Antiiranische Comics seziert

Marjane Satrapi - PersepolisIn den letzten Blogeinträgen war vielfach von Marjane Satrapi und ihrem Comic „Persepolis“ die Rede. An diese Stelle soll der türkische Rassismus und Antiiranismus, das ihr Werk vermittelt erläutert werden. Zudem werfen wir einen Blick auf das neue Comic-Projekt „Zahras Paradise“, das sich ebenfalls durch protürkische Propaganda auszeichnet.

In ihrem Comic Persepolis lässt die türkische Prinzessin und Großenkeltochter vom despotischen Kadjar-Fremdherrscher Naser al-Din Qajar, ihren ganzen Hass gegen die  Perser, die Pahlavi-Dynastie, als auch gegen Kyros dem Großen freien Lauf. Ihr Comic zeichnet ein kritisches Bild des islamischen Regimes, aber vermittelt gleichzeitig ein positives Bild über die schiitischen Kleriker. Satrapi - PersepolisSchon im Vorwort zu ihrem Comic wird ihre antiiranische Gesinnung deutlich wo sie die Iraner als „Halbnomaden“ bezeichnet und behauptet Kyros der Große hätte das Mederreich zerstört, das nach ihrer Auffassung vor den Persern die erste iranische Nation errichtet hätten. Dass es einen zusammenhängenden Staat oder Königreich Medien nie gab, stört sie nicht weiter. Bis Kyros  der Große das Perserreich begründete, gab es lediglich eine Meder-Konföderation aus verschiedenen Kleinsfürstentümer die aus weitaus mehr als 100 Stammesverbänden bestand. Zudem wurde nichts medisches „vernichtet“, wie unsere Kadjarenprinzessin behauptet. Vielmehr  gab es eine Rebellion im medischen Herr, als daraufhin Kyros kampflos die Mederhauptstadt Agmatanu ein und später das Verwaltungsapparat der Meder übernahm. Es wundert daher auch nicht weiter dass sie in ihrem Comic den Begründer des Perserreiches und der Menschenrechte wie den Propheten Mohammed als Tyrannen zeichnet und die 2500 Jahre persische Geschichte als Ära der Tyrannei und Unterwerfung bezeichnet: persepolis-satrapi

Soll heissen: Ihr Perser seid nicht besser gewesen als wir Türken, wir sind alle Gleich.  Kyros der Große wird in ihrem Werk weiter als böse drein blickende Leiche verhöhnt und die 1971 stattfindenden 2500-Jahresfeier zu seinen Ehren, als lächerliche Show von „Frivolitäten“ verlacht.

persepolis-satrapiNach ihrer Darstellung soll das Landesvermögen bei dieser Veranstaltung drauf gegangen sein,  nur um ausländische Staatschefs zu beeindrucken. 2500 Year Celebration of PersiaDie schon damals geringe Summe von 22 Millionen Dollar die bei dieser Feier ausgegeben wurden, diente vor allem darum das Prinzip der Menschenrechte die durch Kyros der Große verkörpert werden hochleben zu lassen. Aber genau dies schmeckt den türkischen Fremdherrschern und ihrer Brut bis heute nicht, denn auf einmal könnten die Iraner auf die Idee kommen sich näher mit ihrer Geschichte, und da vor allem mit der Zeit der türkischen Fremdherrschaft auseinander zusetzen und diese mit den Achämeniden und Sassaniden vergleichen. reza-schahWeiter macht sie mit Reza Schah Pahlavi, den sie als Analphabeten und Offizier von niederem Rang darstellt. Er war natürlich kein nobler General wie Atatürk, lässt sie ihren Vater im Comic arrogant erzählen. Hier sieht man wieder dass türkisches Blut dicker ist als Wasser und dass Massenmord an Millionen Menschen einen türkischen General nicht unedel macht. Kein Wort darüber dass Bildung damals Privileg der türkischen Oberschicht war, oder davon dass Atatürk vorhatte den letzten übergewichtigen Qajarherrscher mit militärische Gewalt wieder in Iran zu installieren. Stattdessen bebildert sie den türkischen Rassismus und Neid gegen die Engländer. Reza Schah Nach Satrapis Darstellung waren es nicht etwa die islamischen Kleriker die sich gegen Reza Shahs Plan stellten eine iranische Republik auszurufen, sondern die Engländer die an die niederen Instinkte Reza Shahs nach Macht und Reichtum  appellierten. Antiwest PropagandaEr wird als Befehlsempfänger der Engländer dargestellt der die armen Qajaren, die im Comic allesamt als nette, sich dem  Volk verpflichtende Sozialisten  glorifiziert werden, enteignete. Selbst die Fliesen in deren Badezimmer lässt dieser persischer Plünderer und ungebildeter Wegelagerer entfernen, wie wir auf den Bildern bestaunen können und ist dennoch auf ihre Hilfe angewiesen da seine „Entourage“ aus Ungebildeten bestand.Reza Schah2

Wenigstens war der iranische Held Reza Schah Pahlavi so gebildet, den schiitischen Klerikern zu verbieten ihre arabisch-religiösen Trachten zu tragen, die als Machtsymbole galten. Zudem setzte er ein Zeichen gegen den  1400-jährigen türkisch-islamischen Antisemitismus, besuchte demonstrativ die jüdische Gemeinde in Esfahan und verbeugte sich vor der Torah. Das ist wohl der Unterschied zwischen dem „Analphabeten“ und „Offizier niederen Ranges“, im Vergleich zum noblen türkischen General Atatürk, der Berufsverbote gegen Juden ausrief, sie in der Türkei terrorisieren liess und sie schliesslich aus dem Land vertrieb. Rezah Schah hatte nie vor Monarch zu werden aber aufgrund der Widerstand der Mullahs und Axund blieb ihm keine andere Wahl. Die Kleriker wussten nämlich dass ihre Futtertröge in Gefahr waren, wenn es nach dem Willen des Volkes gegangen wäre. In ihre Rolle als Erhalter der monarchischen  Macht hofften sie weiter ihre parasitäre Existenz aufrecht zu erhalten. Reza Schah machte ihnen aber ein Strich durch die Rechnung und zwang die meisten von ihnen ihre Kopfwindel gegen Hüte auszutauschen. Noch heute ist Reza Schah Pahlavi der einzige Monarch in der iranischen Geschichte, der das Land unblutig und dennoch konsequent zu entislamisieren versucht hat. Als derjenige aber der die Kajarherrschaft beendete und sie ihrer Privilegien beraubte, ist er bis heute das Hassobjekt der türkischen Fremdherrscher und schiitischen Kleriker geblieben. Das Mausoleum dieses iranischen Helden wurde nach der islamischen Revolution als erstes zerstört, aber nun zurück zu unserer türkischen Prinzessin. Der türkisch-kadjarische Hass macht auch vor Mohammad Rezah Pahlavi nicht Halt und er kriegt die volle Dröhnung ab. Interessant bei den Zeichnungen ist wie negativ und böse die Pahlavis und Kyros gezeichnet sind. Die einzige die positiv und mit einem Lächeln gezeichnet wird ist die türkische Farah Diba. Im Comic werdem dem Schah der Schwarze Freitag und der Brandanschlag auf das das Cinema Rex angelastet, wobei beides das Werk der Mullahs war.Cinema Rex

Cinema Rex

Unsere Marjane erzählt uns wie die iranische Polizei die Eingänge des brennenden Kinos blockierte und auf Menschen einschlug, die zu helfen versuchten. Obwohl der Schah damals religiöse Fanatiker für diese Tat verantwortlich machte, weiss es unsere Marjane besser: „Es war Schahs Schuld“. Keine Rede davon dass in den Reden Komeinis er dazu aufforderte, Kinos als Zentrum der Prostitution in Brand zu stecken. Dass die Geistlichkeit vor der Revolution SAVAK-Agenten beschuldigte, das Feuer gelegt zu haben, nach der Revolution aber die Ermittlungen erst verzögerte und als mit den Ermittlungen begonnen worden war die Ermittlungsergebnisse verheimlichte, deutet darauf hin, dass die wahren Schuldigen unter der Geistlichkeit zu finden waren. Scheich Ali Tehrani hat 16 Jahre nach dem Brandanschlag in einem Interview mit Ali Reza Meybodi für das in den USA beheimatete Radio „Stimme Irans“ die Hintermänner des Attentats offen gelegt. Scheich Tehrani erklärte:

„Nach der Revolution wurde ich islamischer Richter in Maschhad. Nachdem Khomeini mich unter Druck gesetzt hatte, mich um die Sache Cinema Rex in Abadan zu kümmern, bin ich nach Abadan gegangen, und habe mir die Ermittlungsakten angesehen. In den Akten stand, dass während der Regenschaft des Schahs die Geistlichkeit in Qom beschlossen hatte in Abadan „etwas zu bewegen“. Abadan zählte zu den Städten, in denen man keine Revolution gegen den Schah organisieren konnte. Ich habe auch herausgefunden, dass das Kino, das man in Brand stecken wollte, zunächst nicht das Cinema Rex war. Vier Lehrer der Koranschule von Qom hatten gemeinsam einen Plan entwickelt, Brände in Kinos zu legen. Einer von den Vieren war Scheich Hossein Ali Montazeri. Für Abandan hatte man diesen Plan an drei Personen gegeben, die das Kino dann auch in Brand gesetzt haben.“

Shirin Ebadi poseÜbrigens der selbe Montazeri den unsere Kadjarentürkin Shirin Ebadi als Vater der Menschenrechte bejubelt. An diesen Beispielen kann man sehr gut erkennen dass Die Türken und Mullahs auch in der Gegenwart ihre jahrhundertelange Loyalität zueinander nicht aufs Spiel setzen und zusammen mit den Bazaris, die hauptsächlich aus den türkischen Fremdherrscher bestehen, weiterhin mit Lug und Trug gegen Iran, seine Geschichte und Helden hetzen.

