spendet, wo Natur und Mensch ihren Einklang finden. Die späteren Perser benutzten Methoden der Zweistromländer, also Kanäle, die Wasser über kilometerweite Strecken transportiert haben, um in der Wüste überhaupt Gärten errichten zu können. Auch lieferten solche Gärten auch Heilpflanzen, die Ärzte und Priester für die Medizin verwendet haben.

HängendeGärten„In welchen Gegenden immer (der Perserkönig) wohnt oder zu welcher er sich wendet da trägt er Sorge daß dort Gärten sind, die sog. Parádeisoi von allen schönen und guten Dingen voll welche die Erde hervorbringen mag und in eben diesen hält er sich die meiste Zeit auf solange die Jahreszeit es zuläßt“ berichtet Xenophon in seinen Schriften (Oikonomikos 4 13). Gärten zu bauen war so essenziell für die Perser, dass sogar die Könige sich wünschten als Gärtner in Erinnerung zu bleiben.

In den altiranischen Kulten, die sogar auf die Steinzeit zurückgehen, waren aber zwei Elemente besonders hervorgehoben: Feuer und Wasser, die Grundlagen für das Leben auf der Welt. Das Wasser machte das Leben auf der Steppe möglich, und das Feuer half den Hirten den Winter zu überstehen. (Mary Boyce: Zoroastrism, S. 4) Ganze Opferrituale wurden durchzogen, um diese beiden Elemente rein beizubehalten, wie Wasser aus den drei Grundzutaten, Milch mit dem Saft oder den Blättern von Pflanzen, zu mischen, oder Feuer aus trockenen Öl, trockenen Pflanzen und Tierfett anzuzünden. (Ebenda, S.3-4)

Wir finden dialektische Ansätze in der altiranischen Vorstellungswelt, wie das aus den zwei extrem gegensätzlichen Elementen Leben entsteht sowie, dass auch diese lebenspendenden Elemente bzw. Götter umgekehrt tödlich für den Menschen sein können. Diese Dialektik der altiranischen Vorstellungswelt reformierte Zarathustra mit seiner neuen Lehre, die die Welt von da an total verändert hatte.

Kurze Geschichte der Avesta und heutiger Stand avestischer Übersetzungen

AvestaDas Avesta (Wissen) ist die Bibel der zoroastrischen Kirche, die die meistverbreitete Religion in Persien während der Antike war. Sie ist sozusagen ein erweitertes Schriftstück der Gesänge Zarathustras, die alle Priester auswendig lernen mussten. Die Gesänge der Avesta war in der altiranischen Periode und bis Ende des Archaimenidenreiches oral tradiert worden, aber auf Grund der Alexanderfeldzüge wurden viele zoroastrische Priester von den griechischen Söldnern getötet worden, und die zoroastrische Religion war in Vergessenheit geraten. (Mary Boyce: „Zoroastrism“, S. 78-79)

aus den noch vorhandenen Wissen über die Gesänge stellten Priester im 3. und 4. Jahrhundert einen Kanon von 21 Büchern (Nash) zusammen, doch ist auch dieser nur zum Teil erhalten geblieben. Die Teile der Urfassung sind in einer dem Altpersischen ähnlichen Sprache abgefaßt. Die Kommentare zu den erhaltenen Teilen des Avesta heißen Zend (Tradition); sie sind in mittelpersischer Pehlevi-Sprache geschrieben.

Das heutige Avesta zerfällt in folgenden 5 Teile:

  • Den Yasna (Opfer), ein Ritualbuch, zu dem auch die Gatha Zarathustras eingefügt sind.
  • Den Vispered oder Visprat (alle Herren), ein liturgisches Werk.
  • Die Yasht (Verehrung, Anbetung), Loblieder auf Gottheiten.
  • Den Vendidad oder Videvat(Gesetz gegen die Bösen Geister = Daevas), ein religiöses Gesetzbuch.
  • Das Khorda(junges, kurzes) Avesta, ein Gebetsbuch.

Sämtliche 21 Bücher der ursprünglichen Fassung trugen Zarathustras Namen, weil sie alle seine Lehre predigen, doch nur die Gatha können von ihm abstammen (Brandenburg: „Der Arzt in der persischen Kultur“)

YasnaAber nach der Unterwerfung Persiens von den Arabern im 7. Jhr. n. Chr. wurden fast alle zoroastrischen Schriften vernichtet und die Mehrheit der Perser wurden zum zwangsweise zum Islam konvertiert. Viele zoroastrischen Gelehrte flohen nach Indien und trugen die noch erhaltenden Reste der Avesta mit sich. Die Anzahl der Auswanderungen nach Indien stieg auch während den späteren Perioden des Mittelalters an, vor allem in der Periode, wo die Türken und Mongolen die letzten Funken persischer Kultur ausgelöscht haben. Auf Grund des jahrtausende langen Versteckens der zoroastrischen Bibel vor den Fremdbesetzern wurden Gesänge ohne Reihenfolge geordnet und deswegen wurden auch Gesänge Zarathustras in allen Teilen der Avesta verstreut einsortiert. (Varza: „Die Gatha“, S.13)

Selbst nachdem Pirdouz die persischen Sagen und Mythenwelt gerettet hatte und selbst als Avicenna die altpersische Medizin im Kanon der Medizin aufwahrte, war die Hochkultur Persiens unter dem Islam in Vergessenheit geraten, sowie das ganze Wissen über Zarathustra.