Black FridayDer Schwarze Freitag und die zahllosen inszenierten Toten werden bei Marjane genauso gegen den Schah instrumentalisiert, wie es die Mullahs vor ihr schon getan haben.  Drei Tage nach der Fernsehrede des Schahs zündeten die Allahisten Khomeinis Kinos, Läden, Banken und Regierungsgebäude an. Die Unruhen breiteten sich im ganzen Land aus und auch in anderen Städten wurden „antiislamische“ Geschäfte gestürmt, angezündet und geplündert. Ein bei amerikanischen Touristen beliebtes Restaurant in Teheran wurde  ebenfalls Ziel einer allahistischen Bombe und tötete mehrere Gäste.  Am 19. August 1978 brannten in ganz Iran 28 Kinosäle. Am 7. September, als militante Khomeinisten einen Demonstrationszug starteten, wurden in der Stadt Soldaten positioniert. Um ein Blutvergiessen zu verhindern wurden den Sicherheitskräften keine scharfe Munition ausgegeben. Am Freitag den 8. September 1978 hatten die Sicherheitskräfte den Befehl erhalten in die Luft zu schiessen um weitere Tode zu verhindern. Wenige Minuten später lagen tote Demonstranten und Polizisten auf dem Platz, ohne dass zunächst klar war, wie es zu den tödlichen Schüssen gekommen war. Die islamistischen Gruppierungen verbreiteten die Nachricht, dass „tausende friedlicher Demonstranten von zionistischen Truppen massakriert worden seien. Angeblich sei aus Panzern und Hubschraubern auf die Demonstranten geschossen worden. Es fanden sich sogar Zeugen, die den Schah persönlich aus einem Hubschrauber auf die Demonstranten habe schießen sehen. Die Geschichte vom Massaker auf dem Jaleh-Platz“ war geboren. Die von den Oppositionsgruppen verbreitete Nachricht von „15.000 Toten und Verwundeten“ löste weitere landesweite Demonstrationen gegen die Regierung aus. Houshang Nahavandi, der ehemalige Kanzler der Universität Teheran, berichtete:

„Die nachträgliche Untersuchung der Ereignisse ergab, dass zunächst aus der Menge heraus auf die Soldaten geschossen worden war. Es hatten sich bewaffnete Palästinenser unter die Demonstranten gemischt. Die Untersuchung einiger Todesopfer zeigte, dass sie aus kürzester Entfernung aus der Mitte der Demonstranten heraus erschossen worden waren. Nahavandi berichtete weiter, dass er im Jahre 1980 einen ehemaligen Unterstützer der Islamischen Revolution getroffen habe, der inzwischen nach Frankreich geflüchtet war. Dieser habe ihm folgendes erzählt: Meine Wohnung besaß ein Fenster, das sich zum Jaleh-Platz hin öffnet. Vor der geplanten Demonstration wurde ich von islamischen Marxisten kontaktiert. Am Freitag kamen dann zwei bewaffnete Palästinenser vorbei. Vom Fenster meiner Wohnung aus eröffneten sie das Feuer nicht nur auf die Soldaten sondern auch auf die Demonstranten. Weitere Palästinenser schossen wie Scharfschützen von den Dächern der umliegenden Häuser und aus anderen Wohnungen.“

Die Sicherheitskräfte des Schahs hatten also nie wahllos in die Menge geschossen.  Die  Allahisten  hatten sogar im Vorfeld Leichen aus Leichenhäuser entwendet, sie präpariert und verstümmelt, um sie dann der Öffentlichkeit als Opfer des Schahs zu präsentieren. Auch Masud Mohit bestätigt, dass palästinensische Guerilla-Kämpfer illegal über die Grenze des Irak in den Iran gekommen waren. Mehr als hundert palästinensische Guerilla-Kämpfer waren vom Militär verhaftet und ins Gefängnis Dashteh Mishan in Chustenan gebracht worden. Einigen Kämpfer war es offensichtlich gelungen, bis nach Teheran zu gelangen. Amnesty International hatte genauso mit falschen Zahlen hantiert und horrende Zahlen von politischen Gefangenen präsentiert.

Soviel zu den dreckigen Pahlavis und dem tyrannischen Perser Kyros. Wie  aber werden die Mullahs bei Satrapi portraitiert?Mullahs and the KajarsDa seht ihr wie die ideologischen Eignungstests in Iran aussehen. Ganz mutig und wahrheitsgetreu erzählt sie dem Scharfrichter dass sie im Ausland kein Kopftuch getragen hat und auch sonst sich weigert zu beten. Dann wird auch noch der pädophile islamische Prophet als wahrer spiritueller Geist zitiert, und das wars auch schon. Keine Sanktionen und keine Strafe. So liberal wie es in den letzten 31 Jahren in Iran eben tatsächlich war, nicht wahr Kadjarenprinzesschen?Mullahs and QuajarsUnd auch hier wird ein weiterer Mullah als „wahrer religiöser Mann“ gezeigt der lediglich ermahnt und einem immer eine zweite Chance gibt. Sowas von „honest“ von ihr aber auch.Mullahs und QuajarsNatürlich braucht keine Frau verschleiert vor dem Mullah zu treten, wie auch jede Begegnung mit ihnen eine wahre Freude und Fest der Spiritualität ist. Danke für die Aufklärung Marjane, echt honest und so, und wie geil erst dass du den persischen Namen „Marjane“ so gar nicht in den Schmutz ziehst. Wie aber zeigt sie sich und ihre Familie im Comic? Natürlich sind alle Intellektuelle, moderne, sozialistische Vorbilder und Rächer des Volkes.Satrapis WurzelnAchso ist das also. „Unter anderem“ war er also ein Prinz, nicht etwa kadjarischer Kaiser der die Iraner mit seiner Misswirtschaft und Vergewaltigungslust quälte. So honest Marjanejan, so honest aber auch.Satrapis WurzelnWas für ein liebenswerter türkischer Fremdherrscher. Sein ganzes Leben war Pein, und sein Rheuma erst. Und damit keine Missverständnisse entstehen: Es handelt sich hier nur um zwei Beispiele wie sie in ihrem Buch türkische Despoten und Landesverräter zu politischen Gefangenen verklärt. Auf die Frage ob sie denn nun eine Adelige ist, antwortete sie:

„Die Kajarenkaiser hatten hunderte Frauen und mit ihnen produzierten sie tausende Kinder. Wenn man die Anzahl der Kinder mit der Generation der Kajarenherrschaft multipliziert, kommt man auf eine Zahl von 10.000 bis 15.000 Prinzen und Prinzessinnen. Es ist also nichts besonderes.“ Sie fügte noch hinzu „Die meisten iranischen Familien sind also demnach blaublütig.“

Und so lautet ihr Statement zu der türkischen Vergewaltigungskultur in Iran. So beschönigend erklärt man die Verschleppung von persischen Frauen und wie sie gezwungenermassen lauter türkische Bastarde in die Welt setzten. Hierbei ist der Begriff Bastard nicht von mir gewählt, sondern von den türkischen Fremdherrschern selbst.  Was beschwert ihr euch über türkische Vergewaltigungen? ihr undankbaren Perser seid damit geedelt und geadelt worden. Nicht alle hatten nämlich das Glück wie Satrapi mit dem Geld des iranischen Volkes, nach Europa geschickt zu werden um sich dort ein schönes Leben zu machen. Die meisten landeten auf der Strasse und mussten als Kinderprostituierte oder Kriminelle ihr Dasein fristen, und so nannte man sie „Harumzâdeh“, also Bastarde. Ihre Zeit in Österreich beschreibt die Marjane als  eine einzige Hölle, in der fast alle Österreicher Rassisten waren und sie fertig machten. Selbst ihr damaliger Freund benutzte sie nur und die bösen Nonnen erst. Aber schauen wir uns an wer ihre Sympathie erhält:Marjane Satrapis HeroesDie armen palästinensischen Kinder, der heldenhafte Fidel, aber die mörderischen Amis die Vietnamesen massakrieren nicht, und dann natürlich diejenigen die sie als „Revolutionäre meines Landes“ bezeichnet.

Fazit:

Der Rassismus gegen alles westliche entgeht einem nicht in ihren Comics, und da folgt sie dem türkischen Beispiel wie dem von Mossadegh, den Tudehis und anderen antiiranischen Kräften. genauso verhält es sich mit ihrem Hass gegen alles persische und den Pahlavis. Mit einer beispiellosen PR-Arbeit wurde damals ihr Comic in den westlichen Medien beworben und schliesslich auch verfilmt. Hierbei sollte man wissen die Filmindustrie kaum Comics verfilmt, und wenn, dann keine Newcomer die mit politischen Themen unterwegs sind. Schon viel populärere Comic-Figuren für die bereits Drehbücher verfasst wurden, kriegen nicht das nötige Kapital zusammen, um als Film zu erscheinen. Bleibt also die Frage welche finanzkräftigen Gruppen und Personen hinter Satrapi steckten, um so ein Projekt zu finanzieren. Auch sollte die Frage erlaubt sein ob die Zeichnungen als auch die Geschichte selbst tatsächlich ihrer eigenen Feder entstammten. Wie wir nicht zuletzt bei Mossadegh und anderen Kajaren erfahren mussten, sind diese sehr kreativ was die Urheberschaft von Texten und Dissertationen angeht. Fest steht aber dass die Kajaren nach Jahrhunderten von Misswirtschaft,  Herabwirtschaften der iranischen Nation und der Vergewaltigung ihrer unschuldigen Kinder, das Einbüssen ihrer illegitimen Macht nie verwunden haben. Noch heute bestehen ihre finanzkräftigen Netzwerke in und ausserhalb Irans, um weiterhin Iran Schaden zuzufügen und um ihre Macht zu erhalten. Das letzte Beispiel hierfür war der Streik der Bazaris. Sie streikten weil man plötzlich bei ihnen Steuern eintreiben wollte und sie dazu bewegen wollte ihre Bücher prüfen zu lassen. Im Machtkampf um den Erhalt von Steuerbetrug und Privilegien, konnten sie sich wieder mal durchsetzen. Daran kann man ersehen wie mächtig die Kajaren noch immer sind, und wie sehr sie mit Hilfe der sie unterstützenden Mullahs ihre Interessen durchsetzen. Marjane SatrapiUnsere wohlbeleibte türkische Prinzessin schämt sich gar nicht über ihre Lügen und wiederholt ständig dass sie ja alles aus ihrer persönlichen Sicht erzählt und gar keine Historikerin ist, wie hier zuletzt im amerikanischen Kabelfernsehen. Mit dem ergaunerten Geld des iranischen Volkes und mit dem finanziellen Rückhalt der Bazaris, darf man sich das auch ruhig erlauben. Man sollte aber dann auch dafür Verständnis aufbringen wenn meinesgleichen diese Frau als Feind des iranischen Volkes und Nation betrachten und es als schlechten Scherz empfinden wenn diese Türkin sich als Iranerin und Perserin ausgibt. Ein Blick in ihr oder Shirin Ebadis Gesicht sollte reichen um bei der Behauptung sie seien Perserinnen in lautes Gelächter zu verfallen.

Zahra’s Paradise by „Amir“ und „Khalil“Zahras Paradise

Ein weiterer antiiranischer Comic-Projekt ist Zahras Paradise, das vorgibt die Geschehnisse rund um die „Grüne Bewegung“, einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Amir soll nach Eigenauskunft ein iranischer Journalist sein und Khalil sein arabischer Zeichner. Auch bei diesem Comic fällt auf dass 2010-02-10-endie PR-Maschinerie auf Hochtouren läuft und anscheinend finanzstarke Kreise dafür gesorgt haben, dass vom Spiegel bis zum „The Economist“ alle diesen Comic bewerben und in den Himmel loben. Schon auf den ersten Seiten dieses Projekts, das momentan online erscheint, fällt einem die durchweg negative Charakterisierung der armenischen Figur auf, die die Jugendfreundin einer Iranerin verkörpert, deren Sohn wiederum in den Wirren der letztjährigen Proteste spurlos verschwunden ist. Da wo die iranische Mutter und Freundin der Armenierin sich stets sittsam und bescheiden gibt, erscheint die, als Christin, mit demonstrativ riesigem Kreuz um den Hals tragende Armenierin, als kettenrauchende, herrische und arrogante Gestalt, die ein gewaltiges Alkoholproblem hat. 2010-02-11-en2010-02-16-enWährend die iranische Mutter um ihren Sohn bangt und krank vor Sorge ist, zeigt die Armenierin kaum Mitgefühl, ausser dass sie sich immer wieder über den islamischen Gott lustig macht und den anderen Sohn der Familie herumkommandiert, ihr weiteres Alkohol zu servieren. Dass es sich bei der iranischen Familie um eine gläubige Familie handelt, erkennt man an das „Allah“-Schriftzug, das in ihrer Wohnung prangt. Umso mehr  wird damit der Disrespekt der Armenierin gegenüber dem Glauben ihrer Freundin demonstriert.2010-03-19-enbAuf die Frage ob der verschwundene Sohn noch Kredit auf sein Handy hat, antwortet die Mutter ja, aber dass er sich nicht gemeldet hätte. Diese Information scheint anscheinend diese christliche Frau nur noch weiter dazu zu animieren, in vergnügter Laune nach mehr Alkohol zu schnippen. Soviel zu der Darstellung der Armenier in diesem Comic, die sich sehr nahe am Hasspropaganda der Türken gegen Armenier hält. Nicht zu vergessen ist auch die Portraitierung  als arrogante Frau. Nur wer die islamische Propaganda kennt, weiss dass der Vorwurf arrogant und mitleidlos zu sein, der Klassiker unter den Hetzparolen ist. Nun aber wenden wir uns einem anderen Charakter zu, und zwar „Taymoor“. Wo die armenische Miriam durchgehend als unsensibel und für iransiche Verhältnisse arrogant und mitleidlos erscheint, ist unser Taymoor zuvorkommend, fürsorglich und überhaupt die Reinkarnation von Jesus selbst, aber seht selbst:2010-06-28-enb
Als ich den Namen Taymoor auf der Seite las, kochte es naturgemäß in mir, denn Tyamoor war einer der schlimmsten mongolisch-türkischen Massenmörder in der iranischen Geschichte. Nachdem er Iran brutal unterworfen hatte, erhoben sich die Menschen in Isfahan gegen seine Strafsteuer. Taymoor befahl daraufhin die Massakrierung der gesamten Stadt. Alle Bewohner von Isfahan wurden daraufhin umgebracht. 70.000 Menschen kamen damals ums Leben und aus den Schädeln der Ermordeten liess er 28 Türme mit jeweils 1500 Köpfe errichten. In der Stadt Isfizar ließ er 2000 Menschen lebendig einmauern und auch in Indien und Georgien liess er ganz nach Vorbilder Cengiz Khan und den Oghuztürken hunderttausende Menschen  ermorden. Auf meinen Einwand hin wieso gerade dieser Name benutzt worden ist, antwortete  der Autor „Amir“, dass natürlich sein Name in der „iranischen und islamischen“ Geschichte kontrovers sei, er aber die Entscheidung bewusst getroffen habe diesen Namen zu nutzen. Da Taymoor für seine Zerstörungen berühmt geworden ist, sei es an der Zeit einen anderen Taymoor kennenzulernen, der uns überraschen würde. Ich wusste da direkt wohin der Zug rollen sollte. Nämlich in der Inszenierung dieses „neuen Taymoor“ als zweiten Oscar Schindler und Erretter der Iraner. Auf die Nachfrage wo der erzieherische Sinn liegt den Namen eines Massenmörders reinwaschen zu wollen, erhielt ich keine Antwort mehr. Genauso wenig auf den Einwand hin, dass der psychologische und sozialer Effekt dieser Art von Verherrlichung des Namens eines Massenmörders, und die Schönfärberei der iranischen Geschichte verheerend ist. 2010-07-19-enWie nicht anders zu erwarten, entpuppte sich unser Teymoure Lang als barmherziger Samariter, der iranische Demonstranten Zuflucht in sein Geschäft bot.2010-07-16-enUnd als ob das nicht genug gewesen wäre, verglich der „neue Taymoor“ die Basiji mit der Kosakenbrigade aus der Reza Schah Pahlavi hervorgegangen war. Eine Gleichsetzung die ohne Not gewählt wurde, die aber als Anti-Pahlavi Propaganda nichts neues ist.2010-07-21-en

In der obigen Szene gerät er dann endgültig zum selbstlosen Retter, der sein eigenes Leben aufs Spiel setzt, indem er vorgibt sich selber um den „kleinen Bastard“ kümmern zu wollen.2010-07-23-enSchliesslich bricht er dem Erretteten die Nase um den Basiji vor dem iranischen Mob zu retten. Soll heissen: Wenn du den Taymoor oder Türken siehst wie er mit den Islamisten und Basiji kooperiert und dabei sogar jemandem die Nase bricht, so muss das noch lange nichts heissen. Er könnte genauso gut der türkische Oscar Schindler sein, der sich gerade um dein Land verdient macht, in dem er versucht sich iranisch zu verhalten. Also sei nicht undankbar und lass dir ruhig von ihm die Fresse polieren.  Der Name Teymoor ist aber mehr als nur eine Reminiszenz an den alten türkischen Massenmörder. Es ist gleichzeitig auch der Schlachtruf der Pantürkisten um in Iran Flagge zu erheben. Bei einer Diskussion an der Niema Movassat von der Linken teilnahm, hat da z.b., auch ein gewisser Teymur (Tudehpartei Iran) teilgenommen, und demonstrativ Vorname und Nachname durch den Namen des türkischen Massenmörders ersetzt. Genauso als ob jemand sich in Israel Hitler oder Mengele nennen wollte. Der Verdacht liegt nahe dass der Autor selbst Türke ist und auf diese Art die meist aufbrausende und brutale Art und Mentalität der Türken in ein gutes Licht rücken möchte. Der Verdacht erhärtet sich an andere Stelle, als er eine „iranische“ Frau zeigt, die durch ihre Ausdrucksweise mehr Ähnlichkeiten mit einer türkisch-arabischen Migrantin in Deutschland hat, als mit der typischen Iranerin die voller Sanftheit und Liebe ist.2010-07-02-enDie Gesichtszüge zeigen eindeutig dass wir es hier mit der weiblichem „Taymoora“ zu tun haben, deren Gossensprache wir gefälligst als Ausdruck ihrer Weiblichkeit zu verstehen haben. Genauso auch gelten türkische und arabische Schlägergören in Deutschland neuerdings als Vorbild für die weibliche Emanzipation, wie wir erst kürzlich in der ARD-Doku „Kampf im Klassenzimmer“ lernen durften. Ähnlich lief es während der Kadjarära als bärtige Frauen als Inbegriff der Weiblichkeit galten und beworben wurden. Die kadjarischen Frauen hatten maskuline Gesichtszüge und wiesen eine Körperbehaarung wie bei Männern auf. Damals galt ein Bart bei Frauen als schön. Die Frauen, die keinen natürlichen Bart hatten malten sich einen Bart mit Kajal ins Gesicht., und natürlich bestanden diese bärtigen türkischen Mannsweiber darauf als Perserinnen bezeichnet zu werden. Das ist die Essenz der türkischen Fremdherrschaft in Iran. Koexistenz ist ihnen nicht genug, man muss sie  und ihr Wesen sogleich als etwas Erhabenes annehmen, das besser ist als der Rest. Ob das nun der genozidale Blutdurst eines Teymours ist oder eben die türkische Brutalität und Rohheit. Das Ganze erstreckt sich dann sogar auf Phänomene wie Zuhälterei oder Vergewaltigungen als Machtdemonstration. Auch unser wohlernährter und untersetzter Prinz Reza Pahlavi, der mit einer Kadjar-Prinzessin verheiratet und mit ihr Kinder gezeugt hat, weiss um die Macht der kadjarisch-türkischen  Reza Pahlavi with his Kajar Familyund schiitischen Netzwerke, und ist nur des Lobes was die „dual identity“ der Iraner angeht. Die devoten und schon längst in die Jahre gekommenen Interviewer des Allhazrat, die das letzte Interview mit ihm geführt haben, dulden auf youtube alllerdings keine Fragen die auf die Abstammung seiner Frau abzielen. Achja, bei Zahras Paradise hat man mich auch ausgesperrt und mich und meine Kommentare auf den Index gesetzt. Bleibt die Frage ob iranische Frauen bald wieder den Damenbart auftragen sollen oder sich einfach aufhören sollten zu rasieren. Schliesslich sind soviele von uns blaublütig und sollten dazu stehen.