Renaissance des Orients

SedrehPoshiErst Mitte des 18. Jahrhundert entstand eine „Rennaissance des Orients“, wo die europäische Intellektuellen, vor allem im deutschen und französischen wie im englischen Bereich, hohes Interesse am Orient und seiner Geheimnisse gewonnen hatten Zwar war die „Ägyptomanie“ überragender als die anderen Trends der Zeit, aber es gab viele Kreise der elitären Schicht, die  durch die englischen und französischen Außenpolitik in Indien Zugriff auf die persischer Literatur aus der Safawidenzeit hatten. Goethe hatte in seinem „West-Östlichen Diwan“ ein umfangreiches Kommentar zur persischen Literatur abgegeben, indem er die verschiedenen Vertreter der Zeit erwähnte, unter anderem auch zu historischen Ereignissen Stellung nahm und und auch Ansätze einer Islamkritik schrieb (S.194):

„Andere, verwegener, behaupten: Mahomet habe ihre (die Araber) Sprache und Literatur verdorben, so daß sie sich nie wieder erholen werde(…) Ob nun gleich die muselmännische Kritik selbst an dem Koran manches Bedenken findet, indem Stellen, die man früher aus demselben ausgeführt, gegenwärtig nicht mehr darin zu finden sind, andere, sich widersprechend, einander aufheben, und was dergleichen bei allen schriftlichen Überlieferungen nicht zu vermeidene Mängel sind(…)“

Aber Goethe hat den unverzeihlichen Fehler gemacht, trotz aller Tatsachen und Kritiken, die er aufgezählt hatte, den Islam und den Koran weiterhin zu idealisieren. ebenda :„(..) so wird doch dieses Buch höchst wirksam verbleiben, indem er durchaus praktisch und den Bedürfnissen einer Nation gemäß verfasst worden, welche ihren Ruhm auf alte Überlieferungen gründet und an herkömmlichen Sitten festhält.“, und wagt es sogar die Zoroastrier wie Schurken darzustellen (S.183): „Endlich von den Arabern auf immer verdrängt und nach Indien vertrieben…“. Man merkt auch, dass der große Vertreter der deutschen Literatur auch von den Vorurteilen der Griechen geprägt war, als er den Diwan schrieb. (S. 181): „Da diese Religion aber zur Beschaulichkeit führt, so könnte sie leicht zur Weichlichkeit verleiten, sowie denn in den langen und weiten Kleidern auch etwas Weibliches angedeutet scheint.“).

Dennoch gehörte Goethe zu den wenigen, die dem deutschen Laien eine detaillierte Analyse zur persischen Dichtkunst in Inhalt und Form anbot. Man sollte bedenken, dass Goethes Curriculum noch im Wissensstand des 18. Jhs.  war. Nur durch die Archäologischen Entdeckungen Persepolis und der Machtübernahme Reza Shahs hat sich der Blickwinkel erweitert. Auch haben sich unter der neuen Königsdynastie erste nationale Ansätze innerhalb Irans gebildet.

Es dauerte auch nicht lange bis Mitte des 19. Jhs. der übrig gebliebene Rest der Avesta aus Indien nach Europa und Amerika kam und daraufhin die ersten avestischen Studien begannen. Versuche die avestische Sprache zu entschlüsseln, waren nicht sehr erfolgreich, und es kam  schnell zu Falschinterpretationen, unter anderem auch bei Nietzsche und seinem philosophischen Weltbild des Nihilismus. Die deutsche Sprachforschung befasste sich bis zu Beginn des 1. Weltkrieges mit einer einheitlichen Avestaübersetzung, die sogar heute noch in manchen Bücherhandlungen rumgeistern. Christ Wulffs Übersetzung gilt als meistbevorzugt, aber keiner konnte eine akkurate Wiedergabe des alten Textes wiedergeben. Danach sind die Zahl der Übersetzungsversuche erheblich zurückgegangen und bis heute liegt keine konkrete Übersetzung der Avesta für die Öffentlichkeit vor.

Die Gatha, die Gesänge Zarathustras, ist aber von Dr. Varza neuübersetzt worden und ist für einen fairen Preis in Amazon.de zu erhalten, aber wer die ganze Avesta auf deutsch lesen will, ist fehl am Platze. In Indien und im Iran gibt es die altpersische Bibel bei zoroastrischen Tempeln zu kaufen, diese sind aber nur auf avestisch erhältlich.

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Auf Grund des jahrtausend langen Versteckens der zoroastrischen Bibel vor den Fremdbesetzern wurden Gesänge ohne Reihenfolge geordnet und deswegen wurden auch Gesänge Zarathustras in allen Teilen der Avesta verstreut einsortiert.(Varza: „Die Gatha“, S.13)

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21 Antworten zu Altiranische Mythologie

  1. maxim schreibt:

    Ganz großes Kompliment und von Herzen besten Dank!! Ein wunderbarer, wertvoller Artikel!!

  2. jackdaw schreibt:

    Die Prehistorische Zeit ist immer und überall ein Problem (diese zu erklären), aber euch hat man und tut es immer noch die Historische Zeit gestohlen und geschändet.
    Geschichte ist nie Vergangenheit, Geschichte ist Identifikation!

    Als die Indoiraner in Persis eintraffen, so verschmolzen die Olympe der Götter mit einander.
    Bei den Altgriechen (Indogermanen), ging es kriegerisch zu, aber sie verschmelzten auch (Zeus u. Götter vs. Titanen spez. Kronos), die Titanen nahmen danach nie mehr die Stellung ein, aber es gab sie noch in der Lithurgie.
    Bei unseren ollen Germanen (-indo), als sie auf die Völker des Neolithikums traffen, erstmal kriegerisch, aber sehr schnell durch Heirat der Götter (Asen – Wanen).