Fazit:

Mir ist sowas von schlecht! Was für ein verf.. Elend ein Iraner zu sein!

Update 27.07.2010:

Die Macher von Zahra’s Paradise haben mich nun dazu eingeladen bei ihnen als Gastblogger zu schreiben, was ich abgelehnt habe und ihnen auch die Gründe dafür genannt habe: Antiarmenismus, Antiiranismus und Propantürkismus. Manche hätten wohl die Gelegenheit wahrgenommen und es dann als pragmatische Entscheidung verkauft, damit ihre Stimme von einem breiteren Publikum gehört wird. Ich hingegen werde dieses Projekt nicht auf diese Art und Weise legitimieren. Dennoch hoffe ich, dass der Macher dieses Comics meine Kritik annimmt und es in Zukunft anders handhabt. Mal schauen…

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34 Antworten zu Antiiranische Comics seziert

  1. WIENI schreibt:

    Wenn dieser IR-Vergewaltiger-Staat Geschichte ist, wird mit Sicherheit in allen Schulen die Geschichte Irans korrigiert werden.
    Abwarten !!!
    Danach wird das jetzige System als Faschistenstaat gelehrt werden.
    Derzeit halten leider alle lieber, wegen den guten Beziehungen bzw Geschaefte mit diesen Islam-Teufeln, den Mund.

    • Tangsir schreibt:

      Mit korrigieren meinst du sicher dass die Geschichte nicht mehr verfälscht dargestellt wird, und genau das wird auch passieren. Danke mein lieber Mitkämpfer.

  2. Isley Constantine schreibt:

    Deutschland ging ja nach dem Ende des Weltkrieges durch eine Entnazifizierungsphase. Vielleicht gibt es ja im Iran dann so etwas wie eine Entislamisierungsphase?

    • Tangsir schreibt:

      Nicht nur vielleicht Isley. Es muss eine Entislamisierung in Iran geben, genauso wie es eine Enttürkisierung und Entarabisierung geben muss.

      @Tantrix

      Da du bereits über Mahmud Doulatabadi geschrieben hast, denke ich dass es hier um einen Schreibfehler handelt, wenn du schreibst: „Und natürlich hat er auch gesagt, dass wir Europäer uns mehr einmischen sollten“. Da wolltest du wohl „NICHT einmmischen“ schreiben.

      Und noch etwas zu den „emanzipierten Linken“: Diese sind weder emanzipiert, noch humanistisch progressiv, sie sind bloss verblendet.

  3. amirkabir schreibt:

    Danke Tangsir jan fuer diesen Artikel.

    • Tangsir schreibt:

      Gern geschehen Amirkabirjan. Mir fällt nur auf dass ich in meinem Blogeintrag einen Fehler gemacht habe. Taymoor brachte damals ALLE Menschen in Isfahan um. Das ist leider im ursprünglichen Text untergegangen. Das werde ich jetzt korrigieren.

      • amirkabir schreibt:

        Das macht den Blog nicht schlechter. Ich habe diese Comics nie gelesen, weil Comics nicht meine Litertur sind. Deshalb danke, dass Du es getan hast, denn Du hast absolut recht. Ich wuerde nichts anderes aus diesen Bildern lesen koennen. Aber eines als Tipp:

        Du machst Dir vieles in Deinen tollen Beitraegen kaputt, wenn Du es uebertreibst, dass der oder diejenige Azeri oder Quajarenabstammung oder sonst was ist. Ich finde das macht die Menschen nicht automatisch zu Antiiranern. Ich habe Farah Diba nie als solche empfunden – im Gegenteil! Wer von uns kann schon sagen ob er reiner Perser ist, insbesondere nachdem mein Volk 1400 Jahre lang von allen Moeglichen Barbaren vergewaltigt worden ist?

        Im Grundtenor gebe ich Dir recht, es gibt viele arabisch, tuerkisch, turkmenischer Abstammung die sich Iraner nennen und Antiiraner sind.

        • Tangsir schreibt:

          Ich danke dir für die Kritik und die Gelegenheit darauf eingehen zu können. Selbstverständlich macht die Abstammung einen nicht direkt zum schlechten Menschen und es gibt keine Veranlassung die Abstammung zum Thema zu machen wenn es sich dabei nicht um Antiiraner handelt. Zum anderen ist es vollkommen richtig dass es den „reinen“ Perser an sich nicht gibt. Was Farah Diba angeht, so erwähne ich ihre Abstammung weil sie während der Schahära verantwortlich für Vetternwirtschaft und Korruption war. Das Zuschanzen von Posten und Geld an ihre Sippschaft geschah in einem großen Ausmaß. Dies hat u.a. zu erheblicher Unzufriedenheit im Volk geführt und das wurde dem Schah persönlich angelastet. Zum anderen habe ich mich über die Person Farah Diba hier nicht direkt geäussert, ausser in dem Zusammenhang dass sie als einzige in dem Comic positiv gezeichnet wurde. In dem Falle ist die Abstammung dieser Person für die Zeichnerin des Comics also von Belang und wird auch deshalb von mir thematisiert. Nun aber zu einem grundsätzlichen Thema: Soll man z.b. die Nationalität von Kriminellen Ausländern in der deutschen Presse benennen? Viele meinen ja es wäre nicht kultursensibel und man sollte das unterlassen. Dies hat dann die unangenehme Folge dass alle Menschen aus dem orientalischen Raum pauschal unter Generalverdacht stehen und die Menschen hier in Deutschland nicht mehr zwischen Iraner und Türken/Araber unterscheiden. Um diesen Kreisen also ihr Kriminelles Leben leichter zu machen, wälzt die man die Verantwortung auf sämtliche Migranten um, und das ist absolut nicht im Sinne einer differenzierten Betrachtungsweise. Wie verhält es sich aber nun im Falle Irans? Auch dort sehen wir kriminelle AzEri- und Kadjartürken vom Schlage Khameneis, Ebadis, und Mousavis, die bereits in der Vergangenheit gegen die iranische Nation und seine Interessen gearbeitet haben, und dies auch noch aktuell tun. Hier spielt die Abstammung insoweit eine Rolle als dass sie direkt vom Mentalität des Türkentums beseelt, dieses Denken und diese Ideologie weitertragen, das klar antiiranisch ist. Araber und vor allem Türken in Iran tragen eine geschichtliche Verantwortung, genauso wie die Deutschen im Bezug auf ihre NS-Vergangenheit. Keiner käme auf die Idee zu sagen, man soll nicht von deutschen Verbrecher und Verbrechen sprechen und stattdessen von menschlichen, europäischen oder westlichen Verbrechen. Ich lass mich daher nicht von Leuten beeindrucken die mir das Propagieren von dumpfen Ressentiments unterstellen (nicht du). In meinen Beiträgen wird nicht die Abstammung von einfachen Menschen thematisiert, sondern von solchen die eine erhebliche Macht besitzen und diese Macht offensichtlich in antiiranische Absicht einsetzen. Wir Iraner brauchen endlich das Selbstbewusstsein und den Selbsterhaltungstrieb den auch die Juden/Israelis besitzen, diejenigen beim Namen zu nennen, die als Tätervolk für iranische Völkermorde verantwortlich sind und sich weigern zu ihrer geschichtlichen und persönlichen Verantwortung zu stehen. Dies ist in Iran seit langem ein Tabuthema, genauso wie man es in Deutschland zu einem Tabuthema machen will. Schau dir mal die aktuellen Schergen und Vergewaltiger in Iran an und du wirst feststellen dass es sich hierbei hauptsächlich um Leute handelt die die Ideologie des Islam und des Türkentum eingesogen haben. Viele von ihnen sind zudem AzEris (also keine AzAris), die von klein auf die türkische Vergewaltigungskultur verinnerlicht haben. Was wir hier brauchen ist ein Paradigmenwechsel, damit die Türken, Seyeds, Mirzas und Dowlehs nicht mehr als unangreifbare und heilige Figuren angesehen werden, und damit sie für ihre Taten zur Verantwortung und an den Pranger gestellt werden. Lass dich bitte nicht von einigen wenigen, dümmlichen und verblendeten Deutschen beeindrucken die aufgrund dessen die Nase rümpfen. Es handelt sich hierbei um dieselben die den Mund halten wenn ein Türke vor ihnen damit prahlt dass der armenische Genozid in Ordnung war und Atatürk ein Held war. Gegen diese Leute hätten diese geistigen Minderleister nie den Mut Widerspruch anzumelden, genauso wie sie im dritten Reich zu denjenigen gehört hätten die bei den NS-Verbrechen mitgemacht hätten. Dazu zähle ich z.b. solche Leute wie diesen unsäglichen Golum oder einen Tilly, die du sicher auch kennst. Das sind Leute die sich hinter dem vorherrschenden Zeitgeist sicher fühlen und verstecken, um andere dann dumpfe Ressentiments zu unterstellen. Hätten sie im dritten Reich gelebt, wären sie mit ihrer opportunistischen Haltung, willige Vollstrecker des genozidalen Geistes geworden, genauso wie sie jetzt auch nicht aufhören den Islam und das Türkentum zu verteidigen. Wahrer Widerstand wie die Antifaschisten der NS-Ära leisten allerdings heute Gruppen die sich gegen den Bau von Großmoscheen wenden, oder es nicht mehr hinnehmen wollen dass ihre Kinder in der Schule von Arabern und Türken beklaut und vergewaltigt werden. Sie nehmen es in Kauf gesellschaftlich geächtet zu werden um diesen Standpunkt einzunehmen und sind für mich die wahren Helden der Neuzeit, genauso wie die Gebrüder Scholl es in der NS-Zeit waren. Weisst du denn dass z.b. die Juden in Berlin und in skandinavischen Großstädten dort wegziehen, weil sie und ihre Kinder auf offener Strasse angegriffen werden? Du wirst diese Gutmenschen, die ihre Eier schon längst beim Pfandleiher abgegeben haben, nie den Mut aufbringen sehen sich dagegen zu wenden oder etwas dagegen zu unternehmen. Was nun das Türkentum und die Türken angeht, so handelt es sich hierbei, genauso wie die Deutschen in der NS-Zeit, um gehirngewaschene Menschen, von denen eine erhebliche Gefahr ausgeht. In Iran sind wir genau mit demselben Problemen konfrontiert, die die Deutschen und Europäer erst jetzt anfangen kennenzulernen. Wenn wir uns nicht im Namen des iranischen Humanismus dagegen stellen, so verspreche ich dir dass bald vom Iran keine Spur mehr zurückbleiben wird. Uns wird man dann genauso wie in Azerbaidjan, der Türkei und Zentralasien verbieten unsere Sprache und Kultur zu pflegen, und wenn wir aufmucken kommt dann die faschistische türkische Vergewaltigungskultur zum tragen. In der nächsten Generation werden dann unsere Kinder genauso zu Türken mutieren, wie die durch Zwang assimilierten Menschen in Zentralasien, Azerbaijan und der Türkei.