    • Rums Götterschwert schreibt:

      Zu dem Thema gibt es ein interessantes Buch von J.J. Bachofen mit dem Titel „Das Mutterrecht“ aus dem 19. Jh.
      Kurz gesagt ging Bachofen davon aus, dass es vor dem patriarchaischem Griechenland eine ursprungliche Mutterkultur herrschte, die er auch als „Gynaikokratie“ bezeichnet hatte, die später vom Patriarchat verdrängt wurde, aber in den Mythologien bildhaft erhalten geblieben sind. Er nahm als Grundlage allein die griechische Mythologie. Ich glaube er ging auch auf die Titanen ein, war ne weile her als ich es gelesen hab.

      Sehr umstrittenes Buch, da zum Teil auch ziemlich hineininterpretiert wird, aber es hat einen historischen Wert. Denn es prägte sehr die dt. Literaturgeschichte, unter anderem Thomas Mann oder Engels, und Bachofen ging auch auf andere Sprachräume ein, wie Ägypten oder Indien. Ich bin selbst skeptisch zum Werk, aber immerhin, interessanter Interpretationsansatz, vorallem über die griechischen Helden, die ihre weiblichen Counterparts getötet haben, wie Perseus die Medusa oder Bellenophon, Achill und Herkules die Amazonen.

      Während dieser Zeit kam es auch zu der Forschung über die Ursprünge Griechenlands, und es ist nachgewiesen worden, dass die archaischen Griechen von kriegerischen Hirtenfölgern aus dem Kaukasus/ den Südrussischen Gebieten abstammten, die am Ende der Bronzezeit nach Griechenland ausgewandert waren und die alten Kulturen unterworfen und assimiliert hatten. Das wussten auch schon die Griechen selbst, Herodot hat im ersten Buch mehrere Kapitel über die alten Völkerwanderungen der vorherigen Jahrtausenden berichtet und sogar die Namen derjenigen Stämme aufgezählt, die sich in Hellas niedergelassen haben.

      Bei den Altiranern war es sicher nicht minder anders, als sie sich in der Persis niedergelassen und um Platz gekämpft haben. Aber auffällig hierbei ist,dass die anfänglichen Hirtenstämme in der Persis ab dem 9. Jhr. sowohl von Mary Boyce sowie auch von anderen Altertumsforschern als friedfertig und sogar naturgebunden galten, was meiner Ansicht nach eine völlige Seltenheit unter den Hirtenvölkern ist, die eher kriegerisch und räuberisch ausgestattet sind. Man denke nur allein an die Skythen,die homerischen Helden der Ilias und der Odysee, oder die späteren Mongolen, Araber und Türken. Die alle widersprechen der Mentalität der Altiranern, die Dank Zarathustra und Kyros erhalten geblieben sind.

      • Tangsir schreibt:

        Du machst einen grundlegenden Fehler Türken, Araber und Mongolen als Hirtenvölker zu bezeichnen. Die Araber ernährten sich hauptsächlich durch Raubzüge, genauso auch wie die Türken und Mongolen. Die Juden waren die einzigen die auf der arabischen Halbinsel Viehzucht betrieben und Land bewirtschafteten.

        • Rums Götterschwert schreibt:

          Dann entschuldige ich mich für dieses Missverständniss. Mir wurde in der Schule gesagt, dass die Araber und Mongolen Hirtenvölker waren.

          Und…wieder ein altes Weltbild verworfen 🙂

        • Tangsir schreibt:

          Im kleinen Umfang waren sie sicher auch Hirten, aber ansonsten war ihre Gesellschaft durch Raubzüge und Kriege geprägt, daher ist die Bezeichnung Hirtenvolk sehr unpassend. Aber da sieht man mal wieder was die 68er im Schulsystem den Kindern für ein Scheiss eintrichtern.

        • Wafthrudnir schreibt:

          Ja stimmt, die Juden waren die einzig Friedlichen und schöpferisch Arbeitenden auf der Arabischen Halbinsel (wohin sie nur grüppchenweise eingewandert waren). Die symbolische Sprache der israelitischen Propheten, in der es nur um Ausrotten bis hin zu Kind und Kindeskind und Alleinherrschaftsanspruch geht (von Amalek rede ich erst gar nicht), ist dir aber schon ein Begriff, oder? Kamen sie nicht ursprünglich aus dem Land der Sumerer (das erste Kulturvolk überhaupt), aus Ur, und sind dann der Legende nach unter ziemlich brutalen Umständen (Landnahme unter Josua) in das Land der Philister Kannaan – weit ab von der Arabischen Halbinsel – eingefallen? Während die Zivilisationen auf der Arabischen Halbinsel aus Gründen der Klima- und Fruchtbarkeitsveränderung nach der Eiszeit ursprünglich alle (!) aus der Gegend des heutigen Jemen kamen (das spätere Sabaa). Mit der bei zunehmender Trockenheit immer schwieriger werdenden Landwirtschaft (Ackerbau und Viehzucht einschließlich Hirten-Nomadentum) sowie Handel und natürlich auch Raubzüge am Rande der Weihrauchstraße.
          Um hier keine Zweifel aufkommen zu lassen wegen der paar Zeilen hier: Ich bin gegen jede Art von Anti…ismus, man muss den Philosemitismus mit dem Ziel der Herabsetzung anderer Völker und Religionen aber auch nicht übertreiben. Sonst müsste ich nämlich doch noch einmal auf Samson und andere Details zurückkommen.

        • Tangsir schreibt:

          Wafthrudnir, Wo wurde denn hier Philosemitismus betrieben, um andere Völker und Religionen herabzusetzen? Die jüdische Religion ist grausam und deren Lehre in keine Weise zu rechtfertigen, und ja Juden haben andere Juden getötet und dies religiös begründet. Und nein, die bei den Arabern tief verankerte Kultur des Raubes, die später auch den Islam prägte, mit klimatischen Bedingungen zu rechtfertigen ist Blödsinn. Diese Bedingungen gab es auch vielfach in Iran, ohne, dass die Menschen damit anfingen sich gegenseitig, ihr Besitz, Kinder und Frauen zu rauben.