  4. Sepehr schreibt:

    Wenn ich mir so deine Beiträge durchlese, Tangsir, dann frage ich mich was eigentlich der Zweck deines Blogs ist. Ist es wirklich Aufklärung? etwas konstruktives? oder ist es ein weiterer privater Dampfablassblog bzw. Hassblog?.

    „Untersetzter wohlernährter Prinz“.
    Ich will nicht wissen, wieviele Armenier (oder andere Iraner) genau so „untersetzt“ und „wohlernährt“ sind. Was soll das? Und was ist verkehrt daran dass er eine Azari als Frau geheiratet hat?

    Du hast absolut nichts Konstruktives beizutragen. Dein einziges Ziel ist Hass und weitere Spaltung innerhalb der Iraner. Und Das in diesen Zeiten wo eigentlich alle Völker innerhalb des Irans mehr denn je zusammenhalten müssten.
    Dein persönlicher Kreuzzug ist einfach nur lächerlich.
    Und die Tatsache dass du auf das Angebot dort als Gastblogger zu schreiben nicht eingegangen bist, zeigt dass du das Internet einfach als Ventil nutzen willst ohne irgend etwas positives zu erreichen.

    • Tangsir schreibt:

      Du wirst auf diesem Blog viel konstruktive Beiträge finden, wie z.b. in der Rubrik „Iranische Wiedergeburt“ oder „Iranische Helden“. Ansonsten ist auch dieser aktueller Beitrag voll mit Aufklärung, und dazu noch nötig, wo doch im Comic Persepolis viele Lügen verbreitet worden sind.

      Viele Armenier darben eher in Armut als dass sie wohlernährt sind, und das weil sie zwischen der Türkei und der sogennanten Republik Azerbaijan eingekeilt und isoliert sind. Dasselbe gilt für viele Iraner ohne Jobs, oder welche die zwar einen Job haben, aber schon seit Monaten keinen Lohn erhalten.
      Das unser Prinz wohlernährt hat weniger damit zu tun dass ich dicke Menschen nicht mag, sondern dass dieser Prinz seiner Verantwortung nicht nachkommt und ständig Sprechblasen ablässt. Vor ungefähr einem halben Jahr meinte dieser noch, dass wenn innerhalb der nächsten 3 Monate in Iran nichts passiert, er endgültig seine Passivität aufgibt und er sich aktiv einbringen wird. Nun sind 6 Monate seit seiner vollmundigen Versprechungen vergangen, ohne dass man was von ihm vernommen hat, bis auf diese dümmlichen Interviews natürlich in der er wieder den Mullahs Honig ums Bart schmiert.

      Seine Frau ist keine Azari sondern eine Kadjarenprinzessin und die Entscheidung gerade so eine zu heiraten war eine politische. Als Iraner werde ich es nicht hinnehmen dass diese Kaste jemals wieder Einfluss in Iran ausübt (wobei sie es als Bazari ja ohnehin schon ununterbrochen tun), also hör auf hier die echten Azaris ins Spiel zu bringen. Diese sind nämlich richtige Iraner. Ganz im Gegenteil zu den AzEris die meinen das Türkentum und Pantürkismus hätten eine legitime Daseinsberechtigung im Iran. Beide Ideologien sind faschistisch und zudem antiiranisch, also red kein Quatsch von wegen verschiedenen Völker in Iran. Es gibt nur ein Volk in Iran, und zwar das iranische. Merk dir das.

      Das Angebot dort zu schreiben kam erst nachdem ich diesen Blogeintrag geschrieben habe, und kaufen lasse ich mich nicht. Falls die Autoren tatsächlich auf die Kritik eingehen und dazu stehen, bin ich jederzeit bereit meine Entscheidung zu überdenken.

      Und noch was: Das Türkische hat in Iran keinen Platz! Nie wieder! Dafür gebe ich mein Leben, genauso auch wie es der wahre Azari Kasravi tat.

      Tu uns beiden den Gefallen und beschäftige dich mit der iranischen Geschichte, bevor du wieder hier sinnlos postest.

  5. Shir o Xorshid schreibt:

    Lieber Tangsir,

    zu der Hasskeule von sepehr sei gesagt:

    Es ist eh und je unter Iranern schon so gewesen, dass unangenehmes Aussprechen von Wahrheiten grundsätzlich mit der „Hasskeule“ mundtot gemacht werden soll.
    Man könnte diese „Kritik“ eventuell noch Ernst nehmen, wenn die Kritik direkt zu dem Beitrag Stellung nähme. Aber wie es bei Iranern so häufig zu beobachten ist:
    Sie nehmen immer wieder das übliche alte Rezept: immer schön von „Intoleranz und Hass“ reden, OHNE nur einen Funken von seriöser GegenARGUMENTATION zu erbringen. Ob man diesen Artikel nun 100% so annehmen mag oder nicht, DARÜBER sollte gern diskutiert werden.
    Aber ausgerechnet jemanden, der mehr Konstruktives erbracht hat als so manch Haufen von Iranern es in monatelanger „Arbeit“ nicht vollbracht haben, zeigt die Dreistigkeit, mit der gewisse „Kritiker“ vorangehen. Einfach irgendeinen Müll in die Welt setzen, dem Überbringer schlechter Nachrichten mit „Hass“ eindecken, und schon meinen sie, als „tolerante, liberale“ Iraner oder Iran-Interessierte durchgehen zu können.

    Sepehr,

    Ihre „Kritik“ war nichts weiter als dumpfes Gejaule!

  6. Tangsir schreibt:

    Liebe Shir o Xorshid

    Es ist leider so dass viele Iraner diese Art von Verblendung erlegen sind wie Sepher, daher macht es schon Sinn darauf einzugehen. Dieses Gejaule der „Wölfe“ oder solche die durch die Ideologie des Wolfes verseucht sind werden wir noch länger hören, schliesslich hat uns 1400 Jahre die Ideologie des Türkentums und des Islam geprägt. Diese Zeiten sind aber vorbei. Es lebe die iranische Wiedergeburt!

  7. amirkabir schreibt:

    Danke Tangsir jan,

    ich hab es jetzt verstanden.

  8. Sepehr schreibt:

    „Tu uns beiden den Gefallen und beschäftige dich mit der iranischen Geschichte, bevor du wieder hier sinnlos postest.“

    Keine Sorge, lieber Tangsir. Ich werde deine gemütliche kleine Runde gleichgesinnter reinrassiger Iraner nicht weiter stören. Nur noch ein letzter Beitrag: nur weil du einige Wahrheiten (z.B.) über Cinema Rex geschrieben hast, kannst du damit deine Beiträge von den faschistoiden Tendenzen nicht reinwaschen. Zweitens brauchst du nicht diese Pseudounterscheidungen zwischen Azaris und Az“e“ris kundtun (das machen die Azaris selbst viel besser als du), denn mit der Defarmierung der Frau
    von Reza Pahlavi hast du wieder einmal gezeigt, dass es für dich letztendlich egal ist, ob ein es sich um eine Azari oder eine verräterische separatistische Az“e“ri handelt.
    Das gute bei Leuten wie dir ist dass ihr Hass sich hin und wieder unkontrolliert entlädt.

    Das du mich als einer von den „Wölfen“ bezeichnest, ohne zu wissen ob ich Azari, Az“e“ri, Araber, Perser oder sonstwas bin, nur auf Basis meines Eindrucks von deinem Blog, zeigt deutlich deine Denkweise.

    Natürlich wird das „Türkentum“ im Iran nie wieder etwas zu sagen haben. Und das ist auch gut so. Genau so gut ist es dass Leute wie du im Iran nie etwas zu sagen hatten und auch nie etwas zu sagen haben werden.
    Noch viel Vergnügen bei virtuellen Hoch und Runter springen.

    • Tangsir schreibt:

      Ist es eine eine Diffamierung wenn ich sage dass sie eine Kadjarenprinzessin ist? Wenn dem nicht so ist kannst du uns sicher eines besseren belehren.

      Lerne ausserdem lesen: Ich schrieb dass du von der Ideologie des Wolfes verseucht bist, und dafür ist es egal ob du nun Bosnier, reinrassieger Türke, Europäer oder sonstwas bist. Zum Schluss würde mich en Detail interessieren wo du denn „faschistoide Tendenzen“ in meinem Beiträgen entdeckt hast. Im Sinne der Aufklärung und meiner Entlarvung als Faschisten, solltest du das doch argumentativ ausführen, sonst entsteht der Eindruck du wärst nur vorbei gekommen um wie ein wölfischer Türke rumzupöbeln.