          Die jüdische Religion, mit ihrem grausamen und fanatischen Charakter, entstand aus der Erfahrung der ständigen Besetzung und Krieg gegen ihr Volk über Jahrhunderte hinweg. Die Araber hingegen durften sogar Städte im Nahen Osten gründen und ausserhalb ihres Halbinsels arbeiten. Das hat sie dennoch nicht davor abgehalten eine Kackreligion zu gründen unter der die ganze Menschheit bis heute leidet.

        • Wafthrudnir schreibt:

          Dann war es teilweise ein Missverständnis – um so besser. So etwas lässt sich nun einmal um einen echten Tisch herum weitaus besser ausdiskutieren oder gleich ganz vermeiden als mit so einen paar Zeilen Blog hier. Dann wäre auch gar nicht erst die Frage aufgekommen, was bzw. wie blödsinnig ich denn etwas mit meinem Klimavergleich gemeint habe – an und für sich ja nur, dass aus dem Sand der Rub Al Khali nun einmal keine Zivilisation erblühen kann, sondern dass neben den Fruchtbaren Halbmond dafür auf der Arabischen Halbinsel tatsächlich nur der heutige Jemen infrage kam.
          Wie auch immer, tut mir leid. Wahrscheinlich hatte ich zuletzt einfach zu viele derartige Diskussionen bei verschiedenen Anlassen, als dass sich bei mir bei deinem hier zitierten Satz „Die Juden waren die einzigen die auf der arabischen Halbinsel, die Viehzucht betrieben und Land bewirtschafteten“ nicht die Zehennägel hochrollen würden und ich Unrat vermute.
          Was mich dennoch nicht von Zweifeln abhält, wenn ich lese, aus welcher Erfahrung heraus die jüdische Religion und ihre Anhängsel entstanden sein sollen. Da scheinen mir trotz allem Grundlagen, Ursachen und Folgen sowie die einzelnen Etappen der zeitlichen Abfolge doch zu einem ziemlichen Einheitsbrei verrührt worden zu sein, oder nicht? Besetzung und Krieg gegen ihr Volk kann es nun mal erst gegeben haben, nachdem sie nach ihrer eigenen Landnahme unter Josua erst einmal ein richtiges Volk geworden waren. Und was die Araber betrifft – ich behaupte oder entschuldige keinesfalls, dass die Armen so unter der Dürre zu leiden hatten und deswegen Räuber werden mussten. Das stellt (wenn überhaupt) höchstens ein begünstigendes Element dar. Den Charakter der Wirtschaft bestimmen äußere Bedingungen natürlich dennoch immer. Und die Kackreligion, da weiß ich auch nicht so recht. Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass jede Religion bzw. Ideologie, die für sich den Anspruch erhebt, der Weisheit letzter Schluss und das Non-plus-ultra der menschlichen Erkenntnis zu sein, in sich immer den Keim der Dekadenz, eben der Kacke trägt. Sei es Islam, Judentum, Christentum, freiheitlicher Demokratismus oder was auch immer. Das bedeutet meiner Meinung aber nicht zwingend, dass man alle diese Ideologien nicht auch weniger dogmatisch handhaben kann, sodass etwas halbwegs Vernünftiges dabei herauskommen kann (und auch immer mal wieder gekommen ist). Und zu guter Letzt (mehr geht hier wohl wirklich nicht) bezweifle ich auch, dass es so ohne Weiteres möglich ist, mit einem Abstand von Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden ganz genau zu besimmen, warum und mit welchen Gefühlen und Motiven damals der einzelne Mensch etwas gedacht und getan hat (wenn ich die Psychologie der Massen mal außen vor lasse). Deswegen ist es für mich auch ein weiteres alarmierendes Signal, wenn jemand die Meinung vertritt, „Der Araber“ ist immer schwarz, Iraner sind alle weiß, Russen rot und Deutsche grün. So ist es doch nicht und es verkennt die Individualität als mächtige Triebkraft von Veränderungen. Oder?

      • Tangsir schreibt:

        Klimavergleich hätte durchaus als Grund herhalten können, aber in dem Fall geht die räuberische Kultur der Araber viel weiter zurück. Im Iran gab es oft Wüstenbildung und wir Iraner haben gelernt Wasser aus dem Gestein der Berge zu gewinnen, was eine Igenieursleitung erste Güte war. Was ich damit sagen will, ist, dass sich dem Menschen auch in der Stunde der Not viele Wege bieten. Die einen wählen den einfachen Weg, die anderen einen fortschrittlicheren. Nichtsdestotrotz hatten die vorislamischen Araber eine relativ liberale Haltung gegenüber Religionen und waren Polytheisten. Die Frauen konnten über sich selbst bestimmen und insofern kann man mit Fug und Recht sagen, dass die Araber sich seit dem Islam zurück entwickelt haben.

        Selbstverständlich ist jede Ideologie, die für sich beansprucht der Weisheit letzter Schluss zu sein, an sich menschenfeindlich und dogmatisch. Da stimme ich mit Dir überein, aber nur im Christentum und Islam sehen wir globale Gefahren für die Menschheit, weil ihnen die eigene Geisteskrankheit nicht genug ist und sie andere mit Druck und Zwang bekehren wollen. Ich finde ausserdem nicht, dass man solche Lehren weniger dogmatisch handhaben kann, damit etwas halbwegs Vernünftiges dabei herauskommt. Das Christentum, und das kannst Du in meinem neusten Beitrag lesen, ist auf Raub, Lüge und Judenhass aufgebaut. Wie soll eine Lehre mit so einem Fundament etwas Gutes hervorbringen. Dasselbe gilt für den Islam, der die arabische Rasse als die Beste aller Rassen propagiert. Die Auswirkungen sind Landesverrat und Selbsthass. So etwas kann nicht vernünftig sein. Wenn überhaupt findet sich Vernunft in den Schriften der Philosophen wieder. Diese wiederum sind nur ein Richtschnur dafür eine eigene Philosophie herauszubilden.