      Nachtrag: Unseren wölfischen Sepher sehen wir hier wohl nicht mehr, denn nichts fürchten diese Gestalten mehr als die Aufforderung ihre Pöbeleien mit konkreten Argumenten zu untermauern, denn dies würde ja bedeuten dass diese Leute zum ersten mal in ihrem Leben anfangen logisch zu denken und zu argumentieren. Ein willkommener Anschauungsobjekt war er dennoch: Zu der pantürkischen Ideologie gehört es nämlich grundsätzlich ohne Argumente, seine Gegner Chauvinismus und Faschismus vorzuwerfen und Massenmörder wie Taymoor und Atatürk zu verherrlichen. Türkischer Faschismus und Antiiranismus

  9. Arash schreibt:

    hallo tangsir, ich bin selbst azari und ich kann vieles nachvollziehen und verstehen was du schreibst und stimme dir (fast) in allem zu was diesen beitrag (und auch die anderen beiträge die ich bisher gelesen habe) angeht. und ich verstehe auch dass man als armenischer iraner (geschichtlich bedingt) auch vielleicht etwas emotionaler und direkter diese themen anspricht als andere.

    ich möchte dir nur einen gutgemeinten rat oder einen kleinen tipp geben, damit niemand (wie z.b. sepehr) deine beiträge auf kleinigkeiten reduzieren kann und sich der diskussion entziehen kann: versuche speziell im netz die emotionalität aus beiträgen rauszuhalten und einen kühlen kopf beim schreiben zu bewahren und nur fakten zu schreiben. das ist keine aufforderung dich politisch korrekt zu verhalten. ich verabscheue politisch korrekte blogs. ich würde es eher als politisch „schlau“ bezeichnen. damit würdest du nämlich den wölfen (die im schafspelz und die ohne) die munition wegnehmen und sie müssten dann entweder den mund halten oder sie müssten sich der diskussion stellen.

    ich hoffe du nimmst mir diesen ratschlag nicht übel.
    (nasihat az koochiktar be bozorgtar)

    viele grüße und weiter so

    • Tangsir schreibt:

      Danke für dein Kommentar Arash. Ich muss hier klarstellen dass ich kein Armenier bin, was aber trotzdem nichts an der Tatsache ändert dass Armenier für mich genauso zu den Iraniern zählen. Ich danke dir für deinen Rat, aber die Sephers gehören nun einmal auch zu unserer Gesellschaft, und daher empfinde ich es nicht als schlimm dass sie hier auftauchen und uns eine Kostprobe ihrer wölfischen Ideologie geben. Bei den Beiträgen behalte ich durchaus einen kühlen Kopf, zumindest aus meiner subjektiven Sicht heraus😉. Das Thema Emotionalität allerdings ist schon etwas komplizierter zu beantworten. Wenn du mir erlaubst würde ich speziell dazu in einem weiteren Blogbeitrag Stellung nehmen.

      Es ist mir übrigens eine Ehre dass ich hier auch konstruktive Kritik wie deine erhalte, und ermutige jeden es dir gleichzutun. Mir ist jede Form von Kritik willkommen, ob nun hier in Form eines Kommentars oder per Email.

      To aslan koochiktar az man nisti baradar.🙂

  10. Shir o Xorshid schreibt:

    Zitat Sepehr:
    „Ich werde deine gemütliche kleine Runde gleichgesinnter reinrassiger Iraner nicht weiter stören.“

    „Runde reinrassiger Iraner“? Die deutschen und anderen Teilnehmer mögen bitte entschuldigen, dass man aus Euch so etwas wie „reinrassige Iraner“ gemacht hat. Nun ja, es gibt sicherlich Schlimmeres!:))

  11. Pingback: Wir sind Meinungsterroristen | Tangsir 2569

  12. Pingback: Antiiranian Comic dissected I: Persepolis « Tsinowat

  13. Tangsir schreibt:

    Der erste Teil dieses Beitrags ist nun bei RumsGötterschwert auf englisch veröffentlicht worden Im zweiten Teil wird sich Rum dann Zahras Paradiese widmen. In den neusten Folgen dieses antiiranischen Comics wird auch die Stadt Tabriz benannt, die dort mit der türkischen Aussprache „Täbriz“ ins Deutsche übersetzt worden ist.

    Was weiter im obigen Link ins Auge fällt, ist wie Türken und Kurden als Vergewaltigungsopfer dargestellt werden. Schon wieder sehen wir wie Türken und türkophile Publizisten die Wahrheit in ihr Gegenteil verdrehen, um aus den Opfern Täter zu machen. Gerade die Torks, die die Vergewaltigung als Initiationsprozess in der eigenen Kultur erleben, sind überpropotional dabei beteiligt auf diese grausame Art iranische Gefangene zu quälen. Die Lust am Vergewaltigen und deren verbale Nutzung als Waffe, findet man auch immer wieder bei Torks und türkisierte Menschen. Es wundert daher kaum, dass bei Vergewaltigungen die Türken die Statistik auch im Westen anführen:

    „Ein Kölner Polizist hat mir kürzlich erzählt, siebzig oder achtzig Prozent der Vergewaltigungen in Köln würden von Türken verübt. Ich habe ihn gefragt: Warum sagen Sie das nicht, damit wir an die Wurzeln des Problems gehen können? Er antwortete: Das dürfen wir ja nicht, Frau Schwarzer, das gilt als Rassismus.“

    (Zitat von Alice Schwarzer in der Weltwoche 49/03)

    Anstatt sich aber vom Geist der türkischen Inzucht und der Vergewaltigungskultur zu lösen, drehen Türken den Spiess gerne um. Der Tork ist dann auf einmal das Opfer von Diskriminierung und erlebt solche Wahrheiten als giftiges Klima, das dafür sorgt, dass man ihm den nötigen Respekt versagt.

  14. rumsgoetterschwert schreibt:

    Satrapi wird wahrscheinlich nicht mehr die einzig stehende in den Massenmedien sein, die versucht, die iranische Geschichte zu verdrehen:
    http://derstandard.at/1297818276661/Revolutionaer-1979-The-Game-GTA-Entwickler-macht-iranische-Revolution-spielbar

    „Eines der Ziele sei es, eine Art sozialen Dialog zwischen den Spielern zu schaffen – nicht nur im Westen, sondern rund um den Globus.“

    Na klasse…

  15. Als ich Persepolis gelesen habe, war für mich die Geschichte des Irans der eigentlich unwichtigste Teil des ganzen (Mach-)Werks; und ich gebe es auch zu, es interessiert mich weiterhin nicht die Bohne; Nationen und „Volksstämme“ sind meiner Meinung nach nichts weiter als gesellschaftliche Kontrukte zur Unterdrückung anderer Nationen und „Volksstämme“ bzw. der eigenen Bevölkerung, egal ob nun Iranisch, Türkisch oder Deutsch. Schafft Nationen ab, öffnet die Grenzen – eine Welt für alle. Aber nun mal zum Comic zurück:

    Mich irritiert ein wenig, dass nicht an einer einzigen Stelle darauf eingegangen wird, dass es sich bei Persepolis um ein autobiographisches Werk handelt. Quellen dieser Art sind eben NICHT zu einhundert Prozent glaubwürdig, und zwar, weil sie durch die subjektive Wahrnehmungswelt des Individuums gefärbt sind und die realen Verhältnisse verzerren. Ich würde daher die geschichtlichen Episoden, die sie darstellt, nicht völlig für voll nehmen, weil sie aus ihrer persönlichen Erfahrungswelt stammt. Es spielt für die Geschichte des Werks keine Rolle, ob die Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben; das einzige, was wir wirklich sicher wissen aus den Comics, ist, dass Sartrapi die Ereignisse ihrer Kindheit so wahr genommen hat, wie sie im Comic beschrieben sind. Es ist ihre persönliche Sichtweise auf die Ereignisse, und nur, weil sie die anders wahr genommen hat als manch ein anderer Mensch, ist das noch lange keine antiiranische Propaganda, sondern persönliche Meinung.

    Was ich aus Persepolis jedenfalls herauslese, ist eher die Geschichte einer Frau, die weder in ihrer Heimat, noch in Europa wirklich frei leben kann, weil sie ihr kulturelles Erbe mit sich herum schleppt; in Europa wird sie als „Ausländerin“ und „Islamistin“ beschimpft, im Iran darf sie ihre liberalen Tendenzen nicht ausspielen. Halte mich für naiv, aber ich glaube weniger, dass Sartrapi sich konkret zum Ziel gemacht hat, einen iranfeindlichen Comic zu zeichnen, als dass sie einfach ihre eigene, persönliche Lebensgeschichte verarbeiten wollte (sonst hätte sie wohl kaum etwas von ihrem Selbstmordversuch und den Erlebnissen in Wien erzählt – letztere sind übrigens, wenn ich ebenso interpretationswütig wäre, als äußerst europakritisch aufzufassen). Die geschichtlichen Episoden dienen dabei einfach der Erklärung, wie sie zu der Person geworden ist, die sie heute ist, und dafür reichen sie aus, selbst wenn sie nicht der Wahrheit entsprechen. Letzteres halte ich auf Grund der autobiographischen Orientierung sogar für möglich: ich glaube aber, dass der Fokus des Werkes nicht auf ihnen liegt, sondern eben auf Sartrapis Lebensgeschichte.

    Zum Erfolg von Persepolis kann ich nur sagen, dass es vielleicht schlicht und einfach den Nerv unserer Zeit trifft; denn was Sartrapi mit ihrem Comic auf jeden Fall schafft, ist folgendes: Toleranz zu schaffen gegenüber dem von den Medien dämonisierten Bild des Islams. Nach den Anschlägen auf das WTC 2001 ist jeder West“bürger“ doch davon überzeugt, dass jeder Moslem ein Terrorist ist; Persepolis hingegen zeigt exemplarisch, dass auch Menschen aus dem nahen Osten letztendlich keine graue, undefinierte Masse sind, sondern eben Menschen mit Gefühlen, Wünschen, Bedürfnissen, einer eigenen Meinung und vor allem Humor. „Seht her, Leute, eigentlich sind wir doch gar nicht so verschieden.“, scheint es zu rufen, was ich als Anti-Nationalist sehr unterstütze.

    Meiner Meinung nach liegt die Stärke des Werkes daher genau in dieser Funktion, ich habe es keine Sekunde für Propaganda gehalten und werde es wahrscheinlich auch nicht tun; es sei denn, du kommst mit besseren Argumenten als bisher und überzeugst mich davon, dass nicht Sartrapis Leben, sondern die Verfälschung der Geschichte des Irans im Vordergrund des Werkes steht.