        Vernunft gibt es nur im Streben nach der Wahrheit und im Logos. Vernunft lässt sich aus Aberglauben, Trug und Lüge nicht schöpfen.

        • Wafthrudnir schreibt:

          Gern lese ich das gelegentlich nach und freue mich, dass es in einem Blog auch einmal inhaltlich niveauvoll zugeht. Meine Erfahrung diesbezüglich ist unabhängig vom Inhalt leider nicht die allerbeste. Im Moment geht es leider nicht und möchte hier nicht öffentlich allzu ausführlich beschreiben, dass ich gerade keine Zeit habe.
          Das alles ganz unabhängig davon, dass auch dein letztes Posting wieder jede Menge Punkte enthält, die ich zumindest hinterfragen würde:
          „Wir Iraner haben gelernt…“ Was bedeutet das? Der kollektive Gesamt-Iraner? Genau so etwas gefällt mir eben nicht, im Positiven wie im Negativen. Und wo genau würden Sie die Trennlinie zwischen Aberglauben und Glauben ziehen? Es ist ja nicht so, dass da sich einfach nur irgendein Bösewicht irgendetwas ausgedacht und damit Lug und Trug betrieben hat, und alle haben vor Freude in die Hände geklatscht (weil sie eben so schwarze Araber sind).
          Und das Faladsch-Bewässerungssystem? Waren das etwa auch nur arabische Räuber, um darin kleine Kinder zu ertränken?
          Solche Lehren können meiner Meinung nach tatsächlich weniger dogmatisch und produktiv genutzt werden. Sind sie doch auch immer einmal wieder, unabhängig von aller Dogmatik. Und sei es nur, indem sich Menschen unter ihnen in relativem Liberalismus zusammengeschlossen und etwas gemeinsam vollbracht haben. Das waren doch immer die Entwicklungsschübe und Integrationstendenzen in bestimmten Teilen der Weltbevölkerung. So wäre „der Westen“ ohne das Christentum heute immer noch eine desolate Region dieser Welt, die den Untergang des Römischen Reiches und die Pestepidemien nie von allein überwunden und sich technologisch an die Spitze der Menschheit gestellt hätte. Relative Gleichheit der Menschen im Vergleich zu anderen Regionen der Welt hatte ihre Wurzeln in den christlich motivierten Bauernkriegen, selbst wenn diese selbst letztlich ein einziges Fiasko waren. Gleiches gilt entsprechend für bestimmte Phasen der orientalischen Geschichte. Ob Abbas Ibn Firnas ohne Islam wohl je geflogen wäre, um nur mal ein Beispiel zu nennen, das mir gerade so einfällt? Nur dann kamen die Mongolen und machten alles platt.
          Aber wie gesagt, ich werde es nachlesen.

        • Tangsir schreibt:

          Es ist leider wahr, dass es kaum gute Blogs gibt, wo es Gehaltvolles gibt und wenn handelt es sich oft um die Arbeit anderer Autoren, wobei in den meisten Fällen das zum Glück nicht verheimlicht wird. Sicherlich handelt es sich bei solchen Projekten um eine Kollektiv-leistung, sonst wäre sie von einzelnen Menschen nicht zu stemmen. Die Frage ist ob man andere dazu zwingt oder sie am Ergebnis dieser Projekte beteiligt. In dem Fall haben alle profitiert, da Wasser für das Überleben wichtig ist und war.

          Wo die Trennlinien sind? Sie sind fliessend und manchmal braucht der Mensch sogar den falschen Glauben und die Lüge um mit seinem Schicksal klarzukommen. Das macht es für Verführer so leicht. Das Faladsch-Bewässerungssystem zeigt ja, dass man nicht zum Räuber mutieren muss und, dass es Wege gibt die Erde urbar zu machen. Dass also Not und klimatische Bedingungen eben nicht als Ausrede dafür herhalten können, dass man andere Menschen beraubt und versklavt. Damit Menschen sich zusammenschliessen, reicht eine gemeinsame Sprache und Kultur aus. Der Vorteil dabei ist, dass sich sowohl Kultur und Sprache undogmatisch weiter entwickeln können und sich den Anforderungen der Menschen anpassen.

          Was das römische Reich angeht, so empfehle ich Dir dich darüber genauer zu informieren. Mit dem Chsitentum fing der ganze Streit und Blutvergiessen an und erst durch das Christentum kam es zum Völkermord an zwei germanischen Stämmen, Goten und Alanen. Das Christentum war es auch, dass schliesslich das römische Reich in geistige Lethargie legte und die Schriften der Griechen verteufelt und vernichten liess. Danach fing der geistige Abstieg Europas an.

          Die Pestepidemien hängen mit der kollektiven Vernichtung der sogenannten Hexen in Europa an, die das Wissen um Heilkräuter hatten, u.a. auch solche die für Empfängnisverhütung verantwortlich waren. Jahrtausende altes Wissen wurde vernichtet und verteufelt. Daraufhin kam es zu einer Bevölkerungsexploision in Europa, das durch die damalige Anbautechniken nicht gestemmt werden konnte. Hunger und körperliche Schwäche breitete sich aus und auch die hygienischen Bedingungen wurden durch die Bevölkerungsexplosion katastrophal, was zusätzlich dazu führte, dass sich die Pestepidemien verbreiten konnten. Darüber reden die kinderfickenden Theologen ungern, aber eine Menge an Wissen um natürliche Heilkunde ging während der Hexenverfolgung verloren, denn nur die Kirche durfte die einzige Wissensinstanz sein und jede Konkurrenz wurde vernichtet.

          Ansonsten lies Dir auch mal folgendes durch: https://tangsir2569.wordpress.com/2011/04/20/die-erste-wiedergeburt/

          Das wird Dein Bild von den „islamischen Wissenschaften“ zurecht rücken.

        • Wafthrudnir schreibt:

          Ich muss mich trotzdem noch einmal melden, vor allem auch wegen des Links.
          Zunächst aber einmal. Was ich mit „kollektivem Gesamt-Iraner“ meinte, scheinst du wohl nicht verstanden zu haben, oder? Eigentlich genau das Gleiche, was ich auch vorher schon mit der Schwarz-weiß-Malerei kritisiert habe. So etwas gibt es nicht! So, nun aber zu dem Link bzw. den Inhalten der zugehörigen Website:
          Überaus interessant, selbst wenn ich mich selbst nicht für so vollkommen unkundig halte und das eine oder andere schon kannte. Einer Bekannten habe ich beispielsweise schon vor über 10 Jahren Nizamis Leila und Madschnun geschenkt. 🙂 Ein paar meiner ganz konkreten Zweifel und Hinterfragungen aus meinen früheren Postings werden dadurch allerdings trotzdem nicht beantwortet. Womit ich zurück zu meiner allerersten Nachricht und meinem zunächst geäußerten Verdacht komme.
          Sag mal, im vollen Ernst jetzt, ist es ein Geheimnis, was dein eigener persönlicher Hintergrund ist? Würde mich nach der Lektüre irgendwie interessieren. So informativ und interessant ich die direkte Seite nämlich auch fand, so erschrocken war ich über einige andere patriotistische und volksverhetzende Dinge da. Ich hatte dir ja gleich ganz zu Anfang gesagt, dass ich jede Art von Anti…ismus zutiefst verabscheue. Wie kann man denn einerseits – aus deiner Sicht und mit deinen Argumenten vielleicht auch mit einem gewissen Recht – über „Den Araber“ und seinen zutiefst verwerflichen Charakter, seine Religion usw. zu Felde ziehen, im gleichen Atemzug aber vollkommen unkritisch und einseitig diejenigen hochjubeln, bei denen man ernsthaft Angst haben muss, dass nicht eines Tages der Untergang der Welt auf ihre Rechnung geht? Bist du sicher, dass nicht etwa du zu dieser fünften Kolonne gehörst, von der dort geschrieben steht? Viele Dinge, über die du dich ausführlichst ereiferst, liegen viele Jahrhunderte oder gar Jahrtausende zurück. Du ignorierst zudem die Tatsache, dass der allerwichtigste Grund (wobei Ausnahmen die Regel bestätigen), einer bestimmten Religion oder Ideologie anzuhängen, die Tatsache ist, dass Nachbarn, Bekannte und Vorfahren ihr auch schon anhingen und nicht anfangen sollen zu reden. Die Forderung an jeden Einzelnen, sich davon zu lösen, sogar wenn es um eine vermeintlich tyrannische Herrschaftsform geht, ist doch zumeist aus verschiedenen Gründen unrealistisch.
          Gleichzeitig hast du aber überhaupt keine Probleme mit, Systeme zu bejubeln, die massenhaft Blut von Millionen Unschuldigen rund um den Erdball an den Händen zu kleben haben, beginnend vom Völkermord an den Indianer vor noch gar nicht mal allzu langer Zeit bis zum heutigen Tag. Vielleicht solltest du ja mal nicht Mekka, sondern lieber Carson City besuchen, wenn dir so sehr daran gelegen ist, Verbrechen und Verbrecher wie Kit Carson zu huldigen. Oder was war jetzt gleich die große Schuld der amerikanischen Ureinwohner, dass sie ausgerottet gehören? Und worin unterscheiden sich jetzt gleich grundsätzlich die arabischen und türkischen Eroberer (die nichts anderes taten als viele andere Eroberer damals auch, was es natürlich nicht besser macht), von den Angelsachsen und anderen Kolonialisten, die mit mörderischer Gewalt in Amerika und anderswo einfielen?
          Wem wohl die Griechen zugejubelt haben, als Xerxes dort auftauchte?
          So viel erst einmal. Ich kann nur hoffen, dass es wieder nur um ein Missverständnis geht.

        • Wafthrudnir schreibt:

          Ach ja, Pest und Hexen noch: Dass Pestepidemien etwas mit den Hexenverfolgungen zu tun hätten, ist natürlich Unsinn, so schön es auch passen mag. Die Pestepidemien der Neuzeit begannen mit dem Schwarzen Tod von 1347-1350 infolge einer über Rattenflöhe von Asien, der Krim und Italien eingeschleppten Infektion. Die Hexenverfolgungen in größerem Umfang fingen da gerade erst langsam an, als Ersatzziel der Inquisition für die gerade erst ausgerotteten Katharer gewissermaßen. Massenhaften Umfang nahmen sie erst 250 Jahre später im 30-jährigen Krieg an, als das Chaos regierte und irgendjemand schuld sein musste. Warum dann nicht die schwächsten: kräuterkundige, meist alleinstehende ältere Frauen! Diese hätten zudem damals gegen Yersinia pestis nicht das Geringste ausrichten können, ganz abgesehen davon, dass man damals absolut keine Vorstellung davon hatte, wodurch die Pest verursacht wird (abgesehen von allerlei abergläubischen Vorstellungen).