    Grüße aus Bremen

    • Tangsir schreibt:

      Eben genau hier liegt die Crux begraben. Satrapi ist vom Adelsgeschlecht der türkischen Qjaren, die Iran über 100 Jahre geknechtet haben. Dort liegt auch ihre Loyalität. Deshlab auch werden diese positiv gezeichnet, genauso wie der Islam und die Mullahs, die nachweislich Iran als Nation und Kultur verachten und es zu zerstören trachten. Genau diese graue Masse produziert der Islam, deshalb ist siie auch desktruktiv und der Feind meiner Nation. Wenn du dich weiter über das Thema informieren möchtest, dann lies auch die anderen Beiträge dieses Blogs und informiere dich richtig. Aus einer oberflächlichen Betrachtung heraus kommen nämlich nur unausgegorene Kommentare nach der Nationen überflüssig seien und, dass der Islam eigentlich ganz positiv. Für uns Menschen aus dem Iran ist der Islam und das Türkentum ein schlimmes Schicksal und wir kämpfen gegen beide Ideologien, genauso wie wir es nicht zulassen, dass heutige und frühere Fremdherrscher versuchen den Islam weichzuzeichnen und zu rehabilitieren.

      • Entschuldigung, dass ich erneut widerspreche. Denn auch wenn ich jetzt den Comic bei mir liegen haben müsste, um entgültige Aussagen zu treffen, wage ich zu behaupten, dass Sartrapi den Missbrauch des Islams zur Unterdrückung der iranischen Bevölkerung auf keinen Fall positiv zeichnet – wenn sie zum Beispiel von ihrem Eignungstest erzählt, macht sie doch nichts anderes, als die Verlogenheit und Lückenhaftigkeit des fundamentalistischen Systems aufzuzeigen; dass sie eben durch die kaputte religiöse Fassade durchschlüpfen konnte. Ich verstehe nicht ganz, wie dir (ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich dich duze; wenn nicht, sag was dagegen) entgehen konnte, dass sie offenbar ein Feind der für politische Zwecke instrumentalisierten Religion ist?

        Zweitens möchte ich noch hinzufügen, dass es mir als Begründung nicht reicht, dass Sartrapi aus einem türkischen Adelsgeschlecht abstammt. Die Herkunft eines Menschen ist kein ausreichendes Argument. Ist denn z.B. der Sohn eines Nazis automatisch ein Nazi? Mir ist das ein wenig zu vereinfacht, wie du es darstellst, denn nur weil Sartrapi aus eben diesem Geschlecht stammt, heißt es noch lange nicht, dass sie ihm auch Loyalität zollt. Außerdem schließt diese voreilige Verurteilung von ihr gleich jegliche Ambivalenz aus, die Menschen doch so auszeichnet: vielleicht ist sie ja tatsächlich loyal gegenüber ihren Vorfahren bzw. den Ideen ihrer Vorfahren, aber verurteilt trotzdem die aktuelle Situation im Iran? Es gibt doch im ganzen Comic genug Anzeichen dafür, dass sie vielleicht gar nicht so unterschiedliche Ziele hat wie du. Und nur, weil sie Teile der Vergangenheit beschönigt, weil sie sie vielleicht ebenso erzählt bekommen hat oder sich nur in euphemisierter Fassung daran erinnern kann (da kommt der autobiographische Aspekt wieder ins Spiel), ändert das doch nichts daran, dass sie die gegenwärtige Situation im Iran verurteilt?

        Und genau das stört mich an deinem Beitrag: die Tatsache, dass Persepolis ein autobiographisches Werk und eben kein Aufruf zu Völkermord und Vergewaltigung ist, wird völlig außer Acht gelassen (man lernt es im Grundstudium Geschichte, autobiographischen Quellen nur mit sehr viel Sorgfalt zu folgen, falls du es nicht weißt – verzeih mir, wenn es etwas belehrend rüberkommt). Ich denke, dass ich vielen deiner durchaus interessanten und intelligenten Ansätze sehr viel begeisterter folgen könnte, wenn du sie nicht so sehr einseitig geschrieben hättest; mir fehlt einfach die Reflexion über die „andere Seite der Medaille“. Es ist für meinen Geschmack zu viel in eine Richtung gedacht, aber in keine andere; quasi mit Scheuklappen, wenn du verstehst, was ich meine. Und, mit dieser Eindimensionalität vor Augen, habe ich eben auch keine Lust, weitere deiner Blogeinträge zu lesen und mich weiter über den Iran zu informieren, eben weil ich dann das Gefühl habe, dass du mir wiederum einige weniger positive Dinge über die iranische Kultur verschweigst.

        Ich (und viele andere Menschen) halte Sartrapi für eine Frau, die das Recht hat, ihre Lebensgeschichte zu Papier zu bringen, weil sie in einem oppressiven System aufgewachsen ist. DAS ist der Kern des Werkes; das Leben in einem Staat, der dich unterdrückt. Wie gesagt, die Unterstellung, dass der Comic unterschwellige Propaganda enthält, halte ich für gewagt. Sartrapi sehnt sich meiner Auffassung nach schlicht nach einem freiheitlichen Leben für sich und ihre Mitmenschen, damit auch mal ein Fest gefeiert werden kann, ohne den Alkohol verstecken zu müssen.

        • Tangsir schreibt:

          Schau mal, erst einmal musst du dich nicht entschuldigen wenn du mir widersprichst (Dieses Dhimmie-Verhalten resultiert wohl vom vielen Umgang mit unseren leicht reizbaren und dauerbeleidigten muslimischen Mitbürger). Hier hast du es mit freien Iranern zu tun, die Widerspruch ertragen.

          Leider fehlt dir bei dieser Diskussion intime Kenntnisse der persischen Geschichte und des Islam, was du freimütig zugibst, dich auch nicht weiter interessiert. Du startest mit dieser ignoranten Einstellung und versuchst dann über Themen zu sprechen wovon du keine Ahnung hast. Ist dieses Verhalten typisch für Sozialpädagogen? Fändest du es nicht besser dich erst einmal in den verschiedenen Rubriken hier umzusehen, zu lesen, dich zu informieren und dann erneut eine Debatte anzustossen? Glaub mir, dann müsstest du auch weniger Allgemeinplätze nutzen und wärst unter Umständen in der Lage ein Kommentar abzusetzen, das gehaltvoller ist als deine bisherigen.

          Und noch eins mein Lieber. Frag dich woher diese Frau uns ihre Familie das Geld hatten sie ausser Landes zu schaffen und in einem Internat zu stecken, wohingegen das normale Volk davon träumt solche Ausweichsmöglichkeiten zu haben.

    • jahângir schreibt:

      „Schafft Nationen ab, öffnet die Grenzen – eine Welt für alle.“

      Entschuldige mal, aber das sind wohlfeile und ausgesprochen dämliche Phrasen. Idealismus ist schön und gut, aber man sollte die Kirche im Dorf lassen. Außerdem sind nicht wir das Problem, sondern der Islam, der Andersgläubige sozial ausgrenzt und Polytheisten oder Atheisten das Recht auf Leben und Freiheit abspricht. Außerdem die Türkentum-Ideologie, die mit dem Faschismus und dem Nationalsozialismus verwandt ist und deren genozidal gesinnte Verfechter überall auf der Welt aktive Geschichtsfälschung betreiben.

      • Hm, ja, liest sich vielleicht wirklich etwas weit links, was ich hier schreibe. Außer einer Identität stiftenden Funktion kann ich mir nur leider wenig vorstellen, was für das Konstrukt der Nation spricht. Habt ihr hier Ideen?

        @Prinz Freiherr von und zu Eugen III. :Es tut mir leid, Sie enttäuschen zu müssen, aber da haben Sie wohl voreilig von meiner Internetpräsenz auf meine Privatperson geschlossen. Tatsache ist dass, obwohl ich fasziniert von Kunst in allerlei Medien bin, viel zu wenig Zeit dazu habe. Wissen sie, Studium, Wohnort und Arbeitsplatz an drei verschiedenen Orten lässt wenig Zeit, um tagelang „in der Stube zu hocken“. Außerdem habe ich mit Erstaunen schon im Alter von zwei ganzen Jahren festgestellt, dass die Welt aus mehr als nur einem Ort besteht! Ist denn das zu fassen: zwar habe ich mich auf Europa beschränkt (Weißrussland, Tschechien, Niederlande, Spanien, Dänemark), doch gerade in meinem durch die Universität täglich bedingten Umgang mit Niederländern ist mir nicht fremd, wie unterschiedlich die Mentalitäten doch sein können, obwohl die Sprachen doch so vergleichbar miteinander sind. „Interkulturalität“ ist außerdem der Zweig meines Studiums, den ich gewählt habe; und nebenbei arbeite ich mit behinderten Menschen. Klingt das immer noch nach Stubenhocker, oder sieht der werte Herr ein, dass mehr hinter einer Fassade steckt, als das Auge sehen mag?

        Ach, ich bin es mehr oder weniger leid. Mein Standpunkt, für alle, die es bisher nicht herauslesen haben können, galt der einseitigen Präsentation der doch berechtigten kritischen Gedanken, die dem Leser keinen Raum lässt, eigene Gedanken zu entwickeln. Meinung? Ich respektiere die Meinung, die im Post zu Tage kommt. Ich folge ihr nicht, aber ich sehe ein, wie jemand zu ihr kommen konnte; und ja, ich denke tatsächlich über Persepolis nach. Vielen Dank für die erhellenden Gedanken. Die Schreibweise ist jedoch sehr eindimensional und viel zu geradlinig, und das wird es vielen potentiellen Lesern einfach schwer machen, hier Fuß zu fassen. Denn es gibt Menschen auf der Welt, die keine Lust haben, eine Wahrheit zu erkennen, wenn sie nicht selber vorerst einmal darüber nachdenken mussten.

        So. Letztendlich möchte ich noch einmal einen Punkt zu meiner Gesprächskultur einwerfen: Tsangir, was in deiner Wahrnehmungswelt vielleicht wie hündische Unterwürfigkeit anmuten mag, ist in meiner die Respektbekundung an einen anderen Menschen: „Okay, du hast eine Meinung, aber sei nicht böse, wenn ich eine andere habe.“ Keine Ahnung, warum du ein Problem damit hast, ich geb‘ jedenfalls gerne eigene Fehler zu. Und ja, sicher war es ein Fehler, ohne den Comic in der Hand und ein paar Grundlektionen über den Iran ins Feld zu ziehen. Vielleicht lese ich mir das nächste mal etwas durch, vorher. Doch trotz all meines Unwissens möchte ich ehrlich zu dir sein und behaupte, dass ich glaube, dass Satrapi dem Iran als Staat nichts böses will, auch wenn sie seine Geschichte verfälscht hat. Ich weiß einfach nicht, ob du dir nicht die falsche Feindin damit ausgesucht hast, denn trotz ihrer Beschönigungen: glaubst du denn wirklich, dass sie den Iran wieder unter Fremdherrschaft haben will?