        • Tangsir schreibt:

          Nein ich verstehe nicht was Du mit “kollektivem Gesamt-Iraner” meinst, denn den gibt es sicherlich nicht. Mein persönlicher Hintergrund ist kein Geheimnis, also frage ruhig konkret, wenn Du was wissen willst. Patriotismus ist etwas ganz natürliches, solange es nicht ins Extreme abgleitet. Nur in Deutschland kriegt man die Vaterlandsliebe von klein auf aberzogen, was nicht heisst, dass die restliche Welt diese Perversion mitmachen muss. Was allerdings volksverhetzend sein soll, solltest Du konkret benennen.

          Ob nun Aufklärung und der Appell an den Einzelnen sich seines Verstandes zu bedienen unrealistisch ist oder nicht, darf jeder für sich selber entscheiden. Ich für mein Teil folge dem Beispiel der europäischen Aufklärung, die ihr Wirken nicht als unrealistisch ansah und letztendlich Recht behalten hat.

          Sicherlich haben die USA den Indianern Unrecht getan, aber sie arbeiten ihre Geschichte auf und jährlich gibt es in Amerika ein Awarness-month, wo den Indianern gedacht und in Schulen und Medien dieses Thema behandelt wird. Dasselbe über die 1400jährige Versklavung des schwarzen Kontinents gibt es bei Türken und Arabern nicht, und noch heute inserieren Araber den Verkauf von kastrierten Afrikanern: https://tangsir2569.wordpress.com/2013/06/19/die-versklavung-des-schwarzen-kontinents/

          Wie kommt es, dass niemand über dieses großes Verbrechen spricht, obwohl diese den Hautfarb-Rassismus in die Welt gesetzt haben. Ist Deine Fokussierung auf die USA also daher nicht sehr einseitig?

          Die arabischen und türkischen Eroberer unterscheiden sich darin von den europäischen Eroberern, dass sie ihr Werk fortführen. Indem sie z.b. in Zentralasien den Persern ihre Sprache und Kultur verbieten und sie als Menschen zweiter Klasse behandeln, oder indem Armenier und Kurden in der Türkei weiterhin drangsaliert werden und, dass in nordafrikanischen Ländern die Sklaverei der Schwarzen weiterhin fortbesteht, dass Araber weiterhin, sogar im Internet, den Verkauf kastrierter Afrikaner inserieren und in Katar und anderen Staaten Arbeiter wie Sklaven ausgebeutet werden.

          https://tangsir2569.wordpress.com/turkentum/der-iranische-genozid/

          Hinzu kommt, die Diktatur in Iran, deren Nomenklatura weiterhin von Türken und Araber überlaufen ist, seit 34 Jahren verstärkt Iraner drangsalieren, foltern und terrorisieren. Es sind also keine historischen Begebenheiten, wie das was den Indianern widerfahren ist, sondern aktuelle Entwicklungen, denen ich mich als Iraner stellen muss. Und bevor ich die Dreistigkeit besitze als Heimatloser, dessen Nation von Türken und Arabern besetzt ist, über europäische Kolonialsisten herzuziehen, sollte ich doch als erstes dafür sorgen meine eigene Heimat zu befreien, dann können wir beide zusammen den USA und den Angelsachsen den Krieg erklären und uns auch endlich um diese Philosemiten kümmern, die nun überall auf der Welt das Leben der einfachen Leute zur Hölle machen.

          Deine Infos über die Hexenverfolgungen sind so nicht korrekt. Die Vorläufer zur Jagd auf die „weisen Frauen“ sind viel älter und gerade die Schwächung der Bevölkerung und die hygienischen Umstände aufgrund der Bevölkerungsexplosion haben dazu beigetragen, dass die Pest sich so verbreiten konnte, wie sie das tat. Das werde ich ausführlicher in einer meiner nächsten Beiträge darlegen. Ansonsten würde es helfen hier im Blog zu den verschiedenen Themen zu lesen, denn mir scheint es, dass Dir sehr viele Informationen über den Iran fehlen.

        • Jahangir schreibt:

          „Was das römische Reich angeht, so empfehle ich Dir dich darüber genauer zu informieren. Mit dem Chsitentum fing der ganze Streit und Blutvergiessen an und erst durch das Christentum kam es zum Völkermord an zwei germanischen Stämmen, Goten und Alanen.“

          Moooment, da hast du ein technisches Detail übersehen. Alanen (das -l in „Alanen“ ist wohl eine Abwandlung von -ry im alanischen Dialekt) waren/sind Iraner aus dem skytho-sarmatischen Zweig, nicht Germanen, darauf deuten u.a. schon ihre Anführernamen (z.B. Sangiban) hin. Bestimmt waren die Trennlinien zwischen diesen Stämmen nicht ganz scharf und unterwegs auf ihrer langen Odyssee dürften auch noch einige Daker o.ä. aufgelesen worden sein, aber dass die Goten eine ostgermanische Sprache gesprochen haben und die Alanen eine ostiranische, ist ziemlich gut belegt.

          Ansonsten gilt m.E., dass die meisten sozialen/geschichtlichen Phänomene mehrere Ursachen haben. Ich finde, man sollte trennen zwischen (berechtigter) grundsätzlicher Ideologiekritik (oder -ablehnung) und der Beurteilung geschichtlicher Ereignisse, sonst sind wir wieder bei Geschichtsforschung à la Gibbon. (Ich hoffe, dass dieser Satz Sinn ergibt).

        • Tangsir schreibt:

          Richtig Jahangire gerami,

          Ich meinte die Wandalen, und es gab noch einen germanischen Stamm, das aufgerieben wurde, weil dessen Bevölkerung arianisch war.

          Du hast Recht, dass man Verfall eines Reiches und/oder Kultur nicht auf eine einzige Ursache reduzieren sollte. Es spielen viele Faktoren zusammen, aber man sieht ja deutlich, dass man in der Antike bereits über zivilisatorische Standards verfügte, die es später unter christliche Herrschaft nicht mehr gab. Das Europa des Mittelalters ist m.E. z.b. ein Abstieg gegenüber den Zeiten des römischen Reiches. Es kam zu einer Degeneration des Geistes, samt Verbot aller Schriften, die das Christentum widersprechen. Und gerade die Christen haben die ersten Jahrhunderte nun einmal gewütet und ihresgleichen ausgerottet, Schriften verbrannt und Heiden und Ketzer verfolgt. Es war ein Gemetzel ohne Ende und durch das Wirken der Kirche hörte es nicht auf. Das ist zumindest mein Eindruck. Kriege und Völkerwanderung spielen beim Verfall des römischen Reiches sicherlich auch eine Rolle. Aber es ist ohnehin eine besondere Herausforderung festzustellen wann und wodurch erfolgreiche Imperien irgendwann das Fortune verlieren.

  3. Νέμεσις schreibt:

    Sehr guter Artikel.

    Viele Informationen über die altiranische Religion, die ich noch nicht kannte. Ich finde es traurig, dass man sehr lange suchen muss und dann nur durch Zufall darauf stößt.

    Was mir bei den Göttern aber in den Sinn kam, ist die bemerkenswerte Ähnlichkeit zu der Religion der alten Ägypter. Der ägyptische Streifen auf der Karte zu dem Ausbreitungsgebiet der Indogermanen machte mich da auch etwas nachdenklich, ist damit die Eroberung von Ägypten durch die Griechen gemeint oder gibt es ältere Verbindungen?

    Die Götter der Ägypter ähneln ebenso stark denen der alten Iraner, wie diese denen der Hindus ähneln. Bei dem Hinuismus gibt es die gemeinsame indogermanische Wurzel, die auch die Götter des alten Europa geprägt hat, aber mich würde mehr zu den Ähnlichkeiten zwischen den alten Ägyptern und den Iranern interessieren. Diese Ähnlichkeiten gehen ja so weit, dass man oft nicht genau sagen kann, aus welcher der beiden Quellen was in das Judentum übernommen wurde.

    Auch waren die Darstellungen der religiösen Symbolik der weit ausgebreiteten Flügel sich stilistisch sehr ähnlich:
    Isis

    Faravahar

    Auch die Verehrung von Rindern als Symbole der Männlichkeit und der Weiblichkeit spielen in beiden Kulturen eine sehr große Rolle.

    • Rums Götterschwert schreibt:

      Das finde ich sehr interessant. Es steht sicher was über die Geschichte Ägyptens in dem Zusammenhang. Soweit ich weiß stand Ägypten sehr nahe zu anderen Hochkulturen im Handel wie Babylon,Kreta oder Zypern. Altertümliche Ideen und Bilder können sicher zu der Zeit kulturellen Austausches gestanden haben. Oder die Entwicklung beider Völker (Iraner und Ägypten) verlief parallel, was aber eher unwahrscheinlich ist. Ägypten hat ja sogar die israelische Bevölkerung nach ihrem Reich verschleppt, nur um mal ein Beispiel zu nennen, in wie weit die Völker in Vorderasien eingedrungen sind.

      Aber ich will keine Stellung dazu nehmen, da ich null Ahnung von Ägyptologie habe. Ich werde es aber in Zukunft nachholen. Du hast mich inspiriert, Nemesis!

      • Rums Götterschwert schreibt:

        Was man auch berücksichtigen muss, dass bei den altertümlichen Kulturen die frühen Götterbilder immer ein Gesellschaftsbild gewesen sind. Bei den Griechen waren die Olymper autoritär, neidisch,besserwisserisch, verlogen und doppelzüngig. Bei den frühen Juden war Jahwe ein rachsüchtiger Wüstengott, der als brennender Busch auftrat und eine ganze Entwicklung durch das alte Testament durchzog, eben wie das Gesellschaftsbild der Judäer sich verändert hatte.
        Deswegen bin ich nahezu versessen darauf, die altertümlichen Götter der Altiraner zu fassen, denn da scheint wirklich mehr dahinter zu stecken, die auch genug Fundament für Zarathustra waren, eine soch tiefsinnige philosophische Ansicht zu bilden. Die alten Arier waren ziemlich naturgebunden, ein Respekt vor dem Leben des Tieres und der Pflanze und der Natur selbst virbierten schon bei den vorzoroastrischen Mythen. Der Menschenkönig Jima setzte sich ja dafür ein,dass die Welt für alle Lebensformen harmonisch und paradiesisch gestimmt ist.

        Die Ägypter waren dabei minder anders, da sie abhängig vom Niltal waren, und auch dieses Naturwunder mit allen anderen Lebensform in ihrer Sicht ehren und schätzen mussten. Da sind Götter wie Zeus oder Votan fehl am Platze…

  4. GehirnerweichungNein schreibt:

    Nur noch eine Anmerkung zu, ob Türken, Araber und Mongolen nun eher Hirten oder Räuber waren:

    In einer Zeit, in der es noch keinen Wohlstand gab wie wir ihn heute kennen, konnte es meiner Meinung nach, nicht möglich sein nur zu räubern! Der Räuber hätte sonst wie ein Krebs seinen Wirt zerfressen.
    Mongolen, und Türken als Bewohner zentralasiatischer Ebenen werden wohl in der Lage gewesen sein sich selbst zu ernähren, denke ich.
    Das Land der Araber allerdings, lässt sich nun wirklich nur mit Handel und Raub überleben, sodass „viel Raub“ immer eine Möglichkeit gewesen sein muss.

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