        Mit dieser Frage würde ich mich jetzt gerne verabschieden, denn ich brauche darauf keine Antwort. Macht weiter, wie ihr wollt, ihr kämpft ja alle für eine gute Sache (was ich nie bezweifelt habe, und wenn ich mit meiner Open Borders-Bemerkung irgendwelchen nationalen Stolz verletzt habe: es tut mir Leid. Es war nur Meinungsäußerung, kein persönlicher Angriff). Ich denke zwar, dass der hier eingeschlagene Weg viel zu radikal ist (ob links oder rechts, Extremismus nervt), aber auch das ist eine persönliche Meinung.

        Also, viel Erfolg beim Kampf, einen sonnenvollen Sonntag und noch ein schönes Leben.

  16. Ich entschuldige mich vor jedem Widerspruch; du bist nicht in einer besonderen Position, nur weil du iranische Wurzeln hast. Denn wow, ich vorverurteile Menschen nicht nach ihrer Herkunft, weil sie für mich ganz einfach keine Rolle spielt. Welche Hautfarbe du hast, wie du auch aussehen magst, das ist mir zur Beurteilung deiner Persönlichkeit doch erst einmal egal: aber allein dein Verhalten bestimmt, ob ich dich Arschloch nenne oder vor dir auf die Knie falle. Bevor ich dies jedoch entschieden habe, bitte ich um Verzeihung für meinen bescheidenen Widerspruch, denn ich bin ein durch und durch höflicher Mensch. Punkt.

    Und letztlich ist dieser Widerspruch tatsächlich nicht gerade spektakulär. Denn alles, was ich von dir fordere, sind zwei simple Dinge, für die ich eben NICHT informiert sein muss, um ihre Abwesenheit zu kritisieren:

    1. Eine Stellungnahme zu dem Fakt, dass es sich bei deiner Quelle (Persepolis) um einen autobiographischen Comic handelt, der eben nicht die Realität, sondern Marjane Satrapis individuelle, im ersten Band noch sehr kindlich/jugendlich geprägte Wahrnehmungswelt widerspiegelt. Und ja, ich räume ein: vielleicht ist sie ja tatsächlich eine hassgetriebene Frau, doch in Persepolis finden sich bestenfalls Indizien, keine Beweise dafür.

    2. Es fehlen Relativierungen und alternative Sichtweisen. Diese Sichtweisen musst du nicht vertreten, sie dem Leser aber als Alternativen bieten, damit er sich eine eigene Meinung bilden kann. Formulierungen wie z.B „Dies kann zwar auch als xy gedeutet werden, wahrscheinlicher ist aber meines Erachtens nach zx“. Lenkt die Gedanken gleich in anderer Richtungen und erlaubt dem Leser mehr Freiheit – es sei denn, du willst nicht, dass der Leser in seinen Gedanken frei ist beim Lesen deiner Texte (was ich dir nicht unterstellen möchte).

    Dies sind Grundvorraussetzungen für einen kritischen Artikel und du ignorierst sie. So lange diese fehlen, handelt es sich bei deinem Post lediglich um – sorry – pure Meinungsmache, die es mir schwer macht, deine Ansichten zu akzeptieren und mehr von dir lesen zu wollen. Überleg einmal: mit der Schreibweise, die du hier vorgelegt hast, hast du mit mir einen potentiellen, kritischen Leser verloren. Wie viele hast du vielleicht schon verloren, weil die Schreibweise sie abgeschreckt hat?

    Meine Haltung ist nicht durch und durch ignorant, aber wenn mir jemand etwas als die einzig wahre Wahrheit verkaufen möchte, bin ich automatisch kritisch und gehe auf Distanz. Ich akzeptiere keine „Wahrheiten“, weil es immer zwei Seiten gibt. Daher kannst du mich auch nicht einfach auf deine anderen Beiträge verweisen und hoffen, dass dann spontan eine Erleuchtung eintritt.

    Ich hoffe, du hast den Kern verstanden: der Artikel ist mir nicht selbstkritisch genug. Es ist keine Demut vor möglichen eigenen Fehlern vorhanden, die eigentlich jeder Mensch haben sollte (denn auch du kannst dich irren, auch wenn mir eigentlich piepegal ist, ob du die Wahrheit erzähslt oder ebenfalls eine stark verzerrte Version davon).

    Also frage ich jetzt zum Schluss: schreibe ich mit einem intellektuellen Fanatiker oder einem stark für eine Sache eintretenden, reflektiertem Intellektuellen? Denn aus unserem bisherigen Schriftwechsel geht leider ersteres hervor, auch wenn das, was du von dir gibst, vielleicht sogar stimmen mag. Kern: es geht nicht darum, ob du Recht oder Unrecht hast: aber du hast mir die Lust verdorben, das herauszufinden.

    Grüße noch einmal aus Bremen – ich werde jetzt nur noch gelegentlich antworten, weil ich bis Dienstag nur noch gelegentlich im Netz sein werde. Schönes Restwochenende!

    • Kurzer Nachtrag, weil ich dein Argument zum Schluss übersehen habe: gutes Argument mit der priveligierten Position (hoffe, ich habe das richtig geschrieben). Now we’re talking.

      Trotzdem denke ich nicht, dass sich das so vereinfachen lässt, weil du hier von der gesellschaftlichen Klasse der Eltern auf die ideologische haltung ihrer Tochter schließt. Hängt miteinander zusammen, ist aber nicht eindeutig leider.

      So, jetzt: gutes Wochenende.

    • Tangsir schreibt:

      Ich bin durch meine Herkunft geprägt, denn bei uns Iranern ist die kritische Methode und die Wahrheitsliebe unabdingbar. Ich verachte das unterwürfige Verhalten sich dafür zu entschuldigen eine andere Meinung zu haben. Das hat nichts mit Höflichkeit zu tun, sondern mit einer Art falsch verstandene Toleranz. Persepolis ist autobiographisch geschrieben, aber auch später in Interviews wo sie auf historische Diskrepanzen aufmerksam gemacht wurde, wollte sie diese nicht zugeben.

      Relativierungen gehören dorthin wo es Unklarheiten gibt. Da die Sachlage für mich evident scheint, liegt es an kritischen Kommentatoren mich auf etwaige Fehler aufmerksam zu machen. Wenn du etwas bemängelst, selbst aber nicht in der Lage bist eine andere Sicht zu bieten, ausser es könnte, es wäre, dann bist du nur ein Schwätzer. Die Ära der Kadjaren und der 1400 Jährige Kampf der Iraner gegen Islam ist, haben Iran geprägt. Deshalb kannst du nicht losgelöst davon hier drauf los diskutieren, als wären diese Informationen unwichtig.

      Leider greift diese Art von Oberflächlichkeiten und Ignoranz vor kulturellen und historischen Wissen immer mehr um sich, und immer wieder sind es Linke Typen wie du, die hier auf einem Blog von Migranten auftreten, diesen mangelnde Reflexion vorwerfen, und selber sich nicht aussreichend mit der Thematik beschäftigt haben.

      Hinzu kommt die Relativierung der türkischen Vergewaltigungskultur der türkischen Fremdherrscher durch Satrapi. Die Kinder aus solchen Verbindungen bezeichnet sie als Glück, weil sie sich glücklich schätzen können Prinzessinnen und Prinzen zu sein.

      Solange ihr Linken diese Eindeutigkeiten immer noch versucht zu relativieren, seid ihr nicht unser Freunde oder Mitbürger. Wir stehen auf zwei verschiedene Seiten.

    • Prinz Eugen schreibt:

      Christoph-David Volbers,
      ich befürchte dass man mit Ihnen keine ernsthafte Diskussion führen kann und zwar aus dem Grund weil Sie keinen Standpunkt haben.
      Ohne eigenen Standpunkt kann man keine Kritik, Gegenkritik, Zustimmung oder Ablehnung erfahren.
      Sie negieren einfach mal mit einem lockeren Schwung aus dem Handgelenk heraus dass Kultur, Kultus, Gewalt, Religion und Philosophie eine Gesellschaft und ein Volk prägen und dass das halt Prozesse sind die nicht auf der ganzen Welt synchron ablaufen.

      Wenn ich mir Ihr Blog so anschaue „A geek from germany“ dann habe ich den Verdacht dass Sie sich die Welt aus Büchern und Computerspielen erklären und ein Stubenhocker sind.
      Ich vermute Sie waren noch nie für längere Zeit im Ausland.
      Ich habe z.B. über ein halbes Jahr in Italien gelebt und studiert und ich muss Ihnen sagen dass die Mentalitätsunterschiede gewaltig waren.
      Ich befürchte dass ihre Open-Borders-World doch nur das Hirngespinst eines Gamescom-Geeks ist…

  17. Prinz Eugen schreibt:

    @Tangsir warst drei Minuten schneller…ich war noch in der Geekworld🙂

  18. Tangsir schreibt:

    https://stiftundschrift.com/2016/07/18/marjane-satrapi-persepolis/

    „Marjane Satrapi wuchs in einem links orientierten, wohlsituierten Elternhaus auf; die Eltern ließen ihrer Tochter ein hohes Maß an Freiraum. Es war die Zeit, in der das Regime von Schah Reza Pawlewi sich mit aller Gewalt an der Macht zu halten versuchte.“

    Ich habe die gute Frau angeschrieben:

    Sehr geehrte Frau Ingrid Winnenberg-Schröder,

    Es wäre schön, wenn Sie davon Abstand nehmen die privilegierte und aristokratische Marjane Satrapi als Iranerin und Wohltäterin zu beschreiben.

    Es hilft Bücher nicht nur wegen der „Story“ zu lesen, sondern auch die Hintergründe dazu zu kennen:

    https://tangsir2569.wordpress.com/2010/07/25/antiiranische-comics-seziert/

    Es ist genau diese Art unkritische Lobhuldigung von vermeintlichen Migranten, die die progressiven Migranten schadet. Bitte fahren Sie nicht damit fort.

    Gruß
    Tangsir

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